Boeing 777X (Foto: Boeing.
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Boeing unter Druck: Streik und Produktionsprobleme prägen den November 2024

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Der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing befindet sich weiterhin in einer angespannten Lage, nachdem ein siebennöchiger Arbeitskampf die Produktion und Auslieferung maßgeblich beeinträchtigt hat. Die jüngst veröffentlichten Zahlen für November 2024 zeigen deutlich die Nachwirkungen des Konflikts, der nicht nur die Produktionslinien lahmlegte, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens weiter unter Druck setzte. Mit nur 13 ausgelieferten Flugzeugen im November liegt Boeing deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, als noch 56 Maschinen an Kunden übergeben wurden.

Der Arbeitskampf begann Anfang Oktober 2024, als rund 33.000 Beschäftigte an verschiedenen Standorten Boeings ihre Arbeit niederlegten. Der Streik, ausgelöst durch Unstimmigkeiten über Gehälter und drohende Stellenkürzungen, brachte die Produktion in den Werken für die Modelle 737 MAX, 767, 777 und 777X vollständig zum Erliegen. Erst Anfang November wurde eine Einigung mit den Gewerkschaften erzielt, die jedoch nicht ohne Folgen blieb. Kurz darauf kündigte Boeing die Entlassung von mehreren Hundert Beschäftigten an, darunter mehr als 2.000 Mitarbeiter in Washington und 700 in Missouri.

Trotz der Beilegung des Konflikts blieb die Produktion im November weit hinter den Erwartungen zurück. So lieferte Boeing lediglich neun 737 MAX, zwei 777-Frachter und zwei 787-9 aus. Im Vergleich dazu waren es im Oktober 14 Flugzeuge – eine ohnehin niedrige Zahl im Vergleich zu den Produktionszielen des Unternehmens.

Qualitäts- und Sicherheitsprobleme belasten die Produktion

Die Einschränkungen bei der Produktionsrate wurden bereits Anfang des Jahres durch erhebliche Sicherheits- und Qualitätsmängel bei der 737 MAX 9 verschärft. Diese Probleme, die bei Alaska Airlines auftraten, veranlaßten die US-Aufsichtsbehörden, die Fertigung streng zu überwachen. Obwohl Boeing geplant hatte, die Produktionsrate der 737-Reihe auf 38 Einheiten pro Monat zu erhöhen, konnte dieses Ziel im November nicht ansatzweise erreicht werden.

Das Unternehmen betonte jedoch, daß es bei der Wiederaufnahme der Produktion einen vorsichtigen Ansatz verfolge und der Qualität sowie der Schulung der Mitarbeiter höchste Priorität einräume. „Sicherheit und Qualität stehen an erster Stelle“, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Dieser Ansatz spiegelte sich auch in den niedrigen Auslieferungszahlen wider.

Lieferkettenprobleme und schwächelnde Großraumflugzeugproduktion

Die Produktion des Boeing 787 in Charleston, South Carolina, blieb von dem Streik unberührt. Dennoch konnte das Unternehmen im November nur zwei dieser Großraumflugzeuge ausliefern. Grund dafür sind anhaltende Lieferkettenengpässe, die Boeing seit Beginn des Jahres 2024 zu schaffen machen. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur die 787-Produktion, sondern auch die Wiederaufnahme der Fertigung der Modelle 767, 777 und 777X, die laut Boeing in den kommenden Tagen in Everett wieder beginnen soll.

Auftragslage: Licht und Schatten

Neben den Produktionsproblemen blieb auch die Auftragslage durchwachsen. Im November meldete Boeing 49 Bruttobestellungen, darunter 34 737 MAX-Jets. Gleichzeitig gab es jedoch 14 Stornierungen, darunter eine besonders schwerwiegende: Die europäische Airline-Gruppe TUI annullierte ihre Bestellung von 14 737 MAX-Jets und entschied sich stattdessen, diese Flugzeuge von BOC Aviation zu leasen. Diese Entscheidung stellt einen empfindlichen Rückschlag für Boeing dar, da die 737 MAX als zentrale Einnahmequelle gilt.

Für das Jahr 2024 konnte Boeing bislang 427 Bruttobestellungen und nach Stornierungen und Umrüstungen 370 Nettobestellungen verzeichnen. Angesichts der Turbulenzen des Jahres bleibt fraglich, ob das Unternehmen seine geplanten Ziele für 2025 erreichen kann.

Hoffnungsschimmer an der Börse

Trotz der schwierigen Lage sendeten die jüngsten Entwicklungen auch positive Signale: Die Nachricht über die Wiederaufnahme der 737 MAX-Produktion ließ die Boeing-Aktie am 10. Dezember 2024 um 4,5 % steigen. Dieser Aufschwung spiegelt das Vertrauen der Anleger wider, daß Boeing mittelfristig wieder zur Stabilität finden könnte.

Ausblick: Herausforderungen bleiben bestehen

Boeing steht am Ende des Jahres 2024 vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Der Arbeitskampf hat nicht nur die Produktionspläne durcheinandergebracht, sondern auch die finanziellen Verluste des Unternehmens verschärft. Die Aufarbeitung der Sicherheitsprobleme und die Beseitigung der Engpässe in der Lieferkette werden entscheidend dafür sein, ob Boeing im kommenden Jahr den Turnaround schaffen kann. Der Fokus auf Sicherheit und Qualität dürfte dabei jedoch helfen, das Vertrauen der Kunden und der Aufsichtsbehörden zurückzugewinnen.

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