Salt Lake City Boeing Office (Foto: Boeing).
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Boeing-Chef setzt auf US-Regierung für Großaufträge aus China

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Der US-Flugzeugbauer Boeing blickt hoffnungsvoll auf die politische Ebene, um den langjährigen Stillstand im China-Geschäft zu beenden. Konzernchef Kelly Ortberg betonte jüngst, dass signifikante Aufträge aus der Volksrepublik ohne direkte Unterstützung durch die Trump-Regierung kurzfristig kaum realisierbar seien.

Im Fokus steht dabei ein potenzieller Megadeal über rund 500 Flugzeuge des Typs 737 Max sowie mehrere Dutzend Großraummaschinen. Es wäre die erste bedeutende Bestellung aus China seit dem Jahr 2017. Ein geplanter Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im Mai gilt als entscheidender Termin für einen möglichen Durchbruch, nachdem das Treffen aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran verschoben werden musste.

Um die Bedenken chinesischer Fluggesellschaften auszuräumen, hat Boeing bereits technische Vereinbarungen getroffen. Ein kritischer Punkt war bisher der gesicherte Zugang zu Ersatzteilen und Triebwerkskomponenten, da US-Präsident Trump zuvor gedroht hatte, diese Lieferketten im Zuge des Handelsstreits zu unterbrechen. Ortberg erklärte, man habe hierfür eine „gute Lösung“ gefunden, um die Einsatzbereitschaft der chinesischen Flotten langfristig zu garantieren. Während die diplomatischen Gespräche laufen, verzeichnet Boeing eine positive finanzielle Entwicklung: Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 22,2 Milliarden US-Dollar, was vor allem auf eine Stabilisierung der Produktionsprozesse zurückzuführen ist.

Parallel zur politischen Flankierung forciert Boeing die Ausweitung seiner Kapazitäten. Die monatliche Produktionsrate der 737-Max-Reihe soll im Werk Renton bereits diesen Sommer von 42 auf 47 Maschinen angehoben werden. Zusätzlich bereitet der Hersteller die Inbetriebnahme der sogenannten „North Line“ in Everett vor. Diese neue Fertigungslinie soll nach der erforderlichen Zertifizierung durch die Luftfahrtbehörde FAA Anfang 2027 vollumfänglich zur Gesamtproduktion beitragen, mit dem Ziel, eine Rate von 52 Flugzeugen pro Monat zu erreichen. Ein Schwerpunkt dieser neuen Linie wird die Produktion der Variante 737 Max 10 sein, deren offizielle Zertifizierung für Ende 2026 erwartet wird.

Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sieht der Konzern derzeit keine unmittelbare Gefahr für seine weltweiten Auslieferungsziele. Der Iran-Krieg hat laut Ortberg bisher zu keinen nennenswerten Stornierungen oder Verschiebungen durch Kunden geführt. Der enorme Auftragsbestand von rekordverdächtigen 695 Milliarden US-Dollar puffert regionale Schwankungen ab. Sollten Slots im Nahen Osten freiwerden, stünden Kunden aus anderen Weltregionen bereits bereit, diese Kapazitäten kurzfristig zu übernehmen. Damit bleibt der strategische Fokus von Boeing klar auf der Hochlaufkurve in den USA und der Wiedereröffnung des chinesischen Marktes unter neuer politischer Führung.

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