Der US-Reiseverband U.S. Travel Association äußert erhebliche Bedenken hinsichtlich der Pläne der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, das sogenannte Visa-Kautionsprogramm auf weitere Staaten auszuweiten.
Die Regelung verpflichtet Bürger aus derzeit rund 50 ausgewählten Ländern, bei der Beantragung eines Nichteinwanderungsvisums eine Sicherheitsleistung von bis zu 20.000 US-Dollar zu hinterlegen. Die Geldsumme wird den Antragstellern erst nach der fristgerechten Ausreise aus den Vereinigten Staaten zurückerstattet. Mit der Maßnahme soll das Überschreiten der zulässigen Aufenthaltsdauer wirksam unterbunden werden.
Die Führung des Branchenverbandes verweist darauf, dass die Erhebung derart hoher Finanzsicherheiten potenziell kaufkräftige Touristen sowie Geschäftsreisende von einer Einreise in die USA abhält. Insbesondere Staatsangehörige aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die bereits hohe Hürden im regulären Visaverfahren überwinden müssen, werden durch die finanzielle Belastung faktisch vom Besuch des Landes ausgeschlossen. Neben den direkten Einnahmeeinbußen für Hotels, Gastronomie und Luftfahrtunternehmen befürchtet der Verband eine verringerte Wettbewerbsfähigkeit des US-Tourismusmarktes im internationalen Vergleich.
Regierungsoffizielle begründen das Programm hingegen mit der Durchsetzung des nationalen Einwanderungsrechts und der Entlastung staatlicher Behörden bei der Nachverfolgung überzogener Aufenthaltsfristen. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte die Trump-Regierung ein Pilotprojekt gestartet, das auf Länder mit statistisch hoher Überschreitungsquote abzielte. Die angestrebte Ausweitung auf zusätzliche Staaten verdeutlicht den Kurs einer strikten Grenzkontrolle, wirft jedoch Fragen hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit und des bürokratischen Aufwands bei der Verwaltung der Kautionsgelder auf.
Kritiker betonen, dass die Praxis der Visa-Kautionen diplomatischer Gegenmaßnahmen anderer Staaten nach sich ziehen könnte. Sollten betroffene Länder ihrerseits Sicherheitsleistungen von US-Bürgern verlangen, würde dies die internationale Reisetätigkeit weiter erschweren. Ob der wirtschaftliche Nutzen durch verringerte Aufenthaltsüberschreitungen die Verluste in der Reise- und Gastgewerbebranche aufwiegt, bleibt in der politischen und ökonomischen Debatte der USA stark umstritten.