Die schwedische Fluggesellschaft Braathens Regional Airlines (BRA) wird eine eigene Crew-Basis in Wien etablieren. Dies geschieht im Rahmen einer Ausweitung ihrer ACMI-Partnerschaft (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) mit Austrian Airlines, wie das Fachportal „CH-Aviation“ berichtete. Durch diesen Schritt wird die Zusammenarbeit zwischen den beiden Fluggesellschaften intensiviert und die Kapazität von Austrian Airlines auf bestimmten Strecken gestärkt.
Im Rahmen der erweiterten Kooperation stellt BRA der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines nun drei Flugzeuge des Typs ATR72-600 im sogenannten Wet-Lease zur Verfügung. Im Vorjahreszeitraum waren es noch zwei Maschinen dieses Typs gewesen. Der aktuelle Kooperationsvertrag ist bis zum Jahre 2027 befristet, wobei Francesco Sciortino, Betriebschef von Austrian Airlines, eine Verlängerung der Partnerschaft prüft. Eine Wet-Lease-Vereinbarung bedeutet, daß BRA nicht nur die Flugzeuge bereitstellt, sondern auch die Besatzung, die Wartung und die Versicherung übernimmt, was Austrian Airlines eine flexible Kapazitätsanpassung ermöglicht.
Die Personalvermittlungsagentur AAP Aviation hat bereits im Juli mit der Rekrutierung von Piloten für den neuen Wiener Stützpunkt begonnen. Gesucht werden Kapitäne und Erste Offiziere mit einer gültigen ATR-Lizenz. Austrian Airlines hatte das ursprüngliche ACMI-Abkommen mit BRA im Jahre 2024 geschlossen. Die Airline benötigt kleinere Flugzeuge wie die ATR72-600 insbesondere für ihre Inlandsstrecken und ausgewählte europäische Verbindungen, bei denen der Einsatz größerer Flugzeuge unwirtschaftlich wäre oder die Frequenzen erhöht werden sollen.
Braathens Regional Airlines betreibt derzeit eine Flotte von 16 ATR72-600-Propellerflugzeugen und zwei Airbus A319-100. Ihre Charter-Tochter Braathens International verfügt zudem über fünf weitere Maschinen. Die Etablierung einer Crew-Basis in Wien ist ein Indikator für die langfristige Natur dieser Partnerschaft und die Anpassung an die operativen Bedürfnisse von Austrian Airlines am Drehkreuz Wien. Diese Art der Zusammenarbeit ist in der Luftfahrtbranche üblich, um auf Bedarfsspitzen zu reagieren oder spezifische Strecken effizienter zu bedienen.