Flughafen Salzburg (Foto: Salzburg Airport Presse).
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Außergerichtlicher Vergleich zwischen dem Flughafen Salzburg und Aldi Süd wegen Grundwasserbelastungen

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Der Rechtsstreit zwischen dem Flughafen Salzburg und dem Handelskonsortium Aldi Süd bezüglich der Kosten für die Sanierung chemischer Altlasten im Boden ist offiziell beigelegt. Der Discounter, der in Österreich unter dem Namen Hofer auftritt, hatte Schadensersatzforderungen gegen die Flughafengesellschaft erhoben, nachdem beim Bau der neuen Konzernzentrale im Salzburger Stadtteil Maxglan erhebliche Kontaminationen mit Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen festgestellt worden waren.

Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die Parteien auf einen außergerichtlichen Vergleich. Über die genaue Summe wurde Stillschweigen vereinbart, wobei sich die Ausgleichszahlung nach Angaben der Miteigentümer der Flughafengesellschaft unter den ursprünglichen Forderungen des Handelsunternehmens bewegt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die rechtlichen und finanziellen Herausforderungen beim Umgang mit historischen Bodenverunreinigungen an österreichischen Verkehrsflughäfen.

Ursachen der Bodenkontamination im Stadtteil Maxglan

Die Ursache für die weiträumigen Boden- und Grundwasserverunreinigungen im Umfeld des Salzburger Flughafens liegt in der jahrzehntelangen Nutzung spezifischer Feuerlöschschäume. Bei Einsatzübungen sowie bei der Wartung der Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr wurden Schaummittel verwendet, die fluorhaltige Tenside enthielten. Diese chemischen Verbindungen, die unter dem Sammelbegriff Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen zusammengefasst werden, zeichnen sich durch eine hohe thermische und chemische Stabilität aus. Aufgrund ihrer Beständigkeit bauen sich diese Stoffe in der Umwelt praktisch nicht ab und reichern sich im Boden sowie im Grundwasser an.

Im Umfeld des Flughafengeländes im Stadtteil Maxglan wurden in den vergangenen Jahren bei Baugrunduntersuchungen erhöhte Konzentrationen dieser Substanzen gemessen. Die Stoffe sind über das Sickerauwasser in tiefere Bodenschichten gelangt und haben sich im Grundwasserkörper ausgebreitet. Betroffen von diesen Versickerungen sind neben landwirtschaftlichen und gewerblichen Flächen auch Grundstücke, auf denen infrastrukturelle Neubaumaßnahmen realisiert wurden, darunter der Standort der Hauptverwaltung des Handelskonzerns.

Verlauf der rechtlichen Auseinandersetzung und finanzieller Rahmen

Im Zuge der Errichtung der neuen Hofer- beziehungsweise Aldi-Süd-Zentrale entstanden dem Bauherrn erhebliche Mehrkosten für die Entsorgung des belasteten Aushubmaterials sowie für den Betrieb spezieller Wasserhaltungs- und Filteranlagen. Der Mutterkonzern Aldi Süd machte daraufhin Regressansprüche gegenüber der Salzburger Flughafen GmbH geltend. Die Forderungen beliefen sich ursprünglich auf bis zu vier Millionen Euro. Das Unternehmen begründete den Anspruch damit, dass die Verunreinigungen ursächlich dem Flughafenbetrieb und der dortigen Feuerwehr zuzuordnen seien.

Die Geltendmachung der Schadensersatzansprüche führte zu politischen Diskussionen auf kommunaler Ebene. Die Stadt Salzburg ist als Miteigentümerin an der Flughafengesellschaft beteiligt. Bürgermeister Bernhard Auinger wies in Stellungnahmen darauf hin, dass die Betriebsansiedlung und der Bau der Unternehmenszentrale vonseiten der Politik stets gefördert und unterstützt worden seien. Nach der medialen Ankündigung einer grundsätzlichen Einigung im Juni 2026 dauerten die Detailverhandlungen der juristischen Vertretungen fast zwei weitere Monate an, ehe der Vergleich formell rechtsgültig abgeschlossen werden konnte.

Nach Angaben eines Sprechers der Flughafengesellschaft wurde die Vereinbarung in dieser Woche finalisiert. Die genaue Höhe der Vergleichssumme unterliegt einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Der Salzburger Bürgermeister Auinger bezifferte den Ausgleichsbetrag jedoch auf einen Bereich zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro. Damit liege die Summe spürbar unter der ursprünglichen Maximalsumme, die vonseiten des Discounters gefordert worden war.

Technische Maßnahmen zur Sanierung des Grundwassers

Parallel zur rechtlichen Abwicklung der Ausgleichsansprüche laufen die technischen Maßnahmen zur Eingrenzung der Belastung auf dem Areal weiter. Der Flughafen Salzburg hat in Abstimmung mit den zuständigen Umwelt- und Wasserrechtsbehörden des Landes Salzburg ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Um ein weiteres Abströmen der kontaminierten Grundwasserfahne in angrenzende Wohn- und Gewerbegebiete zu verhindern, werden mobile und stationäre Filteranlagen eingesetzt.

Diese Reinigungsanlagen arbeiten primär mit Aktivkohlefiltern sowie speziellen Harz-Adsorbern, die in der Lage sind, die gelösten chemischen Verbindungen aus dem geförderten Grundwasser zu binden. Das gereinigte Wasser wird anschließend wieder in den natürlichen Kreislauf beziehungsweise in Vorfluter eingeleitet. Die Errichtung und der laufende Betrieb dieser komplexen Reinigungsinfrastruktur verursachen für den Flughafenbetreiber kontinuierliche Aufwendungen, die über die vereinbarte Vergleichszahlung hinausgehen und die Bilanz der Gesellschaft mittelfristig belasten.

Haftungsfragen und behördliche Vorgaben für Flughafenbetreiber

Der Streitfall in Salzburg ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Altlastenfälle an europäischen Zivil- und Militärflugplätzen. Über viele Jahrzehnte entsprachen die verwendeten fluorhaltigen Löschschäume den internationalen Sicherheitsstandards der Luftfahrtbehörden für die Bekämpfung von Treibstoffbränden. Die rechtliche Bewertung der daraus resultierenden Umweltschäden gestaltet sich komplex, da die Ausbringung der Stoffe im Rahmen des regulären und vorgeschriebenen Dienstbetriebs erfolgte.

Gleichwohl greift im österreichischen Wasser- und Bundes-Altlastensaniertungsrecht das Verursacherprinzip. Behörden verlangen von Geländeeigentümern und Betreibern die Durchführung von Gefährdungsabschätzungen und Sanierungsmaßnahmen, sobald Schwellenwerte im Grundwasser überschritten werden. Für Infrastrukturbetreiber bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Unsicherheit, da die Identifizierung und Beseitigung von historischen Verunreinigungen häufig langwierige Gutachten und kostenintensive technische Verfahren erfordert.

Mit dem formalen Abschluss des Vergleichs zwischen dem Flughafen Salzburg und Aldi Süd ist die zivilrechtliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien beendet. Die Aufarbeitung der technischen und finanziellen Folgen der Bodenbelastungen im Umfeld des Flughafens wird die Betreibergesellschaft und die kommunalen Entscheidungsträger jedoch auch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen.

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