Die österreichische Tourismusbranche blickt mit Optimismus auf den Bergsommer. Dies wurde auf der Sommertagung 2025 der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“ in Tirol deutlich, zu der die Silvrettaseilbahn AG und die Hochzeiger Bergbahnen Pitztal AG einluden.
Über 90 Seilbahner sowie zahlreiche Vertreter der österreichischen Tourismuswirtschaft versammelten sich zu der zweitägigen Veranstaltung, um über Erfolgsfaktoren und die Weiterentwicklung des Bergsommertourismus zu beraten. Dabei wurde einmal mehr die zentrale Rolle der Seilbahnen als Motor für die Wertschöpfung in alpinen Regionen hervorgehoben. Eine aktuelle Gästebefragung belegt, daß ein qualifiziertes Bergbahnangebot für rund 40 Prozent der Sommerurlauber ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl ihrer Urlaubsregion darstellt.
Die Seilbahn als zentraler Erfolgsfaktor im alpinen Sommertourismus
Der Wandel der Alpenregionen von reinen Winterzielen zu ganzjährigen Tourismusdestinationen ist eine Entwicklung, die in Österreich maßgeblich von den Seilbahnbetreibern vorangetrieben wird. Die Sommertagung der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“ im Herzen Tirols bot eine Plattform, um diese Transformation zu beleuchten und zukünftige Strategien zu diskutieren. Franz Hörl, Obmann des Fachverbands der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, betonte mit Nachdruck: „Die Seilbahn ist längst kein reines Winterthema mehr. Im Gegenteil: Für den Sommertourismus in den Alpen ist sie ein zentraler Erfolgsfaktor – und häufig das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl der Urlaubsregion.“
Diese Aussage wird durch aktuelle Analysen und Gästebefragungen untermauert. Es zeigt sich, daß eine erhebliche Anzahl von Sommerurlaubern – rund 40 Prozent – eine andere Region für ihren Aufenthalt wählen würde, wenn es dort kein entsprechendes Bergbahnangebot gäbe. Dies verdeutlicht die immense Bedeutung der Seilbahnen nicht nur als Transportmittel, sondern als essentielle Infrastruktur, die den Zugang zu den Bergerlebnissen überhaupt erst ermöglicht. Ohne die komfortable Erschließung der alpinen Höhenlagen wären viele Angebote für die breite Masse der Touristen nicht zugänglich.
Gäste, die im Sommer die Annehmlichkeiten einer Seilbahn nutzen, zeichnen sich zudem durch ein höheres Ausgabeverhalten aus. Durchschnittlich geben diese Besucher pro Tag 172,80 Euro aus. Dieser Betrag verteilt sich auf verschiedene Bereiche der regionalen Wirtschaft: 78 Euro entfallen auf die Unterkunft, 24,20 Euro auf die Gastronomie, 20,60 Euro auf Mobilität abseits der Seilbahn, 12,10 Euro auf Einkäufe und 8,40 Euro auf den Sportartikelhandel. Der Erwerb des Seilbahntickets selbst macht dabei 11,60 Euro aus. Diese Zahlen unterstreichen die direkte und indirekte Wertschöpfung, die durch den Seilbahnbetrieb im Sommertourismus generiert wird. Darüber hinaus verweilen diese Gäste im Schnitt 7,3 Nächte in der Region und nutzen an durchschnittlich 4,7 Tagen eine Seilbahn, was auf eine intensive Nutzung der Angebote und eine längere Verweildauer hindeutet.
Erlebnisgarantie durch Qualitätssiegel: Die „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“
Die erfolgreiche Positionierung der österreichischen Alpenregionen als attraktive Sommerdestinationen ist eng verknüpft mit der Qualität und Vielfalt der angebotenen Bergerlebnisse. Das Gütesiegel „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Kornel Grundner, Sprecher dieser Initiative, betonte, daß moderne Sommergäste weit mehr als nur eine einfache Bergfahrt erwarten: „Sie suchen nach naturnahen Erlebnissen, Entschleunigung und inspirierender Unterhaltung. Das Gütesiegel Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen steht dabei für eine echte Erlebnisgarantie.“
Dieses Gütesiegel wird an Betriebe vergeben, die über 100 definierte Qualitätskriterien erfüllen und sich mit spezifischen thematischen Schwerpunkten positionieren. Dazu gehören Kategorien wie „Familie“, „Abenteuer“, „Genuss“, „Natur“ oder „Kultur“. Die thematische Spezialisierung ermöglicht es den Betrieben, ein klares Profil zu entwickeln und spezifische Zielgruppen anzusprechen. Alle drei Jahre erfolgt eine Rezertifizierung, was sicherstellt, daß die hohen Qualitätsstandards kontinuierlich eingehalten und weiterentwickelt werden. Dies macht das Gütesiegel zu einem verläßlichen Maßstab für hochwertige Sommererlebnisse am Berg und schafft Vertrauen bei den Gästen.
Im Rahmen der Sommertagung, die auch Besichtigungen der qualitätsgeprüften Bergerlebnisse in den Regionen Ischgl/Samnaun und Hochzeiger Pitztal umfaßte, tauschten sich Vertreter der 82 zertifizierten Mitgliedsbetriebe über Angebotsentwicklung, Erfolgskriterien und zukünftige Potenziale aus. Dieser regelmäßige Austausch fördert die Innovation und die gegenseitige Weiterentwicklung innerhalb des Netzwerks.
Vielfältige Angebote in den Gastgeberregionen: Ischgl/Samnaun und Hochzeiger Pitztal
Die Gastgeberregionen der diesjährigen Sommertagung, Ischgl/Samnaun und das Hochzeiger Pitztal, präsentierten exemplarisch die Bandbreite der Sommerangebote, mit denen Tirol im Sommer punkten will.
In Ischgl/Samnaun, eine Region, die traditionell stark vom Wintersport geprägt ist, wird der Sommerurlaub für jeden Gast individuell gestaltbar. Markus Walser und Günther Zangerl, Vorstände der Silvrettaseilbahn AG, die als Abenteuer- und Familienberg zertifiziert sind, hoben hervor: „In Ischgl erlebt jeder Gast den Sommerurlaub, den er sich wünscht – prall gefüllt mit Aktivitäten wie Wandern, Mountain- und E-Biken, Wellness und reichlich Genuss.“ Die Region hat es verstanden, ihre alpine Infrastruktur und landschaftliche Schönheit auch für den Sommertourismus zu nutzen und ein breites Spektrum an Aktivitäten anzubieten, das von sportlicher Betätigung bis zu erholsamen Momenten reicht.
Am Hochzeiger im Pitztal, der als Familienberg zertifiziert ist, dreht sich thematisch alles um die Zirbe, eine seltene Baumart, die für die Region prägend ist. Thomas Fleischhacker, Geschäftsführer der Hochzeiger Bergbahnen Pitztal AG, erläuterte das Konzept: „Spiel, Spaß und Wissenswertes rund um die seltene Baumart machen den Ausflug in den ZirbenPark Hochzeiger für alle Altersgruppen spannend. Wer noch mehr Abenteuer sucht, kann mit den Zirbencarts eine rasante Fahrt auf drei Rädern erleben oder sich auf den 11,5 km langen Single Trails beim Downhill-Biken austoben.“ Der Fokus auf ein spezifisches Naturthema in Kombination mit interaktiven Erlebnissen und sportlichen Angeboten macht den Hochzeiger zu einem attraktiven Ziel für Familien und Aktivurlauber.
Diese Beispiele zeigen, wie österreichische Seilbahnbetreiber durch innovative Angebotsentwicklung und thematische Spezialisierung den Sommertourismus neu beleben und auf die vielfältigen Erwartungen der Gäste eingehen.
Internationales Potential: Der Bergurlaub als Impulsgeber für die Wertschöpfung
Die Bedeutung des Bergurlaubs als Wirtschaftsfaktor reicht weit über die Grenzen der Alpenländer hinaus. Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, betonte die zentrale Rolle der Bergerlebnisse für das touristische Angebot Österreichs: „Sie vereinen beeindruckende Natur mit aktiver Erholung und sprechen eine qualitätsbewußte, naturverbundene Zielgruppe an.“ Sie präsentierte eindrucksvolle Zahlen, die das internationale Potential des Bergurlaubs unterstreichen: Aktuelle Analysen zeigen, daß heuer rund 43 Millionen Menschen in zehn europäischen Ländern einen Berg-, Wander- oder Mountainbike-Urlaub planen. Davon entfallen allein 13 Millionen auf Österreich, was die starke Position des Landes als bevorzugtes Ziel für alpinen Urlaub unterstreicht.
„Damit wird deutlich: Der Bergurlaub ist nicht nur beliebt, sondern auch ein starker Impulsgeber für die touristische Wertschöpfung“, so Steharnig-Staudinger. Sie hob hervor, daß Österreichs Seilbahnen dabei eine Schlüsselrolle einnehmen: „Sie erschließen alpine Räume komfortabel und sicher, schaffen Zugang zu ganzjährigen Naturerlebnissen und sind gleichzeitig Innovationsmotor für neue Angebote am Berg.“ Diese Einschätzung verdeutlicht, daß die Seilbahnen weit mehr sind als nur Transportmittel; sie sind integrale Bestandteile eines komplexen touristischen Ökosystems, das Erholung, Sport und Naturerlebnisse miteinander verbindet.
Die Tirol Werbung bekräftigt diese Strategie. Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, schloß die Sommertagung mit der Aussage ab: „Mit den Tiroler Sommerbergbahnen gelangen Gäste schnell und bequem ins alpine Erlebnis – ob zur Panoramawanderung, zum Familienausflug mit der Sommerrodelbahn oder zum Erlebnispark oder zum kulinarischen Genußmoment am Berg.“ Die rund 30 zertifizierten Seilbahnbetriebe in Tirol machen dieses vielfältige Angebot im Rahmen ihrer Sommerkampagne weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar, um Tirol als attraktive Sommerdestination noch stärker zu positionieren. Die synergetische Zusammenarbeit zwischen Seilbahnen, Tourismusverbänden und regionalen Anbietern ist entscheidend für den anhaltenden Erfolg des Sommertourismus in den Alpen. Die Sommertagung der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“ in Tirol hat die herausragende und wachsende Bedeutung der Seilbahnen für den alpinen Sommertourismus in Österreich eindrucksvoll bestätigt. Die Zahlen der Gästebefragung belegen, daß Seilbahnen ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl der Urlaubsregion sind und maßgeblich zur Wertschöpfung in den Tourismusregionen beitragen. Durch kontinuierliche Qualitätsentwicklung, thematische Spezialisierung und innovative Angebote wie in Ischgl/Samnaun und Hochzeiger Pitztal werden vielfältige und naturnahe Bergerlebnisse geschaffen, die eine qualitätsbewußte Zielgruppe ansprechen. Die starke Position Österreichs als Bergurlaubsziel in Europa und die Rolle der Seilbahnen als Erschließer alpiner Räume und Innovationsmotoren untermauern den Optimismus für einen florierenden Bergsommer.