Airbus A321 (Foto: Rob Hodgkins).
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Britische Aufsicht sanktioniert EY und Prüfer wegen Thomas Cook-Prüfung

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Die britische Finanzaufsichtsbehörde FRC hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und den verantwortlichen Wirtschaftsprüfer Richard Wilson mit erheblichen Sanktionen belegt. Grund hierfür sind schwerwiegende Versäumnisse bei der Prüfung des Reisekonzerns Thomas Cook in den Jahren 2017 und 2018. EY muss eine Strafe von knapp 4,9 Millionen Pfund zahlen und interne Maßnahmen zur Verbesserung der Qualitätssicherung implementieren.

Die FRC wirft EY vor, die Bilanzierung des Firmenwerts von Thomas Cook in Höhe von rund 2,6 Milliarden Pfund, was etwa 40 Prozent der Bilanzsumme entsprach, unzureichend geprüft zu haben. Die Aufsichtsbehörde bemängelte, dass die Prüfer die Annahmen und Modelle des Managements, die dieser Bewertung zugrunde lagen, nicht hinreichend kritisch hinterfragt hätten. Der Firmenwert umfasst immaterielle Vermögenswerte wie Markenbekanntheit und Kundenloyalität, deren Bewertung komplex ist.

Besonders schwerwiegend sind laut FRC die Versäumnisse im Jahr 2018, als sich die wirtschaftliche Lage von Thomas Cook bereits deutlich verschlechtert hatte. EY habe es versäumt, ausreichende Nachweise für die Bewertungen einzuholen und die Prognosen des Managements zur Fortführung des Unternehmens nicht mit der gebotenen Sorgfalt zu prüfen. Die Finanzaufsicht argumentiert, dass die Prüfer somit ihre Kernaufgabe verfehlt hätten, nämlich sicherzustellen, dass wesentliche Unsicherheiten bezüglich der Unternehmensfortführung angemessen berücksichtigt wurden.

Neben der Geldbuße gegen EY wurde auch der verantwortliche Prüfer Richard Wilson persönlich sanktioniert. Er muss eine Strafe von 105.000 Pfund zahlen und erhielt ebenfalls eine öffentliche Rüge. Die FRC betonte, dass den Beteiligten kein vorsätzliches oder betrügerisches Verhalten nachgewiesen wurde, die Versäumnisse jedoch gravierend waren und die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung von Thomas Cook beeinträchtigt haben. Thomas Cook meldete im September 2019 Insolvenz an, was weitreichende Folgen für die Reisebranche hatte.

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