Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines reagiert auf die starke Nachfrage im Fernost-Verkehr und erhöht in den kommenden Sommermonaten die Frequenz auf der prestigeträchtigen Verbindung zwischen Wien und Tokio-Narita.
Wie Aeroroutes.com berichtet, wird die Lufthansa-Tochter im Kernzeitraum vom 1. Juni bis zum 31. August 2026 tägliche Flüge in die japanische Hauptstadt anbieten. Bisher wurde die Strecke fünfmal pro Woche bedient. Für die darauffolgende Periode vom 1. September bis zum 5. Oktober ist eine leichte Anpassung auf sechs wöchentliche Rotationen vorgesehen, bevor der Flugplan wieder auf das Standardmaß zurückgeführt wird.
Zum Einsatz kommt auf dieser Langstreckenverbindung das bewährte Flaggschiff der Austrian-Flotte, die Boeing 777-200ER. Dieser Flugzeugtyp verfügt über eine Drei-Klassen-Konfiguration bestehend aus Business Class, Premium Economy und Economy Class und bietet Platz für rund 300 Passagiere. Die Entscheidung zur Aufstockung fällt in eine Phase, in der Japan als Reiseziel für den europäischen Markt wieder deutlich an Attraktivität gewonnen hat, begünstigt durch den vorteilhaften Wechselkurs des Yen und ein gesteigertes Interesse an Städtereisen nach Ostasien. Zudem spielt der Frachtverkehr auf dieser Route eine wesentliche Rolle, da der Laderaum der Boeing 777 für den Austausch hochwertiger Industriegüter zwischen Mitteleuropa und Japan genutzt wird.
Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen, dass Austrian Airlines mit dieser Maßnahme ihre Position im Wettbewerb mit anderen europäischen Hubs stärkt. Während viele Fluggesellschaften ihre Kapazitäten aufgrund der Sperrung des russischen Luftraums und der damit verbundenen längeren Flugzeiten anpassen mussten, konnte die AUA durch eine optimierte Routenführung über Zentralasien die Wirtschaftlichkeit der Tokio-Verbindung stabil halten. Die Flugzeit beträgt je nach Windverhältnissen aktuell zwischen 13 und 14 Stunden. Durch die tägliche Anbindung im Sommer verbessert die Airline zudem die Umsteigemöglichkeiten für Passagiere aus dem osteuropäischen Raum, die Wien als zentrales Drehkreuz für ihre Reise nach Japan nutzen.
Branchenexperten werten die Frequenzerhöhung auch als strategisches Signal im Hinblick auf die geplante Flottenmodernisierung. Austrian Airlines bereitet derzeit die schrittweise Einführung der Boeing 787-9 „Dreamliner“ vor, die langfristig die älteren Boeing 777-Modelle ersetzen soll. Bis zur vollständigen Integration der neuen Flugzeugtypen bleibt die Boeing 777 jedoch das Arbeitstier auf den aufkommensstarken Strecken nach Asien und Nordamerika. Die temporäre Erhöhung auf sieben wöchentliche Flüge unterstreicht die Bedeutung Japans als zweitwichtigsten asiatischen Markt für den Standort Wien nach dem chinesischen Raum.