Der Flughafen Brüssel-Zaventem steht vor massiven Einschränkungen: Aufgrund einer landesweiten Protestaktion, an der auch Fluglotsen und Flughafenpersonal teilnehmen, werden am Donnerstag die meisten ankommenden Flüge gestrichen, während alle Abflüge ausfallen. Die Maßnahme betrifft Tausende von Reisenden und könnte Auswirkungen auf den gesamten belgischen Luftverkehr haben.
Nach aktuellen Angaben wird der Streik am Donnerstag, den 15. Februar 2025, zwischen 6:45 Uhr und 22:15 Uhr stattfinden. Während dieses Zeitraums werden keine Abflüge vom Flughafen Brüssel stattfinden. Von den ursprünglich geplanten 430 Passagierflügen mit rund 60.000 betroffenen Reisenden können lediglich einige wenige Landungen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden möglich sein – eine Entscheidung, die den jeweiligen Fluggesellschaften überlassen bleibt.
Auch andere belgische Flughäfen sind von der Arbeitsniederlegung betroffen. Der Flughafen Charleroi, der sich rund 50 Kilometer südlich von Brüssel befindet und als wichtiger Knotenpunkt für Billigfluggesellschaften wie Ryanair dient, rechnet ebenfalls mit massiven Störungen.
Hintergrund der Proteste
Die Gewerkschaften hatten die Proteste bereits im Vorfeld angekündigt. Nach deren Angaben richtet sich der Streik gegen die Arbeitsbedingungen im Luftverkehrssektor, insbesondere bei den Fluglotsen. Diese beklagen eine zunehmende Arbeitsbelastung, die mit Personalengpässen und verschärften Dienstplänen einhergeht. In den letzten Monaten kam es mehrfach zu Spannungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern, die bislang keine zufriedenstellenden Lösungen präsentieren konnten.
„Die Situation für unsere Mitglieder ist nicht mehr tragbar“, erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft ACV-Transcom. „Wir haben seit Monaten gewarnt, daß es so nicht weitergehen kann. Die Belastung ist enorm gestiegen, und die Behörden haben unsere Forderungen ignoriert.“
Auswirkungen auf den Flugverkehr und Passagiere
Die Entscheidung der Fluglotsen, sich dem Streik anzuschließen, führt zu einer vollständigen Lahmlegung des belgischen Luftverkehrs. Die Airlines haben angekündigt, betroffene Passagiere direkt zu kontaktieren und über alternative Lösungen zu informieren. Dennoch wird Reisenden geraten, sich frühzeitig mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen und aktuelle Informationen abzurufen.
Brussels Airport erklärte in einer Mitteilung, daß sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verändern könne. Es wird erwartet, daß es auch nach Ende des Streiks zu Verzögerungen und Flugausfällen kommen kann, da der reguläre Betrieb erst schrittweise wieder aufgenommen wird.
Reaktionen von Airlines und Behörden
Die belgische Regierung äußerte sich zurückhaltend zu den Protesten, betonte jedoch die Bedeutung der Luftfahrt für die nationale Wirtschaft. Transportminister Georges Gilkinet rief beide Seiten zu einer schnellen Lösung des Konflikts auf: „Der Streik wird erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Ich fordere alle Beteiligten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine tragfähige Lösung zu finden.“
Auch die Fluggesellschaften reagierten besorgt. Brussels Airlines, die größte belgische Fluggesellschaft, erklärte, daß man versuche, so viele Passagiere wie möglich umzubuchen. Gleichzeitig warnte das Unternehmen, daß es schwierig sei, kurzfristige Alternativen zu finden, da viele Flüge ausgebucht seien.
Mögliche weitere Streiks nicht ausgeschlossen
Branchenexperten befürchten, daß der Streik nicht die letzte Protestaktion bleiben wird. Die Gewerkschaften haben bereits angedeutet, daß weitere Maßnahmen folgen könnten, sollte es keine Fortschritte in den Verhandlungen geben.
Für Reisende bedeutet dies anhaltende Unsicherheit, insbesondere für jene, die in den kommenden Wochen Flüge von oder nach Belgien geplant haben. Experten raten dazu, sich regelmäßig über den Status gebuchter Flüge zu informieren und gegebenenfalls alternative Routen in Erwägung zu ziehen.