Die US-amerikanische Fluggesellschaft Jetblue Airways hat für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen bereinigten Verlust von 66 US-Cent je Aktie ausgewiesen. Im Vorjahreszeitraum lag der Verlust noch bei 21 US-Cent.
Hauptursache für die Eintrübung des Ergebnisses war eine drastische Steigerung der Kerosinkosten infolge des militärischen Konflikts im Nahen Osten. Der durchschnittliche Preis für Flugzeugtreibstoff kletterte auf 4,23 US-Dollar pro Gallone, was einem Zuwachs von etwa 76 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht.
Trotz der deutlichen finanziellen Einbußen stiegen die Gesamteinnahmen der Fluggesellschaft im Berichtsquartal um 14,5 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Höhere Ticketeinnahmen und eine solide Nachfrage im Passagierverkehr ermöglichten es der Airline, knapp die Hälfte der angefallenen Treibstoffmehrkosten über den Markt aufzufangen. Neben den gestiegenen Kerosinpreisen belasten jedoch auch gestiegene Personalkosten nach neuen Tarifabschlüssen sowie höhere Gebühren für die Flughafeninfrastruktur die operative Marge des Unternehmens.
Die Finanzergebnisse stehen im Kontext laufender operativer Restrukturierungen bei der New Yorker Fluggesellschaft. Nach dem gerichtlich blockierten Fusionsversuch mit Spirit Airlines und dem Aus der Kooperation mit American Airlines versucht Jetblue, seine Rentabilität durch den Umbau des Streckennetzes und die Fokussierung auf margenstarke Freizeit- und Premiumrouten zu stabilisieren. Ergänzend dazu setzt das Management Sparmaßnahmen bei den betrieblichen Aufwendungen um und verzögert die Übernahme einzelner Neufahrzeuge, um den Liquiditätsbedarf gering zu halten.
Luftfahrtanalysten bewerten die Ausgangslage der Fluggesellschaft verhalten. Die hohe Empfindlichkeit gegenüber Treibstoffpreisschwankungen und die starke Konkurrenz durch große US-Netzwerkcarrier erschweren die nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone. Der Erfolg der laufenden Anpassungen im Flugplan hängt maßgeblich davon ab, inwieweit das Unternehmen die Ticketpreise auf den Hauptstrecken stabil halten kann, ohne Marktanteile an Mitbewerber zu verlieren.