In der OMV-Raffinerie Schwechat nahe Wien kam es am Dienstagvormittag zu einer unerwarteten Betriebsstörung in der petrochemischen Anlage. Infolge des Ausfalls wurde als umgehende Sicherheitsmaßnahme der sogenannte Hochfackelbetrieb eingeleitet, bei dem überschüssige Gase kontrolliert verbrannt werden. Die OMV bestätigte den Vorfall und gab an, intensiv an der Wiederaufnahme des regulären Betriebs zu arbeiten.
Der Anblick der ungewöhnlich hohen Flammen an den Hochfackeln hatte in der Bevölkerung und bei Passanten Besorgnis ausgelöst und zu einem Großalarm der Feuerwehr geführt. Ein Sprecher der Feuerwehr stellte jedoch später klar, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, da die beobachteten Flammen auf das routinemäßige Abfackeln im Rahmen des Hochfackelbetriebs zurückzuführen seien. Der Flugverkehr am nahegelegenen Flughafen Wien-Schwechat war durch die Betriebsstörung nicht beeinträchtigt.
Die Raffinerie Schwechat ist mit einer Verarbeitungskapazität von 9,6 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr die größte Raffinerie der OMV. Neben verschiedenen Kraftstoffen produziert das Werk auch Kerosin, welches über eine Pipeline direkt zum Flughafen transportiert wird. Der Hochfackelbetrieb ist eine gängige Sicherheitsmaßnahme in Raffinerien, um bei Betriebsstörungen oder Druckschwankungen einen unkontrollierten Austritt von Gasen zu verhindern.
Die Ursache der Betriebsstörung in der petrochemischen Anlage war zunächst nicht bekannt. Die OMV gab an, mit Hochdruck an der Behebung des Problems zu arbeiten, um den regulären Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung wurden zunächst nicht gemeldet, jedoch könnten längere Ausfallzeiten in der petrochemischen Anlage potenziell Folgen für die Produktion bestimmter chemischer Grundstoffe haben.