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Bieterwettstreit um die portugiesische Staatsairline TAP Air Portugal

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Die portugiesische Regierung bereitet den Teilverkauf der staatlichen Fluggesellschaft TAP Air Portugal vor. Nach jahrelangen finanziellen Belastungen für den Staatshaushalt steht das Verkaufsverfahren für ein Minderheitspaket von 44,9 Prozent vor dem Abschluss.

Die beiden führenden europäischen Luftfahrtkonzerne, die Deutsche Lufthansa und die französisch-niederländische Air France-KLM, haben nach Nachforderungen der Regierung in Lissabon ihre Kaufangebote nachgebessert. Beide Offerten überschreiten mittlerweile die Schwelle von einer Milliarde Euro. Eine Entscheidung des portugiesischen Kabinetts über den Zuschlag wird für Mitte Oktober 2026 erwartet.

Chronologie einer staatlichen Rettung und Restrukturierung

Die Fluggesellschaft TAP Air Portugal belastet die öffentlichen Finanzen Portugals seit geraumer Zeit erheblich. Nach Berechnungen von Finanzanalysten und Berichten portugiesischer Wirtschaftsmedien flossen in den vergangenen Jahren rund 3,3 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen und Re kapitalisierungsmaßnahmen in das Unternehmen. Der portugiesische Ministerpräsident Luis Montenegro begründete den erneut angesetzten Privatisierungsschritt im Jahr 2025 mit dem Ziel, die laufende staatliche Finanzierung des Beförderungsunternehmens dauerhaft zu beenden.

Der Verkaufsplan sieht vor, dass der Staat Portugal mit einer Quote von 50,1 Prozent die Mehrheit an der Airline behält. Neben dem zum Verkauf stehenden Paket von 44,9 Prozent für einen internationalen Partner sind 5,0 Prozent der Anteile für die Beschäftigten des Unternehmens reserviert. Es handelt sich nicht um den ersten Versuch, TAP in private Hände zu übergeben. Bereits im Jahr 2015 hatte Portugal die Mehrheit an ein privates Konsortium veräußert. Im Zuge der Verwerfungen während der weltweiten Luftfahrtkrise im Rahmen der Covid-19-Pandemie übernahm der Staat die Anteile jedoch wieder vollständig, um die Pleite der Fluggesellschaft abzuwenden. Bereits im Jahr 2019 hatte die Lufthansa gemeinsam mit der US-Fluggesellschaft United Airlines eine Übernahme der portugiesischen Airline geprüft, das Vorhaben damals jedoch nicht weiterverfolgt.

Bietergefecht der europäischen Marktführer

Am 29. Juli 2026 hatten die Lufthansa Group und Air France-KLM ihre ersten verbindlichen Angebote in Lissabon eingereicht. Da die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen der Entwürfe eng beieinanderlagen, forderte die staatliche Holdinggesellschaft Parpública beide Bieter zu Nachbesserungen auf. Ende September 2026 legten die Konzerne überarbeitete Offerten vor.

Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge bewerten beide Bietaggressoren das zum Verkauf stehende Paket mit mehr als einer Milliarde Euro. Neben der Barzahlung bieten beide Konzerne der portugiesischen Regierung weitere finanzielle Anreize für eine langfristige Zusammenarbeit an. Dazu gehört die Option, dem portugiesischen Staat bei einem künftigen Ausbau der Beteiligung eigene Konzernaktien zu überlassen. Während Air France-KLM diesen Mechanismus bereits in einer früheren Verhandlungsphase ins Spiel gebracht hatte, zog die Lufthansa mit einem analogen Angebot nach.

Bedeutung des Drehkreuzes Lissabon für den Südamerika-Verkehr

Das ausgeprägte Interesse der beiden europäischen Großkonzerne begründet sich vor allem in der geografischen Lage des Drehkreuzes Lissabon und dem Streckennetz von TAP Air Portugal. Die Airline verfügt über eine starke Marktposition bei Verbindungen zwischen Europa und Südamerika, insbesondere nach Brasilien, sowie zu mehreren Destinationen auf dem afrikanischen Kontinent.

Sowohl für Lufthansa als auch für Air France-KLM stellt diese Infrastruktur ein Element zur Abdeckung von Langstreckenverbindungen dar, die von den bisherigen Drehkreuzen in Frankfurt, München, Paris und Amsterdam nur eingeschränkt bedient werden können. Über das Autobahn- und Schienennetz sowie die bestehenden Terminalkapazitäten in Lissabon sichert der Erwerb der Anteile den Zugang zu gewachsenen Passagierströmen im südatlantischen Flugverkehr.

Kritische Aspekte und offene Bedingungen

Trotz der hohen Gebote ist die geplante Teilprivatisierung von politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten begleitet. Kritiker in Portugal verweisen auf die verbleibende Mehrheit des Staates, die dem künftigen Partner operative Grenzen setzen könnte. Die Verpflichtung, das Hauptdrehkreuz in Lissabon zu erhalten und dortige Arbeitsplätze zu sichern, schränkt den handlungsspielraum potenzieller Investoren ein.

Darüber hinaus stehen die künftigen Eigentümer vor der Aufgabe, die Effizienz der Airline zu steigern und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung dauerhaft zu beenden. Sollte der Zuschlag Mitte Oktober 2026 erteilt werden, stehen im Anschluss noch die Prüfungen der europäischen Wettbewerbsbehörden aus. Diese wachen darüber, ob durch den Zusammenschluss marktbeherrschende Stellungen auf einzelnen Transatlantikrouten entstehen.

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