Die Berliner Polizei verstärkt ihre technischen Kapazitäten zur Erkennung und Abwehr von unbemannten Luftfahrtsystemen massiv. Wie Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses mitteilte, sieht der Haushalt für die Jahre 2026 und 2027 Investitionen in Höhe von insgesamt 4,6 Millionen Euro vor.
Diese Mittel fließen in die Anschaffung modernster Detektionssysteme, technische Abwehrmaßnahmen sowie in die begleitende Forschung. Der Schritt wird mit einem wachsenden Gefahrenpotenzial begründet, das von Drohnen bei Großveranstaltungen wie Staatsbesuchen, politischen Demonstrationen oder Volksfesten ausgehen kann. Die geplanten Ausgaben decken zudem notwendige Softwareaktualisierungen ab, um mit der rasanten technischen Entwicklung im Drohnensektor Schritt zu halten.
Bereits im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2024 hatte die Hauptstadtpolizei in erste Abwehrsysteme investiert, die seither regelmäßig im Einsatz sind. Die neuen Investitionen sollen nun sicherstellen, dass die Sicherheitsbehörden über eine flächendeckende und technologisch aktuelle Infrastruktur verfügen. Dabei geht es primär um die Identifizierung unbefugter Flugobjekte in Flugverbotszonen sowie die technische Unterbindung potenziell gefährlicher Flugmanöver. Neben der Polizei sollen auch die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr durch die neuen Mittel gestärkt werden, wobei der Fokus auf der Sicherung des öffentlichen Raums vor Bedrohungen aus der Luft liegt.
Zusätzliche Marktanalysen und Hintergrundberichte verdeutlichen, dass Berlin damit einem weltweiten Trend folgt, bei dem Metropolen verstärkt auf elektronische Schutzschirme setzen. Die eingesetzte Technik basiert häufig auf einer Kombination aus Funkfrequenz-Scannern, optischen Sensoren und Störsendern, sogenannten Jammern, die die Steuersignale illegaler Drohnen unterbrechen können. Da Drohnen zunehmend billiger und leistungsfähiger werden, hat sich die Überwachung des Luftraums über sensiblen Zonen wie dem Regierungsviertel zu einer dauerhaften Aufgabe der Inneren Sicherheit entwickelt. Die Berliner Pläne umfassen daher auch die Erprobung neuer Abfangmechanismen, die ohne physische Zerstörung der Fluggeräte auskommen.
Die strategische Aufrüstung wird von Experten als notwendige Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage eingestuft. Während Drohnen früher vor allem für die Überwachung und Filmaufnahmen genutzt wurden, sieht die Polizei heute auch das Risiko des Transports von gefährlichen Substanzen oder Gegenständen. Durch die nun bereitgestellten Millionenbeträge soll die Berliner Polizei in die Lage versetzt werden, proaktiv auf technologische Innovationen der Hersteller zu reagieren. Die kontinuierliche Forschung am Standort Berlin soll zudem dazu beitragen, Fehlalarme durch autorisierte Drohnenflüge, etwa von Rettungskräften oder Medien, zu minimieren und die Präzision der Abwehrsysteme im dichten städtischen Umfeld weiter zu optimieren.