Austrian Airlines setzt im kommenden Sommerflugplan 2026 verstärkt auf externe Unterstützung zur Bewältigung des saisonalen Passagieraufkommens. Die österreichische Lufthansa-Tochter hat hierfür ein Wet-Lease-Abkommen mit der italienischen Konzerngeschwister Air Dolomiti geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden zwei Embraer E195 der Italiener inklusive Besatzung in Wien stationiert. Diese Maßnahme dient primär der Kapazitätssteuerung auf Kurzstrecken sowie der Kompensation von Engpässen bei der eigenen Flottenverfügbarkeit, die durch Wartungsintervalle oder Verzögerungen bei Neuauslieferungen entstehen können.
Das Einsatzgebiet der geleasten Regionaljets umfasst sowohl klassische Hub-Zubringer als auch osteuropäische Metropolen. Laut aktuellen Flugplandaten übernimmt Air Dolomiti im Zeitraum vom 4. Juli bis 12. September 2026 eine wöchentliche Verbindung zwischen Wien und Belgrad. Auch die Strecke nach Budapest wird zwischen dem 30. Juni und 13. September dreimal wöchentlich von den italienischen Flugzeugen bedient. Durch den Einsatz der Embraer-Maschinen, die über eine Kapazität von etwa 120 Sitzplätzen verfügen, kann Austrian Airlines die Frequenzen auf diesen Routen stabilisieren, ohne eigene größere Kapazitäten binden zu müssen.
Besonders intensiv ist die Kooperation auf den Strecken nach Italien geplant. Die Städte Bologna und Florenz sollen jeweils bis zu zweimal täglich mit den Flugzeugen von Air Dolomiti angeflogen werden. Für die Verbindung nach Venedig sieht der Flugplan sogar eine Taktung von bis zu vier täglichen Flügen vor. Diese Routen profitieren von der operativen Expertise der Air Dolomiti im italienischen Markt und ermöglichen es Austrian Airlines, wertvolle Slots am Drehkreuz Wien effizient zu nutzen. Die Flottenharmonisierung spielt hierbei eine wesentliche Rolle, da Austrian selbst bereits eine größere Anzahl an Embraer E195 betreibt, was die Abfertigungsprozesse am Boden vereinfacht.
Wet-Lease-Vereinbarungen innerhalb der Lufthansa Group sind ein gängiges Instrument zur Optimierung der Netzstabilität. Während die Flugzeuge von Air Dolomiti die operativen Flüge durchführen, bleiben der Vertrieb und der Kundenservice in der Hand von Austrian Airlines. Passagiere werden in der Regel vorab über den Flug mit einer Partner-Airline informiert. Diese strategische Flexibilität ermöglicht es der Fluggesellschaft, auf Nachfragespitzen im Sommer zu reagieren, während gleichzeitig die Betriebskosten durch die Nutzung spezialisierter Regional-Plattformen innerhalb des Konzerns kontrolliert werden.