Die Fluggesellschaft Biman Bangladesh Airlines hat weitreichende Pläne zur Modernisierung und Erweiterung ihrer Flotte bekannt gegeben. Der Vorstand des Unternehmens genehmigte am 30. Dezember 2025 die Absichtserklärung zum Erwerb von 14 zusätzlichen Flugzeugen des US-Herstellers Boeing. Das Paket umfasst zwei Maschinen vom Typ Boeing 787-9, acht der größeren Variante Boeing 787-10 sowie vier Kurz- und Mittelstreckenjets des Typs Boeing 737 Max 8. Diese Entscheidung markiert den Beginn formaler Preisverhandlungen und technischer Abstimmungen. Finanzielle oder rechtliche Verpflichtungen entstehen erst mit der Unterzeichnung der endgültigen Kaufverträge, die für das laufende Jahr 2026 erwartet werden.
Dieser geplante Zuwachs ist Teil eines umfassenderen Handelsabkommens zwischen Bangladesch und den Vereinigten Staaten. Im Rahmen von Verhandlungen über gegenseitige Zolltarife verpflichtete sich die Regierung in Dhaka bereits im Vorfeld zum Erwerb von bis zu 25 Boeing-Flugzeugen. Mit dem Ausbau der Kapazitäten verfolgt Biman Bangladesh das Ziel, den Marktanteil gegenüber ausländischen Fluggesellschaften massiv zu erhöhen. Aktuell halten heimische Carrier lediglich etwa 25 Prozent des internationalen Verkehrsaufkommens in Bangladesch. Die neuen Langstreckenmaschinen sollen es der Fluggesellschaft ermöglichen, die Präsenz auf lukrativen Routen nach Europa, Nordamerika und in den Nahen Osten zu verstärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Zusätzliche Branchenanalysen weisen darauf hin, dass die Entscheidung für Boeing eine Herausforderung für den europäischen Konkurrenten Airbus darstellt. Zwar gab es bereits im Jahr 2023 Absichtserklärungen über den Kauf von zehn Airbus A350, darunter auch Frachtmaschinen, doch der Status dieser Verhandlungen bleibt angesichts der jüngsten Boeing-Offensive unklar. Biman Bangladesh betreibt derzeit eine Flotte von 19 Flugzeugen, von denen 14 bereits von Boeing stammen, ergänzt durch fünf Regionalmaschinen des Typs De Havilland Canada Dash 8-400. Die technologische Vereinheitlichung der Flotte verspricht Vorteile bei der Wartung und der Ausbildung des fliegenden Personals, während gleichzeitig politische Handelsinteressen gewahrt bleiben.
Parallel zum Flottenausbau arbeitet Biman an der Wiederaufnahme strategisch wichtiger Langstreckenziele. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Rückkehr zum Flughafen New York JFK, die sich in der Vergangenheit aufgrund von Sicherheitszertifizierungen und logistischen Hürden mehrfach verzögert hatte. Mit der Indienststellung der neuen Dreamliner-Modelle wird auch eine Frequenzerhöhung auf bestehenden Routen wie London-Heathrow, Toronto und Manchester angestrebt. Die Fluggesellschaft, die 1972 gegründet wurde und sich vollständig im Staatsbesitz befindet, muss dabei jedoch auch interne Reformen vorantreiben, um Vorwürfe von Missmanagement zu entkräften und die operative Effizienz an internationale Standards anzugleichen.