Der Flughafen Bremen modernisiert seine Abfertigungsprozesse und führt im Laufe des kommenden Jahres sogenannte Self-Bag-Drop-Automaten ein. Wie die Flughafenverwaltung bestätigte, können Passagiere nach einem bereits erfolgten Online-Check-in ihr Reisegepäck künftig eigenständig an speziellen Terminals aufgeben. In einer ersten Phase wird dieser Service exklusiv für Fluggäste der Lufthansa zur Verfügung stehen. Das System ist darauf ausgelegt, die Wartezeiten an den Schaltern zu verkürzen und den Passagierfluss im Terminal zu optimieren. Trotz der zunehmenden Automatisierung soll Bodenpersonal weiterhin in unmittelbarer Nähe bereitstehen, um bei technischen Problemen oder Fragen unterstützend einzugreifen.
Die technische Aufrüstung in Bremen folgt einem bundesweiten Trend an deutschen Verkehrsflughäfen. Ähnliche Systeme sind bereits an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie an Regionalflughäfen wie Hamburg oder Düsseldorf erfolgreich im Einsatz. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Einführung solcher Automaten die Effizienz der Bodenabfertigung um bis zu 30 Prozent steigern kann, da der Wiege- und Etikettierungsvorgang standardisiert abläuft. Für den Flughafen Bremen bedeutet dieser Schritt eine notwendige Anpassung an moderne Industriestandards, um im Wettbewerb der Regionalflughäfen attraktiv zu bleiben und Spitzenzeiten, etwa während der Ferienmonate, besser bewältigen zu können.
Perspektivisch plant die Geschäftsführung des Bremer Flughafens, das Angebot auf weitere Fluggesellschaften auszuweiten. Insbesondere die am Standort stark vertretenen Airlines wie Ryanair oder Eurowings gelten als potenzielle nächste Partner für die Nutzung der Automaten. Die Installation der neuen Hardware erfordert bauliche Anpassungen im Check-in-Bereich, die bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. Neben der Zeitersparnis für die Reisenden verspricht sich der Flughafenbetreiber durch die Digitalisierung der Gepäcklogistik auch eine präzisere Datenerfassung und eine Verringerung der Fehlleitungsquote von Gepäckstücken innerhalb der Sortieranlage.
Die Investition in die Self-Service-Infrastruktur ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms für den Standort Bremen. In den vergangenen Jahren wurde bereits verstärkt in automatisierte Bordkartenkontrollen und modernisierte Sicherheitsbereiche investiert. Da die Passagierzahlen nach der globalen Krise wieder ansteigen, wird die Entkopplung von manuellem Check-in und physischer Gepäckaufgabe als Schlüssel zur Vermeidung von Engpässen angesehen. Während die Lufthansa als Erstnutzer fungiert, zeigt die Erfahrung an anderen Standorten, dass die Akzeptanz bei den Fluggästen in der Regel hoch ist, sobald die Systeme intuitiv bedienbar und ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.