Eine Großraummaschine des Typs Boeing 747-8 der Deutschen Lufthansa hat am Samstag, dem 10. Oktober 2026, am Los Angeles International Airport (LAX) einen Landeversuch im späten Endanflug abgebrochen.
Der Flug LH456, gestartet am Flughafen Frankfurt am Main, befand sich auf der Piste 24R, als das Hauptfahrwerk des Flugzeugs mit der Registrierung D-ABYK kurz auf der Landebahn aufsetzte. Die Cockpitbesatzung entschied sich unmittelbar darauf für ein Durchstartmanöver (Go-Around) und brachte die Maschine wieder in den Steigflug.
Videoaufnahmen des Vorfalls, die über Live-Stream-Plattformen und soziale Medien verbreitet wurden, zeigen den steilen Anstellwinkel des Flugzeugs beim Einleiten des Fehlansatzes. Durch das rasche Hochziehen des Rumpfes geriet das Heck des Langstreckenjets vorübergehend nahe an die Pistenoberfläche. Eine Überprüfung bestätigte im Nachgang, dass es zu keiner Berührung des Hecks mit dem Boden (Tailstrike) kam und die Sicherheitsmargen eingehalten wurden. Das Flugzeug drehte eine Platzrunde über dem Pazifik und landete rund 15 Minuten später ohne weitere Zwischenfälle in Los Angeles.
Durchstartmanöver gehören im zivilen Luftverkehr zu den standardisierten Sicherheitsverfahren und werden durchgeführt, sobald der Anflug im Endsegment nicht vollständig stabil verläuft oder plötzliche Scherwinde auftreten. Bereits im April 2024 war es auf demselben Lufthansa-Kurs nach einem unruhigen Anflug zu einem ähnlichen Fehlanflug gekommen. Branchenbeobachter und Flugsicherheitsexperten betonen, dass die Entscheidung der Besatzung zum Abbruch der Landung in schwierigen Phasen der Regelfall ist, um Risiken bei der Aufsetzphase präventiv zu vermeiden.