Am Stuttgart Airport Busterminal (SAB), das sich im Erdgeschoss des Parkhauses P14 direkt neben dem Terminal 3 befindet, wurde ein System zur automatischen Erfassung von Buskennzeichen in Betrieb genommen.
Die Betreibergesellschaft, die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), verspricht sich von dieser technologischen Umstellung eine präzisere Steuerung der Zufahrten sowie eine Reduzierung von Wartezeiten im stark frequentierten Terminalbereich. Neben der reinen Verkehrsleitung sollen die erfassten Daten künftig auch für die Abrechnung mit den Busunternehmen, die langfristige Verkehrsplanung und die Analyse der Auslastung genutzt werden.
Das Busterminal verfügt über insgesamt 18 Bussteige, wovon 14 für den nationalen und internationalen Fernbusverkehr und vier für den regionalen Linienverkehr reserviert sind. Mit Verbindungen zu rund 130 Destinationen und einem Aufkommen von bis zu 9.000 Fahrgästen täglich an Spitzentagen wie Ferienbeginn stellt das SAB einen zentralen Knotenpunkt im regionalen Mobilitätsnetz dar. Die Einführung der Kameratechnik erfolgt in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt Stuttgart, um den Verkehrsfluss an der Schnittstelle zwischen Straße, Schiene und Luftverkehr transparenter zu organisieren.
Branchenbeobachter und Datenschützer betrachten die flächendeckende Einführung automatischer Kennzeichenlesesysteme an öffentlichen Verkehrsknotenpunkten jedoch mit einer gewissen Skepsis. Zwar erleichtert die digitale Erfassung die Administration und Abrechnung für die Betreiber erheblich, sie wirft jedoch auch Fragen zur Datensicherheit und zum Schutz personenbezogener Daten der Fahrer und Passagiere auf. Zudem hängt der tatsächliche Nutzen des Systems maßgeblich von der fehlerfreien Erkennungsrate der Kameras bei schwierigen Witterungsverhältnissen sowie von der reibungslosen Integration in die bestehenden Schranken- und Buchungssysteme der verschiedenen Busanbieter ab.
Auch die wirtschaftliche Belastung für die Busunternehmen könnte durch eine strengere, automatisierte Erfassung der Standzeiten steigen. Sollten die Karenzzeiten bei Verspätungen im dichten Autobahnverkehr zu eng bemessen sein, drohen den ohnehin unter Margendruck stehenden Fernbusbetreibern zusätzliche Gebühren für das Überschreiten der zugewiesenen Zeitfenster. Ob die Neuerung tatsächlich zu einer Entlastung des Zubringerverkehrs am Stuttgarter Flughafen führt oder lediglich den administrativen Aufwand verlagert, wird sich im Praxistest während der kommenden Hauptreisezeiten zeigen.