Heckflossen von British Airways (Foto: Pixabay).
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British Airways-Langstreckenflug landet nach Notfallmeldung in Doha

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Ein British Airways Airbus A350-1000 hat am 11. August 2025 einen ungeplanten Zwischenstopp in Doha eingelegt, nachdem die Piloten einen Notfall an Bord gemeldet hatten. Das Flugzeug, das als Flug BA198 von Mumbai nach London Heathrow unterwegs war, landete sicher auf dem internationalen Flughafen Hamad International Airport in Katar.

Die Ursache für den Notfall ist noch nicht bekannt. Nach einem vierstündigen Aufenthalt setzte das Flugzeug seine Reise fort und traf mit erheblicher Verspätung in London ein. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Notfallverfahren in der Luftfahrt und die immer wieder vorkommenden, unvorhergesehenen Zwischenfälle im Flugbetrieb.

Der Hergang des Zwischenfalls: Notfallmeldung über dem Persischen Golf

Der Langstreckenflug BA198 wurde am Montag von einem Airbus A350-1000 mit der Registrierung G-XWBE durchgeführt. Der Flug startete mit einer leichten Verspätung um 13:42 Uhr Ortszeit am Flughafen Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport in Mumbai. Normalerweise dauert die Reise von Mumbai nach London fast zehn Stunden.

Laut Flugdaten von Flightradar24 meldeten die Piloten nur knapp drei Stunden nach dem Start einen allgemeinen Notfall, indem sie den Transponder-Code 7700 sendeten, als sich das Flugzeug über dem Persischen Golf in der Nähe von Katar befand. Als Reaktion auf die Notfallmeldung wurde das Flugzeug nach Doha umgeleitet, wo es um 14:00 Uhr Ortszeit sicher landete. Die Passagiere und die Besatzung verbrachten anschließend fast vier Stunden am Boden, bevor der Flug um 18:05 Uhr seine Reise in Richtung London fortsetzte. Das Flugzeug wurde schließlich mit einer Verspätung von mehreren Stunden in London erwartet.

British Airways hat sich noch nicht offiziell zur genauen Ursache des Vorfalls geäußert. Es wurde lediglich bestätigt, daß der Flug nach Doha umgeleitet wurde. Der Zwischenfall zeigt, wie schnell die Crews auf unvorhergesehene Probleme reagieren müssen und wie die Sicherheitsprotokolle der Luftfahrt in solchen Situationen greifen.

Was bedeutet „Squawk 7700“? Ein Blick auf die Notfallcodes

Der Notfallcode „Squawk 7700“, den die Piloten von Flug BA198 übermittelten, ist international nach den Standards der International Civil Aviation Organization (ICAO) festgelegt.

  • Das Senden dieses Codes alarmiert die Flugsicherung, daß das Flugzeug eine allgemeine Notsituation hat und bevorzugt behandelt werden muß.
  • Es bedeutet nicht zwingend, daß das Flugzeug in unmittelbarer Gefahr ist, signalisiert aber, daß die Besatzung eine Situation bewältigt, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert.
  • Mögliche Ursachen für eine 7700-Meldung sind Triebwerksprobleme, medizinische Notfälle an Bord, Brände oder ein Druckabfall in der Kabine.

Neben dem Code 7700 gibt es zwei weitere Notfallcodes, die von den Transpondern der Flugzeuge gesendet werden:

  • 7500 signalisiert eine Flugzeugentführung.
  • 7600 meldet einen Ausfall der Funkkommunikation.

Flugsicherheitsbehörden und Fluglotsen reagieren auf diese Notfallcodes mit der schnellstmöglichen Bereitstellung von Kapazitäten, um dem betroffenen Flugzeug einen sicheren Weg zum nächstgelegenen Flughafen zu ermöglichen. Am Boden stehen Rettungsdienste bereit, um bei der Ankunft des Flugzeugs sofort eingreifen zu können. Statistiken zeigen, daß solche Notfallmeldungen zwar selten, aber keinesfalls ungewöhnlich sind. Laut einer Analyse von Flightradar24 gab es zwischen Ende 2022 und Mitte 2024 durchschnittlich 36 Notfallmeldungen mit dem Code 7700 pro Woche.

British Airways: Eine Serie von Zwischenfällen in den letzten Monaten

Der aktuelle Vorfall ist nicht der erste, der die Fluggesellschaft in jüngster Zeit beschäftigt hat. British Airways, die Teil der IAG-Gruppe ist, hatte in den letzten Monaten mehrere Zwischenfälle:

  • Am 26. Juli 2025 mußte der Flug BA1410 von London Heathrow nach Belfast, betrieben mit einem Airbus A319, nach Manchester umgeleitet werden. Auch hier sendeten die Piloten den Notfallcode 7700, etwa 30 Minuten nach dem Start. Der Vorfall wurde von der Fluggesellschaft als Vorsichtsmaßnahme nach einem „vermuteten kleineren technischen Problem“ beschrieben. Die Passagiere wurden nach einer vierstündigen Wartezeit mit einem Ersatzflugzeug nach Belfast gebracht.
  • Ein noch komplexerer Fall ereignete sich am 8. April 2025, als der Flug BA252 von den Kaimaninseln nach London Heathrow, der von einer Boeing 777 betrieben wurde, gleich zweimal umgeleitet werden mußte. Nach einem planmäßigen Zwischenstopp in Nassau wurde der Flug nach Gander in Kanada umgeleitet, weil ein medizinischer Notfall an Bord gemeldet wurde. Aufgrund der langen Verzögerung drohte der Besatzung, ihre gesetzlich festgelegte Dienstzeit zu überschreiten. Um dies zu vermeiden, wurde ein zweiter Zwischenstopp in Keflavik auf Island eingelegt, um eine neue Besatzung an Bord zu nehmen. Die Passagiere waren insgesamt fast 23 Stunden unterwegs.

Diese Vorfälle zeigen, daß auch bei einer großen Fluggesellschaft wie British Airways, die für ihre hohen Sicherheitsstandards bekannt ist, unvorhergesehene Ereignisse den regulären Flugbetrieb stören können. Die schnelle und professionelle Reaktion der Piloten und der Fluglotsen ist entscheidend, um solche Situationen sicher zu bewältigen und die Passagiere unversehrt an ihr Ziel zu bringen.

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