Die Allresto GmbH, eine Tochtergesellschaft der Flughafen München GmbH, hat bei den diesjährigen Airport Food & Beverage Awards (FAB Awards) im indischen Bangalore mehrere Preise für ihre Gastronomiekonzepte erhalten.
Das Unternehmen, das am Münchner Flughafen rund 55 Gastronomiebetriebe führt, wurde unter anderem für das Konzept „4 FOOD Street Kitchen“ sowie für digitale Anwendungen in Kooperation mit Technologiepartnern geehrt. Die jährlichen Auszeichnungen der Fachbranche bewerten Konzepte in den Bereichen Servicequalität, Design und Betriebsführung an internationalen Verkehrsflughäfen.
Der Erfolg bei der Preisverleihung fällt in eine Phase, in der die Systemgastronomie an großen Verkehrsflughäfen vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Um dem anhaltenden Personalmangel im Dienstleistungssektor zu begegnen, setzen Flughafenbetreiber verstärkt auf Automatisierung und digitale Bestellsysteme. Allresto nutzt hierfür Kooperationen mit Technologieanbietern. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Integration künstlicher Intelligenz und digitaler Optimierungstools primär der Senkung von Betriebskosten und der Effizienzsteigerung dient, um die Gewinnspannen im volatilen Flughafengeschäft zu sichern.
Trotz der positiven Bewertung durch Branchenjurys bleibt die Flughafen-Gastronomie ein häufiger Kritikpunkt bei Reisenden. Hohe Preise für Speisen und Getränke im Vergleich zum herkömmlichen Einzelhandel sowie zeitweise lange Wartezeiten zu den Hauptreisezeiten prägen oft die Wahrnehmung der Passagiere. Da die Einnahmen aus dem Nicht-Luftfahrt-Bereich für Flughafenbetreiber eine zentrale Erlösquelle darstellen, um kapitalintensive Infrastrukturprojekte zu finanzieren, stehen die Pächter unter hohem Umsatzdruck. Dies führt zu einer Standardisierung des Angebots, die durch Branchenpreise nur teilweise überdeckt wird.
Für die Zukunft plant das Management von Allresto, die Angebote noch stärker an veränderte Konsumgewohnheiten anzupassen. Im Rahmen des Kongresses in Indien wurde deutlich, dass künftige Gastronomiebereiche an Flughäfen flexibler auf Passagierströme reagieren müssen. Ob die prämierten Konzepte wie das „Paulaner Bierhaus“ oder das Mitnahmeangebot „Breznsalzer“ den langfristigen Ansprüchen der Reisenden genügen und gleichzeitig die nötige Wirtschaftlichkeit garantieren, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Passagierzahlen am Münchner Drehkreuz ab.