Entry/Exit System (EES) in Salzburg (Foto: Salzburg Airport Presse).
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Automatisierte Passagierabfertigung: Sita präsentiert neues System für biometrische Grenzkontrollen

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Der Genfer Luftfahrt-IT-Dienstleister Sita hat mit der Border Flow Lane ein neues System für die automatische Passagierabfertigung an internationalen Flughäfen vorgestellt. Das Verfahren verlagert die Überprüfung von Passdaten und Einreiseberechtigungen größtenteils in den Zeitraum vor dem eigentlichen Flug.

Anstelle physischer Passkontrollen an Schleusen oder E-Gates passieren vorab verifizierte Passagiere die Kontrollzonen im Gehen, während Kamerasysteme die biometrischen Daten im Vorübergehen abgleichen. Nach Angaben von Sita-Vizepräsident Pedro Alves lässt sich der Abfertigungsdurchsatz pro Kontrollspur dadurch um bis zu das Achtfache gegenüber herkömmlichen E-Gates steigern.

Das System setzt auf der Auswertung von Vorab-Passagierdaten (API) und Buchungssätzen (PNR) auf, die Fluggesellschaften vor dem Start an die Behörden übermitteln. Laut Sita können Grenzsicherungsbehörden mehr als 75 Prozent der Reisenden bereits vor der Ankunft freigeben. Beamte vor Ort werden dadurch von Routinetätigkeiten entlastet und können sich auf die manuelle Nachprüfung von Verdachtsfällen konzentrieren. Die Nutzung des biometrischen Durchlaufs basiert auf freiwilliger Registrierung der Passagiere, während die finale Einreiseentscheidung weiterhin bei den jeweiligen nationalen Behörden verbleibt.

Die Einführung berührungsloser Biometriesysteme gewinnt an internationalen Drehkreuzen angesichts steigender Passagierzahlen und begrenzter Terminalflächen an Bedeutung. Ähnliche Konzepte zur Abfertigung im Vorbeigehen werden derzeit an Flughäfen in Singapur, Dubai und Abu Dhabi erprobt oder schrittweise eingeführt. In Europa treffen derartige Technologien jedoch auf komplexe rechtliche Rahmenbedingungen. Mit dem Inkrafttreten des europäischen Einreise- und Ausreisesystems (EES) steigen die Anforderungen an die genaue Erfassung von Drittstaatsangehörigen, was an vielen Grenzstellen zunächst zu längerem Kontrollaufwand führt.

Datenschutzexperten und Aufsichtsbehörden weisen zudem auf die Risiken hin, die mit der flächendeckenden biometrischen Überwachung in öffentlichen Terminalbereichen verbunden sind. Die Erfassung von Gesichtszügen im Vorübergehen erfordert hochsichere Schnittstellen und strikte Vorgaben bei der Datenspeicherung, um Missbrauch zu verhindern. Zudem hängt die Effizienz der Border Flow Lane maßgeblich von der Datenqualität der Fluggesellschaften und der Zuverlässigkeit der Serverinfrastrukturen ab, da Systemausfälle an stark frequentierten Knotenpunkten rasch zu Stauungen im Ankunftsbereich führen können.

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