Bei der Landung einer Boeing 737 Max 8-200 der Fluggesellschaft Ryanair auf dem Flughafen Dublin ist es am 10. September 2026 zu einem kritischen Flugmanöver gekommen.
Das Verkehrsflugzeug mit dem Kennzeichen EI-ILA befand sich als Flug FR9457 auf dem Weg von Bologna nach Dublin, als die Maschine in der Endphase des Anflugs in starke Schräglage geriet. Videoaufnahmen des Vorfalls dokumentieren, dass das rechte Winglet der Tragflächenspitze während des Aussetzens nur einen minimalen Abstand zur Oberfläche der Start- und Landebahn aufwies. Eine unmittelbare Berührung mit dem Asphalt konnte verhindert werden.
Die betroffene Variante Boeing 737 Max 8-200 verfügt über eine im Vergleich zur Standardversion erhöhte Sitzplatzkapazität und ist an den Flügelenden mit markanten Split-Scimitar-Winglets ausgestattet. Solche Bauformen vergrößern den vertikalen Abstand zur Pistenoberfläche bei extremen Querneigungen (Bank Angle), was bei starken Scherwinden oder Böen im Endanflug das Risiko eines Bodenkontakts der Tragflächenspitze (Wingstrike) erhöht. Das Flugzeug setzte den Ausrollvorgang nach der kritischen Phase ohne weitere Zwischenfälle fort und rollte eigenständig an die zugewiesene Parkposition am Terminal.
„Bei der Landung in Dublin (10. September) kam es beim Ryanair-Flug FR9457 von Bologna zu einer geringfügigen Berührung der Flügelspitze. Das Flugzeug landete sicher und alle Passagiere verließen das Flugzeug wie gewohnt. Unsere Ingenieure haben die Flügelspitze repariert, und das Flugzeug ist seitdem wieder im Einsatz (11. September)“, erklärt ein Ryanair-Sprecher.
Nach dem Vorfall leiteten die irische Flugsicherheitsbehörde Air Accident Investigation Unit (AAIU) sowie die Betriebsabteilung der Fluggesellschaft Untersuchungen ein, um die Ursachen des Anflugverlaufs zu analysieren. Im Fokus stehen dabei die meteorologischen Bedingungen zum Landezeitpunkt am Flughafen Dublin, insbesondere das Auftreten von Seitenwinden, sowie die Reaktionen der Flugbesatzung beim Abfangen der Maschine. Nach der technischen Inspektion des Flugzeugs auf eventuelle strukturelle Beschädigungen konnte die Boeing nach bisherigen Erkenntnissen ohne Feststellung äußerer Schäden für den Weiterbetrieb freigegeben werden.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass Instabilitäten in der finalen Anflugphase bei schwierigen Wetterlagen ein bekanntes Risiko darstellen. In solchen Situationen sieht das Standardverfahren der Fluggesellschaften grundsätzlich die Durchführung eines Fehlanflugs (Go-Around) vor, um das Flugzeug durch ein Durchstartmanöver sicher neu auszurichten. Die Untersuchung muss nun klären, ob die Entscheidung der Besatzung zur Fortsetzung der Landung trotz der ausgeprägten Schräglage den betrieblichen Sicherheitsvorgaben entsprach oder ob ein Durchstarten die angemessenere Maßnahme gewesen wäre.