Jan Gruber

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Jan Gruber

Kontrollen in Deutschland: Erst gejammert, jetzt lästig?

Die Interpretation des Abkommens von Schengen ist seit dem Beginn der Flüchtlingskrise besonders in Deutschland ein Kapitel für sich. Während der Corona-Pandemie kontrollierte man im Flugverkehr oftmals gar nicht und verwies darauf, dass dies rechtlich im Schengen-Raum nicht möglich ist. Nun werden alle Flüge formell als “Non-Schengen-Ankünfte” betrachtet. Davon ausgenommen sind Inlandsverbindungen. Das hat zur Folge, dass die Bundespolizei auch Passkontrollen vornimmt. Gleichzeitig soll diese die zur Einreise notwendigen negativen Coronatests überprüfen. Laut Exekutive wird primär auf das Datum des Abstrichs geachtet. Weiters gleicht man die Daten auf dem Dokument mit jenen im Pass oder Personalausweis ab. Deutschland stand monatelang als “Schlupfloch” im Kreuzfeuer der Kritik, denn an den meisten Airports wurden auch aus so genannten Risikogebieten ankommende Passagiere überhaupt nicht kontrolliert. Die Folgen daraus waren, dass “Aussteigekarten” mit Fake-Daten abgegeben werden konnten, aber auch Passagiere ihre eigentliche Herkunft verschleiern konnten. Beispielsweise konnte in Wien angegeben werden, dass man aus Frankfurt kommt. Die nun durchgeführten Grenzkontrollen durch die Bundespolizei stoßen dann auch gleich wieder auf Kritik, denn laut Bayerischem Rundfunk sollen sich zahlreiche Mallorca-Rückkehrer über diese Maßnahme beschwert haben. Ohne negativen Test könne man ja gar kein Flugzeug besteigen. Eine “Vorab-Sichtung” durch die Airline ist aber keine behördliche Einreisekontrolle. Erschwerend kommt dazu, dass die spanischen Behörden einem deutschen Arzt, der mutmaßlich Gefälligkeitsatteste (PCR-Befunde) für Reisende ausgestellt haben soll, das Handwerk gelegt haben. Dem Mediziner deutscher Herkunft, der auf Mallorca eine Ordination unterhalten hat, wird vorgeworfen, dass er ohne Untersuchung negative PCR-Befunde ausgestellt habe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Kassel-Calden saniert sich mit Verkauf von Grundstücken

Der bereits während der Bauphase heftig kritisierte Regionalflughafen Kassel-Calden besserte im Vorjahr die Kasse durch den Verkauf von Grundstücken auf. Insgesamt wurden 481.000 Euro eingenommen, wobei davon 450.000 aus Transaktionen mit der Hessischen Landesgesellschaft stammen. Diese Zahlen gehen aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Linkspartei im hessischen Landtag hervor. Über die Landesgesellschaft erwarb Hessen insgesamt drei Hektar Grund zum Preis von 450.000 Euro. Laut FAZ handelt es sich bei dieser Firma um ein Siedlungsunternehmen, das ein Gewerbegebiet errichten will. Kassel-Calden bessert sich bereits seit einigen Jahren die Finanzen mittels Grundstücksverkäufen auf. So nahm man laut FAZ im Jahr 2019 1,47 Millionen Euro ein. Käufer von 8,65 Hektar für 1,3 Millionen Euro war ebenfalls die Hessische Landesgesellschaft. Somit griff Hessen wiederholt indirekt unter die Flügel. Der umstrittene Regionalflughafen gilt als defizitär und konnte sich auch vor der Corona-Pandemie keiner hohen Nachfrage erfreuen.

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József Váradi: „AUA-Staatshilfe ist Verschwendung von Steuergeld“

Im Sommer 2021 wird es aufgrund von Überkapazitäten gepaart mit zurückhaltender Nachfrage besonders billige Flugtickets ab Wien-Schwechat geben. Mittelfristig rechnet Wizz Air aber mit einer Konsolidierung des Markts und damit auch mit steigenden Preisen. Dies erklärte Airline-Chef József Váradi im Gespräch mit der Tageszeitung “Der Standard”. Die momentane Marktlage in Wien beschreibt der Manager als “schlecht” und verweist darauf, dass es beispielsweise in Rumänien, Algerien, Mazedonien, Serbien und Skandinavien besser läuft. In Österreich soll die Nachfrage bei etwa zehn Prozent des Niveaus vor der Krise liegen, in den zuvor genannten Märkten bei 35 Prozent. Besonders kritisch sieht Váradi die Staatshilfe, die Austrian Airlines gewährt wurde. Diese bezeichnet er im Gespräch mit dem Standard als “Verschwendung von Steuergeld”. Wien und Salzburg sind in der Strategie von Wizz Air wichtige Märkte. Man strebt in Österreich weiterhin einen Marktanteil von rund 20 Prozent an. Im Sommer 2021 sind momentan Städtereisen so gut wie gar nicht gefragt. Viel mehr würden – so Váradi – die Passagiere verstärkt Flüge ans Mittelmeer buchen. Zwar rechnet der Airline-Manager mit einer anziehenden Nachfrage, jedoch hat man aus finanzieller Sicht das Jahr 2021 bereits abgehakt. Váradi geht davon aus, dass Wizz Air auch heuer einen signifikanten Verlust schreiben wird. Sofern die Impfungen voranschreiten rechnet er für das kommende Jahr mit einem Gewinn. Angesprochen auf die von Österreichs Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) geplante Mindestpreise für Flugtickets, holte der Wizz-Air-Chef gegenüber dem Standard zum verbalen Rundumschlag gegen den Mitbewerber Austrian Airlines aus: “Jeder Kilometer, den ein Passagier mit AUA fliegt, ist

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Air Canada sagt Transat-Übernahme ab

Air Transat wird nicht vom Mitbewerber Air Canada übernommen. Die beiden Unternehmen teilten mit, dass die Transaktion nicht vollzogen wird. Grund dafür sind nahezu unüberwindbare Bedenken der EU-Kommission. Man habe zwar weitreichende Zugeständnisse angeboten, jedoch gingen diese Brüssel nicht weit genug. Für Air Canada wäre die Übernahme ein Schnäppchen gewesen, doch Air Transat gerät nun ordentlich unter Druck. Bereits vor einigen Wochen wies der Carrier in einer Mitteilung darauf hin, dass die Finanzmittel nahezu aufgebraucht sind. Beziffert wurde der Bedarf an frischem Geld mit rund 500 Millionen kanadischen Dollar. Andernfalls droht der Fluggesellschaft die Insolvenz. Der Transat-Konzern prüft nun die Airline-Tochter eigenständig fortzuführen, will aber auch mögliche andere Käufer unter die Lupe nehmen. Zuletzt zeigte ein kanadischer Investor Interesse, doch ob ein Vertrag abgeschlossen werden kann, wird sich noch zeigen. Die EU-Kommission ist der Ansicht, dass ein Zusammenschluss von Air Canada und Air Transat zu einer starken Marktdominanz zwischen Europa und Kanada geführt hätte.

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Air France: Slots abgeben oder keine Staatshilfe

Die EU-Kommission erhöht den Druck auf die französische Regierung und Air France in Sachen neuerlicher Staatshilfe: In Paris-Orly müssen definitiv Start- und Landerechte an Mitbewerber abgegeben werden, da es andernfalls keine Bewilligung für die Gewährung der Finanzmittel geben wird. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire teilte dazu mit: „Wir haben eine Rahmenvereinbarung mit EU-Kommissarin Margrethe Vestager über neue Finanzhilfen für Air France”. Zuvor wurde wochenlang um eine Lösung gerungen, denn Air France war nicht bereit im Gegenzug für die Staatshilfe Slots an Mitbewerber abzutreten. Nun liegt es an der Fluggesellschaft: Wenn diese das Geld haben will, muss sie in Paris-Orly Start und Landerechte abgeben. Andernfalls gibt es kein Geld vom französischen Staat. Ursprünglich war die Rede davon, dass 24 Slotpaare abgetreten werden müssen. Le Maire wollte diese Stückzahl in einem TV-Interview nicht bestätigen und sagte, dass es weniger wären. Die genaue Anzahl ist daher noch nicht allgemein bekannt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass um diese noch hinter den Kulissen verhandelt wird. Wenig überraschend meldete sich auch Ryanair schnell zu Wort: “Kommissarin Vestager muss in ihren Gesprächen mit der französischen Regierung standhalten. Entweder erhält Air France keine staatlichen Beihilfen, oder es sollten geeignete Abhilfemaßnahmen getroffen werden, um faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Fluggesellschaften zu gewährleisten. Dies muss beinhalten, dass Air France Kapazitäten an wichtigen französischen Flughäfen aufgibt. Die 24 täglichen Slots in Paris Orly, auf die in einigen Medienberichten verwiesen wird, reichen nicht aus, und die Kommission muss noch weiter gehen.”

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In eigener Sache: Die kostenlose Aviation Direct App ist da!

Pünktlich zu Ostern bringt Aviation Direct native Apps für iPhones, Android- und Amazon-Kindle-Fire-Geräte an den Start. Diese sind kostenlos in den gängigen Stores erhältlich und ermöglichen komfortables Lesen auf Smartphones und Tablet-PCs. Rund 80 Prozent der Aviation-Direct-Leser greifen von Mobilgeräten aus auf das Nachrichtenangebot zu. Daher ist es naheliegend, dass zusätzlich zur mobilen Version der Homepage und den Kooperationen mit Nachrichten-Apps wie Upday, Squid App, Newsadoo, Opera News und vielen anderen auch eine eigene native App an den Start gebracht wird. Im ersten Ausbauschritt wurde der Fokus auf komfortables Lesen und Teilen gelegt, so dass die Aviation-Direct-App schlicht und übersichtlich erscheint. Für Reisende und Dienstnehmer in der Luftfahrt- und Touristikbranche werden im Laufe des Jahres zusätzliche Features in die App integriert, so dass diese nebst der Berichterstattung auch nützliche Gimmicks für den Alltag – sowohl für Beschäftigte als auch für Reisende – haben wird. Bereits in der 1.0-Version beinhaltet die mobile App auch die beliebten Push-Benachrichtigungen. In den Einstellungen der App können diese weitgehend individuell eingestellt werden. Diese können auch unabhängig von der App über Browser (Desktop und Mobilgeräte) wie Chrome, Opera, Firefox, Edge und Safari genutzt werden. Über die App kann auch das sich mittlerweile hoher Download-Zahlen erfreuende PDF-Epaper “Aviation.Direct To Go” kostenfrei bezogen werden. Dieses ermöglicht es die neuesten Artikel im PDF-Format herunterzuladen, so dass das Lesen dann auch ganz unabhängig von Internetverbindungen, beispielsweise in Flugzeugen, möglich ist. Die Aviation Direct App kann in den gängigen Stores kostenlos bezogen werden: iOS (iPhone, iPad): Android-Geräte: Amazon Kindle Fire: Das

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Mallorca-Effekt: BER verzeichnet leichtes Wachstum

Der Flughafen Berlin-Brandenburg konnte im März 2021 einen leichten Aufwärtstrend verzeichnen. Im direkten Vergleich mit Feber 2021 hatte man rund 73.000 Passagiere mir. Gezählt wurden 220.250 Reisende. Ausschlaggebend dürfte die erhöhte Nachfrage in Richtung Palma de Mallorca gewesen sein. Dennoch verharren die Passagierzahlen ein Jahr nach Beginn der weltweiten Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie an allen deutschen Flughäfen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau: Das Passagieraufkommen am BER betrug im Vergleich zum März 2020 nur rund ein Fünftel. Im März des Vorkrisenjahres 2019 wurden an den damaligen Flughäfen Schönefeld und Tegel noch knapp drei Millionen Passagiere abgefertigt. Im vergangenen März wurden am BER rund 4.000 Flugbewegungen gezählt. Im Vergleich dazu starteten und landeten im März 2020 noch rund 13.000 Maschinen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel. Im März 2019 waren es mehr als 23.000. In den Frachtanlagen des BER wurden im vergangenen Monat etwa 1.900 Tonnen umgeschlagen. Das sind rund 400 Tonnen mehr als im Februar dieses Jahres. Bei der Luftfracht ist der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2020 deutlich geringer und beträgt nur 18,2 Prozent. Im März 2020 waren es 2.300 Tonnen Luftfracht, im März 2019 rund 2.800 Tonnen Luftfracht. „Das gesteigerte Interesse an Flügen nach Mallorca unmittelbar nach Aufhebung der Quarantäneregelung spricht für eine hohe aufgestaute Reisebereitschaft. Die Menschen wollen in den Urlaub fliegen. Sie nehmen dafür auch coronabedingte Auflagen wie eine Testpflicht vor dem Abflug in Kauf. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich der Flugverkehr mit einer schlüssigen Test- und Hygienestrategie allmählich wieder erholen kann”, so BER-Chef

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Luqa: Malta-Air-B737 kracht in Tanklaster

Auf dem Flughafen Luqa krachte eine von Malta Air betriebene Boeing 737-800 in einen Tanklaster. Der Mittelstreckenjet wurde auf dem Areal des Airports geschleppt, wobei sich laut Augenzeugen die Schleppstange gelöst hatte. Der Vorfall ereignete sich am Freitagvormittag. Die in den Farben von Ryanair lackierte Boeing 737-800 machte sich “selbstständig” und touchierte ein geparktes Tankfahrzeug von Skytanking. Fotos, die von Aeronews veröffentlicht wurden, zeigen, dass bloßer Sachschaden entstanden ist. In den letzten Monaten traten auf dem Flughafen Danzig gehäuft Kollisionen zwischen Vorfeldfahrzeugen und geparkten Maschinen von Wizz Air auf. Zunächst steckte ein Servicefahrzeug unter einem Airbus A320 und ein paar Wochen später krachte ein Truck frontal in den Bug. Erst vor wenigen Tagen crashte ein Privatflugzeug eine Saab 340.

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Deutschland: Scheuer fordert Verlängerung der Testpflicht

Die generelle Testpflicht für alle Personen, die auf dem Luftweg nach Deutschland einreisen, ist erst wenige Tage in Kraft. Nun fordert Mautminister Andreas Scheuer (CSU), dass diese noch lange beibehalten werden soll. Dies erklärte das Regierungsmitglied unter anderem gegenüber der DPA. Der deutsche Verkehrsminister ist der Ansicht, dass die vorerst bis zum 12. Mai 2021 befristete Regelung verlängert werden muss. Scheuer hält die generelle Testpflicht für eine “wichtige Brücke”, um die Zeit bis zur Durchimpfung der Weltbevölkerung überbrücken zu können. Weiters meint er, dass sich das Verfahren in den nächsten Wochen einpendeln werde und dann von den Passagieren als selbstverständlich betrachtet wird. Die Einführung der Testpflicht für sämtliche Personen, die auf dem Luftweg nach Deutschland einreisen, ist ein typischer Fall von Anlassgesetzgebung. Nach der Aufhebung der Reisewarnung für die Balearen hätten Rückkehrer weder Test noch Quarantäne benötigt. Daraufhin schossen die Buchungszahlen rund um Ostern in die Höhe. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) forderte zeitweise gar ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland, jedoch wurde daraus dann, dass alle Personen, die mit dem Flugzeug in die Bundesrepublik fliegen, bereits vor dem Abflug einen negativen Covid-Befund, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, vorlegen müssen.

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Willie Walsh steht nun an der IATA-Spitze

Beim Weltluftfahrtverband IATA ist es zum bereits vor einiger Zeit angekündigten Führungswechsel gekommen. An der Spitze steht nun der ehemalige IAG-Chef Willie Walsh. Dieser legte seine Funktion im Vorjahr zurück, hielt jedoch die “Pension” nicht lange aus und hat sich zum neuen Präsidenten der IATA wählen lassen. Walsh ist Nachfolger von Alexandre de Juniac, der vor seiner Führungsposition beim Weltluftfahrtverband der Air France-KLM-Gruppe vorstand. “Das IATA-Team konzentriert sich voll darauf, die Reisefreiheit wieder herzustellen, die Fluggesellschaften Milliarden Menschen in der ganzen Welt ermöglichen”, so der neue IATA-Generaldirektor. Weiters sagte Walsh: “Fluggesellschaften setzten alles daran, einen sicheren, effizienten und nachhaltigen Service zu bieten”.

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