Das Kölner Unternehmen Aviationtag hat die Aufarbeitung von Originalteilen der ausgemusterten Boeing 757-200 mit dem Kennzeichen TF-FIU von Icelandair angekündigt.
Das im Jahr 1994 erstbeflogene Passagierflugzeug, das nach Einsätzen für Iberia und Air Europa seit 2004 für die isländische Fluggesellschaft flog und Ende 2014 mit einer Nordlicht-Sonderlackierung versehen worden war, wurde im Oktober 2025 außer Dienst gestellt. Im Juli 2026 sicherten Mitarbeiter der Kölner Manufaktur auf dem Flugzeugfriedhof Lleida-Alguaire in Spanien Rumpfsegmente der Maschine, um daraus nummerierte Anhänger für den Sammlermarkt herzustellen.
Der Rückbau und die Rekonstruktion von Flottenelementen sind Teil eines wachsenden Nischenmarktes in der Luftfahrtbranche. Unternehmen wie Aviationtag, MotoArt oder Planetags erwerben ausgemusterte Zivilflugzeuge von Abwrackbetrieben oder Leasinggesellschaften, um Materialstrukturen wie Aluminiumbeplankungen, Kabinenelemente oder Instrumente zu Devotionalien und Möbelstücken zu verarbeiten. Für Fluggesellschaften wie Icelandair bietet diese Form des Recyclings von Rumpf- und Baukomponenten eine Möglichkeit der Markenpflege nach dem Ausscheiden älterer Flugzeugtypen aus dem aktiven Dienst.
Die Ausmusterung der TF-FIU steht im Zusammenhang mit dem umfassenden Flottenerneuerungsprogramm von Icelandair. Die Fluggesellschaft ersetzt ihre in die Jahre gekommene Flotte vom Typ Boeing 757 schrittweise durch modernere Muster der Reihen Boeing 737 MAX sowie künftig Airbus A321neo. Dieser Flottenwechsel ist für die Airline operativ erforderlich, um Wartungskosten zu senken und die Effizienz im nordatlantischen Streckennetz aufrechtzuerhalten, führt jedoch bei älteren Flugzeugmustern zur endgültigen Außerdienststellung und anschließenden Verwertung.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass der Markt für Flugzeug-Sammlerstücke stark von der historischen Bekanntheit des jeweiligen Luftfahrzeugs abhängt. Sonderlackierungen und spezielle Einsätze – wie der Evakuierungsflug der TF-FIU im Nahen Osten im Oktober 2023 – steigern den Vermarktungswert der Rohstoffe im Vergleich zur Verwertung von Restmetallen deutlich. Für die Betreiber von Abwrackwerften stellt der Teilverkauf von Rumpfhäuten an Verwertungsmanufakturen eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem regulären Materialrecycling dar.