Die im gehobenen Preissegment agierende Fluggesellschaft Beond beabsichtigt, ihr Streckennetz um direkte Verbindungen von europäischen Städten zum Red Sea International Airport in Saudi-Arabien zu ergänzen.
Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete das Unternehmen mit dem staatlichen saudi-arabischen Air Connectivity Program (ACP). Neben München und Zürich umfasst die Vereinbarung auch Flugrouten ab London, Paris, Moskau und Mailand. Wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA mitteilte, zielt die Kooperation darauf ab, die Erreichbarkeit der Tourismusregion am Roten Meer für internationale Passagiere zu erhöhen.
Für die Durchführung der Flüge setzt Beond auf Flugzeuge des Typs Airbus A319 und A321, die ausschließlich mit einer durchgehenden Business-Class-Kabine ausgestattet sind. Mit diesem Angebot wendet sich die Airline an gehobene Freizeitreisende. Das Vorhaben fügt sich in die wirtschaftspolitische Agenda „Vision 2030“ des Königreichs Saudi-Arabien ein, die eine verstärkte Ausrichtung auf den internationalen Tourismus und den Aufbau entsprechender Infrastrukturen vorsieht. Der Red Sea International Airport dient dabei als zentrales Drehkreuz für die Erschließung mehrerer neu errichteter Hotelanlagen an der Westküste des Landes.
Die staatliche Anschubfinanzierung und Unterstützung durch Programme wie das Air Connectivity Program spielen eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung dieser Flugverbindungen. Durch die direkte Anbindung europäischer Finanz- und Wirtschaftszentren wie Zürich und München sollen kaufkräftige Zielgruppen ohne Zwischenstopp in den Großflughäfen Riad oder Dschidda an ihr Reiseziel gelangen. Gleichzeitig stärkt die Vereinbarung die Position des Flughafens am Roten Meer im regionalen Wettbewerb um internationale Gäste.
Luftfahrtanalysten betrachten das Geschäftsmodell von Beond, das sich primär auf exklusive Urlaubsstrecken konzentriert, jedoch mit Skepsis. Die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen und Fördermitteln verdeutlicht, dass die Auslastung rein exklusiver Kabinenkonfigurationen auf Langstrecken ohne finanzielle Unterstützung betriebswirtschaftlich schwer abzusichern ist. Ob sich die Nachfrage auf den Strecken von München und Zürich auch außerhalb der saisonalen Spitzenzeiten dauerhaft auf einem rentablen Niveau hält, bleibt abzuwarten.