de Havilland Dash 8-400 (Foto: Olga Ernst).
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Betrieb der Dash 8-200 verlängert: Icelandair revidiert Ausflottungspläne nach staatlichen Zusagen

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Die isländische Fluggesellschaft Icelandair hat ihre ursprünglichen Pläne verworfen, die Turboprop-Maschinen des Typs De Havilland Canada Dash 8-200 im Laufe des Jahres 2026 vollständig außer Dienst zu stellen.

Ausschlaggebend für diesen Kurswechsel ist der Abschluss neuer, staatlich subventionierter Verträge für den Betrieb wichtiger Inlandsverbindungen. Die staatliche Unterstützung sichert künftig die finanzielle Tragfähigkeit der verlängerten Flugbuche auf den Routen vom Flughafen Reykjavík nach Ísafjörður im Nordwesten des Landes sowie nach Höfn im Südosten. Ohne diese Fördergelder galt der Weiterbetrieb der kleinen Regionalflugzeuge aufgrund hoher Wartungs- und Treibstoffkosten als unwirtschaftlich.

Besonders die Verbindung nach Ísafjörður nimmt im isländischen Verkehrsnetz eine Sonderrolle ein. Die Region der Westfjorde ist geografisch stark isoliert und in den Wintermonaten über den Landweg oft tagelang nicht erreichbar. Icelandair hebt hervor, dass die Flugverbindung für die medizinische Versorgung, den lokalen Handel und die Anbindung an das internationale Streckennetz über das Drehkreuz Keflavík essenziell bleibt. Die Dash 8-200 eignet sich aufgrund ihrer Kurzstarteigenschaften und der Fähigkeit, auf kurzen, anspruchsvollen Schotterpisten bei schwierigen arktischen Wetterverhältnissen zu landen, besonders gut für diese anspruchsvollen Inlandsplätze.

Branchenbeobachter bewerten die Entscheidung dennoch ambivalent. Einerseits sichert die Aufrechterhaltung der Flüge die Grundversorgung der abgelegenen Gemeinden und verhindert eine vollständige Isolation. Andererseits verdeutlicht der Schritt die dauerhafte Abhängigkeit des isländischen Regionalverkehrs von staatlichen Subventionen. Die Dash 8-200 ist ein Auslaufmodell, dessen Ersatzteilbeschaffung und Instandhaltung mit zunehmendem Alter der Flugzeuge immer aufwendiger und kostenintensiver wird. Die Aufschiebung der Ausflottung verschafft der Fluggesellschaft und der isländischen Regierung zwar Zeit, löst jedoch nicht das langfristige Problem einer modernen, wirtschaftlichen Nachfolgelösung für den extremen isländischen Regionalluftverkehr.

Zudem wirft die Entscheidung Fragen zur künftigen Flottenstruktur der Fluggesellschaft auf. Icelandair konzentriert sich im internationalen Geschäft verstärkt auf die Vereinheitlichung ihrer Flotte mit modernen Mittelstreckenjets. Die Beibehaltung einer Kleinstflotte älterer Turboprops erfordert den parallelen Erhalt von speziellem Wartungspersonal, Pilotenlizenzen und Ersatzteillagern am Inlandsflughafen Reykjavík. Ob die staatlichen Zuschüsse diese strukturellen Mehrkosten auf Dauer vollständig decken können oder ob das Inlandsnetz auch in Zukunft ein finanzieller Risikofaktor für die Fluggesellschaft bleibt, hängt maßgeblich von den künftigen Förderstrukturen der isländischen Verkehrspolitik ab.

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