
Bratislava gewinnt Marktanteile gegenüber dem Hochpreisstandort Wien
Die Verschiebung der Kräfteverhältnisse im mitteleuropäischen Luftverkehr nimmt an Dynamik zu. Während der Flughafen Bratislava durch einen massiven Ausbau des Ryanair-Angebots Rekordwachstumsraten von 148 Prozent im ersten Quartal verzeichnet, sieht sich der Tourismusstandort Wien mit zunehmenden strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Der Fachverband der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich warnt eindringlich davor, dass die steigende Abgabenlast in Österreich – insbesondere die Flugabgabe und die geplante Erhöhung der Ortstaxe – die Wettbewerbsfähigkeit der Bundeshauptstadt gefährdet. In unmittelbarer geografischer Nähe zueinander gelegen, entwickeln sich die beiden Standorte Bratislava und Wien zu einem Paradebeispiel für den harten Preiswettbewerb in der Luftfahrtindustrie. Experten befürchten, dass die künstliche Verteuerung des Standorts Österreich nicht nur Airlines und Flughäfen trifft, sondern weitreichende negative Folgen für die gesamte touristische Wertschöpfungskette von der Hotellerie bis zu regionalen Zulieferbetrieben nach sich zieht. Expansion der Low-Cost-Carrier im Nachbarland Die Entscheidung der irischen Fluggesellschaft Ryanair, ihr Engagement am Flughafen Bratislava massiv auszuweiten, ist ein strategisches Signal an die gesamte Branche. Bratislava profitiert dabei von einer Kostenstruktur, die deutlich unter jener des Flughafens Wien-Schwechat liegt. Ryanair fordert bereits seit geraumer Zeit die Abschaffung der österreichischen Flugabgabe, die derzeit mit 12 Euro pro Ticket zu Buche schlägt. Da diese Abgabe unabhängig von der Streckenlänge oder dem Ticketpreis erhoben wird, trifft sie das Geschäftsmodell der Billigflieger besonders hart. In Bratislava hingegen finden die Carrier Rahmenbedingungen vor, die eine aggressive Preispolitik ermöglichen. Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, sieht in der Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Bratislava im ersten Quartal 2026








