Während der Corona-Pandemie wurde die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines vom österreichischen Staat kräftig finanziell unterstützt. Neben 150 Millionen Euro an „nicht rückzahlbarem Zuschuss“, gab es auch einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag aus der Kurzarbeit.
Mit Transparenz rund um Finanzmittel, die während der Corona-Pandemie verteilt wurden, hat die amtierende Bundesregierung schon von Anfang an ein Problem gehabt. Ein paar wenige Förderungen sind in der Transparenzdatenbank ersichtlich, jedoch hat man es besonders bei großen Unternehmen – beispielswiese unter dem Deckmantel Datenschutz – sehr wichtig gehabt, dass die Öffentlichkeit und das Parlament eben nicht wissen wie viel der Staat im Rahmen der Kurzarbeit für Austrian Airlines, die Flughafen Wien AG und andere große Unternehmen springen hat lassen. Auskünfte darüber wurden verweigert, so dass der Österreichische Rundfunk vor Gericht gezogen ist.
Das Bundesverwaltungsgericht sah in der Verweigerung der Auskunft über die Höhe der Coronahilfen einen Gesetzesverstoß und ordnete die Herausgabe an. Insgesamt wurden 9,8 Milliarden Euro von der Regierung für die Kurzarbeit aufgewandt. An der Spitze der Liste der Einzelempfänger, die vom Österreichischen Rundfunk veröffentlicht wurde, findet sich Austrian Airlines. Zusätzlich zur Kurzarbeit hat dieses Unternehmen einen „nicht-rückzahlbaren Zuschuss“ in der Höhe von 150 Millionen Euro bekommen. Weiters wurde ein staatlich garantierter Kredit, der zwischenzeitlich getilgt wurde, gewährt.
Im Jahr 2020 war Austrian Airlines das erste Großunternehmen, das Kurzarbeit angemeldet hat. Die Beschäftigten befanden sich über einen vergleichsweise sehr langen Zeitraum in dieser Maßnahme, die zum Erhalt der Arbeitsplätze dienen soll. Allerdings gab es für betroffene auch finanzielle Einbußen, denn das AMS übernimmt nicht die kompletten Lohnkosten. Besonders im Bereich der Flugbegleiter hat sich dies aufgrund des Umstands, dass die österreichische Bundesregierung Einreise- und Quarantänebestimmungen oft auch nur als populistische Maßnahme verhängt hat und noch dazu im europäischen Vergleich besonders viele Lockdowns angeordnet wurden, sehr nachteilig ausgewirkt. Grund dafür: Bei der Bemessung des Kurzarbeitergeldes berücksichtigt das Arbeitsmarktservice lediglich die fixen Bestandteile des Gehalts, nicht jedoch Zulagen und/oder variable Vergütungen. Gerade junge Flugbegleiter kamen somit finanziell ordentlich unter Druck.
Trotz des Umstands, dass Austrian Airlines vom österreichischen Staat üppig mit Finanzmitteln versorgt wurde, was auch einschließt, dass Lohnkosten in der Höhe von 261 Millionen Euro im Rahmen der Kurzarbeit übernommen wurden, sind die Ticketpreise nach der Corona-Pandemie schrittweise enorm angehoben worden. Gleichzeitig wurden vormals inkludierte Services kostenpflichtig gemacht. Abgesehen von einer Werbeaktion, mit der sich die AUA mit einem einmaligen Rabatt für die Hilfe der Steuerzahler bedanken wollte, hatten eben die Steuerzahler nicht sonderlich viel von der „Rettung der AUA“. Betrachtet man die Firmengeschichte weiter: Verschiedene Bundesregierungen haben schon viel Steuergeld in Austrian Airlines – unter staatlich eingesetzten Managern – regelrecht versenkt. Lufthansa bekam gar eine Mitgift von 500 Millionen Euro damit Austrian Airlines übernommen wird.
Deutschland hingegen hat mit der „Rettung der Lufthansa“ einen ansehnlichen Profit gemacht, denn zur Besicherung des staatlich garantierten Kredits, hat man auf die Beteiligung am Konzern bestanden. Sowohl mit den Zinsen für das Darlehen als auch mit der Veräußerung der Aktien hat die Bundesrepublik Geld verdient. Österreich hingegen hat viel Geld ausgegeben, aber abgesehen vom Erhalt der Arbeitsplätze, die trotz Streiks noch immer schlechter bezahlt sind als bei Lufthansa selbst, nichts verdient. Die stark erhöhten Ticketpreise haben im Vorjahr dazu geführt, dass Austrian Airlines besonders viel Geld verdient hat. Im ersten Quartal dieses Jahres, das ohnehin traditionell negativ ist, wurde ein Verlust eingeflogen. Die Ursachen hierfür sucht das Unternehmen ernsthaft öffentlich beim Personal, dem man vorwirft die durch Betriebsversammlungen und Streiks hohe Kosten verursacht zu haben. Viele dieser Mitarbeiter mussten lange Zeit mit erheblich weniger Geld, das zeitweise vom Steuerzahler in Form der Kurzarbeit kam, auskommen. Eigentlich waren alle Entwicklungen schon zu jenem Zeitpunkt, zu dem Austrian Airlines im Jahr 2020 Staatshilfe „eingefordert“ hat, schon absehbar. Wer sich damals kritisch äußerte wurde angefeindet, denn die AUA wäre systemrelevant und so weiter…