Airbus A220-300 (Foto: Airbus).
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Breeze Airways plant Expansion: Interesse an gestreckter Airbus A220-Variante

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Breeze Airways, die von dem erfahrenen Luftfahrtunternehmer David Neeleman gegründete, relativ junge Fluggesellschaft, plant eine signifikante Erweiterung ihrer Flotte und ihres Streckennetzes. Das Unternehmen, bekannt für seine Strategie, preiswerte Flugreisen und ein angenehmes Reiseerlebnis in kleinere, bisher unterversorgte Märkte innerhalb der Vereinigten Staaten zu bringen, zeigt großes Interesse an einer gestreckten Version des Airbus A220.

Diese potentielle neue Variante, von Neeleman als „A220-500“ bezeichnet, könnte mehr Passagiere befördern und würde die Position des A220 als Kernstück der Breeze-Flotte weiter festigen. Derzeit setzt Breeze hauptsächlich auf den Airbus A220-300, ein Regionalflugzeug, das sich durch verbesserte Kapazität und Reichweite auszeichnet.

Breeze Airways: Innovation und Wachstum in unterversorgten Märkten

Breeze Airways wurde von David Neeleman ins Leben gerufen, einem Seriengründer in der Luftfahrtbranche, der bereits erfolgreiche Fluggesellschaften wie JetBlue Airways, Azul Brazilian Airlines und WestJet mitbegründet hat. Sein Ansatz ist es, Lücken im Markt zu identifizieren und diese mit einem Geschäftsmodell zu füllen, das auf geringe Kosten, hohe Effizienz und ein angenehmes Kundenerlebnis setzt. Breeze Airways konzentriert sich darauf, kleinere, oft von etablierten Fluggesellschaften vernachlässigte Märkte in den Vereinigten Staaten direkt miteinander zu verbinden. Dies reduziert die Notwendigkeit von Umsteigeverbindungen über große Drehkreuze, spart den Reisenden Zeit und Kosten und bietet eine bequeme Alternative.

Die Fluggesellschaft zeichnet sich durch ihre innovative Strategie aus, die eine Mischung aus festen Routen und flexiblen, opportunistischen Verbindungen umfaßt. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die beeindruckende Startfinanzierung, die Breeze Airways den Aufbau einer modernen Flotte und die schnelle Expansion ermöglichte. Das Unternehmen hat sich von Beginn an auf den Airbus A220 als primäres Flugzeugmuster verlassen, nachdem es anfänglich Embraer E190 für den Betrieb eingesetzt hatte. Die Entscheidung für den A220 ist zentral für das Geschäftsmodell von Breeze, da dieser Flugzeugtyp eine optimale Kombination aus geringer Kapazität, guter Reichweite und hoher Treibstoffeffizienz bietet, was ihn ideal für die Bedienung kleinerer Städte und längerer Nonstop-Verbindungen macht.

Der Airbus A220 und die Vision des A220-500

Der Airbus A220, ehemals als Bombardier CSeries (CS100/CS300) bekannt, bevor das Programm von Airbus übernommen wurde, ist ein modernes Schmalrumpfflugzeug, das in zwei Hauptvarianten erhältlich ist: dem kürzeren A220-100 und dem längeren A220-300. Er ist bekannt für seine fortschrittliche Aerodynamik, seine treibstoffeffizienten Triebwerke und eine Kabine, die im Vergleich zu anderen Regionalflugzeugen ein höheres Maß an Komfort bietet, unter anderem durch eine 2-3-Sitzkonfiguration anstelle der typischen 3-3-Konfiguration bei größeren Schmalrumpfflugzeugen.

David Neeleman, der Chief Executive Officer von Breeze Airways, hat öffentlich sein Interesse an einer gestreckten A220-Variante bekundet, die mehr Passagiere befördern könnte. In einem Frage-und-Antwort-Format auf der LinkedIn-Seite von Breeze erläuterte Neeleman die Wachstumsambitionen der Fluggesellschaft und deutete an, daß diese auf einer neuen A220-Variante basieren könnten. Er nannte diese hypothetische Variante den „A220-500“.

Neeleman erklärte, daß er ursprünglich ein Anhänger von Boeing-Flugzeugen gewesen sei, aber zu Airbus gewechselt sei, als Boeing ihm beim Start von JetBlue nicht das gewünschte Geschäft anbieten wollte. Dies sei der Grund, warum auch Breeze heute ein Airbus-Kunde sei, obwohl es lange nach JetBlue gegründet wurde. Er betonte die Vorteile des A220: „Heute fliegen wir den Airbus 220-300, es gibt einen 100 und einen 300. Jetzt überlegen sie, eine gestreckte Version zu bauen, eine längere Version davon. Und es besteht kein Zweifel, daß dies mit dieser neueren Technologie das Ersatzflugzeug sein wird. Einfach besserer Treibstoffverbrauch, bessere Technologie, leichtere Struktur und 2/3 Bestuhlung anstatt 3/3 Bestuhlung.“ Diese technischen Vorteile, kombiniert mit der gemeinsamen Teileverfügbarkeit und der Notwendigkeit einer gemeinsamen Pilotenausbildung (Commonality), machen den A220-500 für Breeze äußerst attraktiv.

Warum der A220 die ideale Wahl für Breeze Airways ist

Die ursprüngliche Entscheidung von Breeze Airways für den Airbus A220, obwohl die ersten Flüge mit geleasten Embraer E190 durchgeführt wurden, um die Startphase zu erleichtern, war eine strategische. Das Geschäftsmodell von Breeze, das sich auf die Bedienung kleinerer, unterversorgter Märkte konzentriert, erfordert ein Flugzeug mit einer Kapazität, die es ermöglicht, auch Routen mit geringerem Passagieraufkommen profitabel zu bedienen. Dies schließt größere Schmalrumpfflugzeuge wie die Boeing 737-Familie und die Airbus A320-Familie aus, da deren höhere Sitzplatzkapazität auf solchen Routen oft zu leeren Sitzen und damit zu Unrentabilität führen würde.

Der A220 paßt perfekt in dieses Schema. Er ist größer als typische Regionaljets wie die kleineren Embraer-Modelle, aber kleiner als die Standard-Schmalrumpfflugzeuge. Dies bietet Breeze die ideale Größe für seine Nischenstrategie. Darüber hinaus hat Breeze Interesse bekundet, auch längere Strecken zu bedienen, wie beispielsweise zu den hawaiianischen Inseln. Neeleman betonte in seinem Interview, daß der A220 eine bessere Reichweite als der Embraer E190-E2 habe. Diese größere Reichweite ermöglicht es der Fluggesellschaft, ihr Wachstum flexibler zu gestalten und sogar transkontinentale Routen innerhalb der Vereinigten Staaten anzubieten. Breeze hat bereits solche Verbindungen erfolgreich eingeführt und signalisiert sogar Interesse an transatlantischen Flügen mit dem A220 im Jahre 2025.

Die Wirtschaftlichkeit des A220, insbesondere in einer gestreckten Version, könnte die Rentabilität von Breeze Airways weiter verbessern. Geringerer Treibstoffverbrauch pro Sitzplatz, niedrigere Wartungskosten und eine optimierte Passagierkapazität sind entscheidende Faktoren für einen Billigflieger.

Die Zukunft des A220-500: Eine Herausforderung für Airbus?

Obwohl Breeze Airways große Begeisterung für eine gestreckte A220-Variante zeigt, ist es noch nicht sicher, ob dieses Design jemals Realität wird. Die Herausforderung für Airbus besteht darin, daß eine Vergrößerung des A220, um seine Kapazität zu erhöhen, das Flugzeugmodell gefährlich nahe an die Sitzplatzkapazität einiger Flugzeuge der A320-Familie heranführen könnte. Dies könnte zu einem internen Wettbewerb führen und möglicherweise die Verkäufe der etablierten A320-Jets, die ein Kernprodukt von Airbus sind, kannibalisieren. Aus geschäftlicher Sicht müßte Airbus sorgfältig abwägen, ob der Bau eines A220-500 wirtschaftlich sinnvoll ist und ob er das eigene Produktportfolio nicht unnötig kompliziert macht oder die Rentabilität bestehender Programme beeinträchtigt.

Dennoch halten sich Gerüchte über einen gestreckten A220 hartnäckig, was darauf hindeutet, daß Airbus diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht zieht. Die Luftfahrtindustrie ist ständig im Wandel, und Flugzeughersteller müssen auf die Bedürfnisse ihrer Kunden und die Entwicklungen im Markt reagieren. Die Entscheidung über den Bau des A220-500 wird daher eine strategische Weichenstellung für Airbus sein. Sie wird davon abhängen, wie groß die potenzielle Nachfrage ist, welche technologischen Innovationen integriert werden können und wie sich dies auf das gesamte Produktportfolio auswirkt. Die Zukunft wird zeigen, ob der A220-500 tatsächlich das Licht der Welt erblickt und wie Breeze Airways seine Flotte erweitern wird, falls diese Variante nicht realisiert wird. Die Innovationskraft und der Wettbewerb in der Luftfahrtbranche werden die Entwicklungen in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.

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