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Biman Bangladesh Airlines: Ein Aufruf zur Stabilität trotz Reformvorschlägen der Regierung

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Die Debatte um die Zukunft von Biman Bangladesh Airlines, der nationalen Fluggesellschaft Bangladeschs, hat kürzlich eine neue Wendung genommen. Angesichts der Empfehlungen einer Regierungskommission zur Aufspaltung der Airline meldete sich der Vorsitzende von Biman, Abdul Muyeed Chowdhury, zu Wort.

In einer Stellungnahme am 6. Februar 2025, die auf einer Veranstaltung in einem Hangar in Dhaka abgegeben wurde, widersprach Chowdhury den Vorschlägen der „Economic Strategy Realignment Taskforce“ und bezeichnete die Idee einer Aufspaltung als „unlogisch“. Der Vorsitzende betonte, dass Biman derzeit keine Probleme habe und die Airline weiterhin auf einem stabilen Kurs sei. Diese Aussagen kamen, nachdem die Taskforce, die mit der Reform von Staatsunternehmen beauftragt wurde, Biman als „wertlos“ bezeichnet hatte und eine Aufspaltung der Fluggesellschaft in zwei Teile empfahl.

Biman Bangladesh Airlines im Aufwind

Die jüngsten Aussagen des Biman-Vorsitzenden fallen in eine Zeit, in der die staatliche Fluggesellschaft Erfolge in ihrer Betriebsführung vorweisen kann. Chowdhury, der im August 2024 als Vorsitzender der Airline eingesetzt wurde, hob hervor, dass Biman unter seiner Führung inzwischen in der Lage ist, sogenannte C-Checks in eigener Regie durchzuführen, anstatt diese auf externe Dienstleister auszulagern. C-Checks sind gründliche Wartungsinspektionen, die regelmäßig an Flugzeugen durchgeführt werden, um ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Chowdhury betonte, dass diese Entscheidung „Millionen gespart“ habe und zeigte sich zuversichtlich, dass Biman in der Lage ist, auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten.

„Dies war nur möglich, weil alle bei Biman zusammengearbeitet haben. Wie könnte das passieren, wenn Biman nicht gut arbeitet?“, fragte Chowdhury rhetorisch und widersprach damit den negativen Bewertungen, die von der Taskforce ausgesprochen wurden. Die positive Entwicklung von Biman, die unter Chowdhurys Vorsitz besonders in den letzten Monaten sichtbar wurde, führt zu einem anhaltend positiven wirtschaftlichen Ergebnis. So meldete die Airline für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Nettogewinn von 2,82 Milliarden Taka (rund 23 Millionen US-Dollar) bei Einnahmen von 105,75 Milliarden Taka (etwa 865 Millionen US-Dollar).

Die Empfehlung der Taskforce und die Reaktion der Regierung

Die „Economic Strategy Realignment Taskforce“, die unter der Leitung von Wahiduddin Mahmud steht, hat sich in der Vergangenheit immer wieder zu den Reformen staatlicher Unternehmen geäußert. In Bezug auf Biman wurde die Airline von Mahmud als „wertlos“ bezeichnet, was zu einer breiten öffentlichen Diskussion führte. Die Taskforce empfahl die Aufspaltung der Airline in zwei separate Einheiten: Eine davon sollte an einen „weltklasse“ internationalen Betreiber verkauft werden, während der Rest der Airline in staatlicher Hand bleiben würde. Auf diese Weise sollte geprüft werden, welches Modell am erfolgreichsten ist, bevor langfristige Reformentscheidungen getroffen werden.

Doch Chowdhury widersprach dieser Einschätzung entschieden. Er argumentierte, dass Biman unter der aktuellen Führung und mit der Unterstützung der Mitarbeiter in einer stabilen und sogar aufstrebenden Position sei. Die Airline hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht und die Integration moderner Wartungstechnologien wie der C-Check-Durchführung im eigenen Haus unterstreicht diesen Erfolg. „Es gibt keine logische Grundlage für eine Aufspaltung. Die Airline funktioniert gut, und es gibt keinen dringenden Bedarf für drastische Veränderungen“, sagte Chowdhury.

Die Frage nach der Zukunft der Airline

Trotz des positiven finanziellen Ergebnisses und der operativen Verbesserungen bleibt die Frage nach der langfristigen Zukunft von Biman Bangladesh Airlines ungelöst. Die Regierung scheint weiterhin an den Empfehlungen der Taskforce interessiert zu sein, während der Vorsitzende der Airline auf eine Stabilisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen setzt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Diskussion weiterentwickelt. Die Biman Bangladesh Airlines hat in den letzten Jahren versucht, ihre Stellung als nationale Fluggesellschaft zu stärken, insbesondere in einer Region, in der die Konkurrenz unter den Fluggesellschaften stetig wächst. Die Airline hat sowohl im Inland als auch international wichtige Märkte bedient und einen positiven Trend in ihrer Rentabilität verzeichnet. Sollte es jedoch zu einer Aufspaltung kommen, könnte dies tiefgreifende Auswirkungen auf die Zukunft der Fluggesellschaft und ihre Angestellten haben.

Der Blick in die Zukunft: Reform oder Konsolidierung?

Die Fragen rund um die Zukunft von Biman Bangladesh Airlines spiegeln auch eine breitere Diskussion über die Reform von Staatsunternehmen in Bangladesch wider. Es geht nicht nur um die Frage, wie die Airline in Zukunft geführt wird, sondern auch darum, wie der Staat mit seinen Unternehmen in einer zunehmend globalisierten und wettbewerbsorientierten Welt umgehen möchte. Die Rolle des Staates als Betreiber und Investor in der Luftfahrtbranche steht zur Debatte, ebenso wie die Frage, inwieweit internationale Partner in den Markt eintreten sollten.

Die jüngste Geschichte der Airline zeigt jedoch, dass Biman nicht nur finanziell wächst, sondern auch operational immer besser wird. Die Herausforderungen, vor denen die Fluggesellschaft in Zukunft stehen könnte, müssen daher nicht zwangsläufig zu einer Aufspaltung führen. Vielmehr könnte die Stabilisierung der bestehenden Strukturen und eine schrittweise Modernisierung des Unternehmens den Weg für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft ebnen.

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