Der britische Rüstungs- und Technologiekonzern BAE Systems hat den Verkauf eines umfangreichen Aktienpakets der nationalen kasachischen Fluggesellschaft Air Astana eingeleitet. Wie das Unternehmen am 18. Dezember 2025 mitteilte, werden Global Depositary Receipts (GDRs) im Umfang von rund acht Prozent des gesamten Aktienkapitals am Markt platziert. Damit halbiert BAE Systems seine bisherige Beteiligung von 16,5 Prozent beinahe. Der Verkauf erfolgt über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren und richtet sich an institutionelle Investoren. Dieser Schritt folgt auf den erfolgreichen Börsengang von Air Astana im Februar 2024, bei dem das Unternehmen bereits erste Anteile veräußerte und an den Börsen in London, Astana und Almaty gelistet wurde.
Die Reduzierung der Beteiligung markiert eine strategische Neuausrichtung für BAE Systems, das seit der Gründung der Fluggesellschaft im Jahr 2001 als Partner und Investor fungierte. Neben BAE Systems ist der kasachische Staatsfonds Samruk-Kazyna der Hauptanteilseigner von Air Astana. Trotz des Teilverkaufs bleibt der britische Konzern vorerst mit einer Restbeteiligung von rund 8,5 Prozent an der Airline beteiligt, hat jedoch eine Haltefrist (Lock-up) für die verbleibenden Anteile vereinbart. Marktbeobachter werten diesen Schritt als planmäßige Gewinnmitnahme nach der positiven Entwicklung der Fluggesellschaft, die im Jahr 2024 ihren Gewinn deutlich steigern konnte und ihre Flotte durch die Indienststellung neuer Flugzeuge der Typen Airbus A321neo und Boeing 787 Dreamliner kontinuierlich modernisiert.
Air Astana gilt als eine der profitabelsten Fluggesellschaften in der Region Zentralasien und betreibt neben der Hauptmarke auch den Low-Cost-Carrier FlyArystan. Die wirtschaftliche Stabilität der Gruppe ermöglichte es den Anteilseignern, durch den Börsengang und nun durch den Sekundärmarktverkauf Kapital freizusetzen. Analysten betonen, dass der Teilrückzug von BAE Systems die Unabhängigkeit der Airline stärkt und den Streubesitz an den internationalen Börsenplätzen erhöht, was die Liquidität der Aktie verbessert. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen direkt in das Kerngeschäft von BAE Systems zurück, das sich derzeit weltweit auf die Erfüllung umfangreicher Rüstungsaufträge im Bereich der Verteidigungstechnologie konzentriert.
Die Transaktion findet in einem Umfeld statt, in dem Kasachstan verstärkt auf die Privatisierung staatseigener oder staatsnaher Betriebe setzt, um ausländisches Kapital anzuziehen. Air Astana hat in den vergangenen Jahren ihr Streckennetz nach Europa und Asien massiv ausgebaut und profitiert von der strategischen Lage zwischen den großen Handelszentren. Mit dem aktuellen Anteilsverkauf verschieben sich die Machtverhältnisse im Aktionariat leicht zugunsten privater Investoren, während Samruk-Kazyna weiterhin die Kontrolle über die strategische Ausrichtung der Airline behält. Die Abwicklung des Verkaufs wird von führenden internationalen Investmentbanken begleitet und unterstreicht die Reife des kasachischen Kapitalmarkts.