Austrian Airlines erwartet am Mittwoch, dem 16. September 2026, das vierte Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 787-9 an ihrer Heimatbasis am Flughafen Wien-Schwechat.
Die Maschine trägt die österreichische Luftfahrzeugrolle OE-LPI und wird nach der Überstellung von Frankfurt nach Wien unter der Flugnummer OS1472 um 17:25 Uhr auf dem österreichischen Drehkreuz landen. Das Großraumflugzeug war zuvor im Flugbetrieb der Konzernmutter Lufthansa unter dem Kennzeichen D-ABPA im Einsatz und wechselt nun im Rahmen der flottenweiten Reorganisation innerhalb der Lufthansa Group zum österreichischen Flagcarrier.
Nach dem Eintreffen am Standort Wien wird die Boeing 787 von der Wartungssparte Austrian Technik übernommen und einer ersten technischen Durchsicht unterzogen. Anfang Oktober verlegt die Fluggesellschaft das Flugzeug nach Taipeh in Taiwan, wo ein aufwendiger Umbau der Kabinenkonfiguration auf den Standard von Austrian Airlines durchgeführt wird. Anschließend ist für Ende November der Einflug in das spanische Teruel geplant, wo die Maschine die physische Lackierung im Erscheinungsbild der österreichischen Fluggesellschaft erhält. Die Aufnahme des regulären Liniendienstes im Langstreckennetz ist für Mitte Dezember vorgesehen.
Die schrittweise Umstellung der Langstreckenflotte bildet einen zentralen Baustein bei der Erneuerung des Interkontinentalangebots von Austrian Airlines. Die neuen Einheiten des Typs Boeing 787-9 ersetzen sukzessive die in die Jahre gekommenen Großraumflugzeuge der Typen Boeing 767-300ER und Boeing 777-200ER, deren Weiterbetrieb aufgrund steigender Wartungs- und Ersatzteilkosten zunehmend unwirtschaftlich wird. Insgesamt soll die Dreamliner-Flotte der Austrian Airlines in den kommenden Jahren auf elf Maschinen anwachsen, um die Kapazitäten auf Strecken nach Nordamerika und Asien ab dem Drehkreuz Wien abzusichern.
Luftfahrtanalysten verweisen jedoch auf die betrieblichen Herausforderungen der interimistischen Flottenintegration. Da die gebraucht übernommenen Flugzeuge aus den Beständen der Lufthansa stammen, unterscheidet sich die ursprüngliche Kabinenausstattung von der von Austrian gewohnten Produktlinie, was die temporäre Umrüstung in Übersee zwingend erforderlich macht. Zudem erfordert der Betrieb zweier unterschiedlicher Langstreckenmuster während der laufenden Übergangsphase einen erhöhten Aufwand bei der Personalplanung, der Schulung von Cockpit- und Kabinenbesatzungen sowie der Ersatzteilbevorratung am Standort Schwechat.