Die US-amerikanische Low-Cost-Fluggesellschaft Breeze Airways hat die Ausmusterung ihrer verbliebenen Regionalflugzeuge der Embraer-E-Jet-Familie abgeschlossen. Wie das Unternehmen über soziale Medien mitteilte, besteht die aktive Flotte des Anbieters ab sofort ausschließlich aus Flugzeugen des Typs Airbus A220-300. Mit dem Vollzug dieses Übergangs betreibt die Fluggesellschaft aktuell 59 Maschinen dieses Musters und schließt den im Jahr 2021 begonnenen Umstrukturierungsprozess der Flotte vorzeitig ab.
Die Entscheidung für den schrittweisen Ersatz der gebraucht übernommenen Embraer E190 und E195 durch fabrikneue Airbus-Maschinen verfolgt das Ziel, die Betriebskosten der Flotte durch eine vereinheitlichte Wartung und Piloterung zu senken. Die A220-300 bietet mit ihrer Reichweite und Sitzplatzkapazität die Möglichkeit, sowohl dezentrale Direktverbindungen zwischen kleineren US-Regionalflughäfen als auch längere Transkontinentalstrecken im Streckennetz von Breeze Airways zu bedienen. Die Ausmusterung der Embraer-Muster erleichtert zudem die Lagerhaltung von Ersatzteilen und die Dienstplanerstellung des Flugpersonals.
Das von Luftfahrtunternehmer David Neeleman gegründete Unternehmen setzt bei seinem Geschäftsmodell gezielt auf Direktverbindungen an sekundären Flughäfen, die von den großen Netzwerkgesellschaften der USA seltener angeflogen werden. Durch die Festlegung auf einen einzigen Flugzeugtyp richtet Breeze Airways seine operative Struktur ähnlich aus wie etablierte Low-Cost-Anbieter, um Preisflexibilität auf schwächer frequentierten Strecken zu gewährleisten. Die Fluggesellschaft hält zudem Optionen für weitere Einheiten der A220-Familie bei Airbus, um das bestehende Netz schrittweise anzupassen.
Luftfahrtexperten verweisen jedoch darauf, dass eine Reine-Flotten-Politik Risiken birgt, sollte es bei dem ausgewählten Flugzeugtyp oder den verbauten Triebwerken zu technischen Problemen kommen. In der Vergangenheit führten Lieferengpässe bei Ersatzteilen und außerplanmäßige Inspektionsintervalle an den Gehäusen der Pratt & Whitney GTF-Triebwerke bei verschiedenen Betreibern der A220-Reihe zu zeitweisen Flottenausfällen. Breeze Airways muss daher nachweisen, dass die hohe Kapazitätsauslastung der Einheitsflotte auch bei unvorhergesehenen Wartungsarbeiten aufrechterhalten werden kann.