Airbus A320neo (Foto: Airbus).
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Brussels Airlines: Höheres Passagieraufkommen trifft auf erhebliche externe Belastungsfaktoren

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Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat das erste Halbjahr 2026 mit einem negativen bereinigten operativen Ergebnis (Adjusted EBIT) von minus 70 Millionen Euro abgeschlossen. Wie das Tochterunternehmen der Lufthansa Group mitteilte, entspricht dies einer Verschlechterung des operativen Ergebnisses um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Trotz operativer Verbesserungen, eines Anstiegs des Passagieraufkommens um 8,1 Prozent auf 4,5 Millionen Fluggäste und eines Umsatzwachstums von 9,5 Prozent beachteten externe Faktoren die Bilanz der Fluggesellschaft. Vor allem drastisch gestiegene Treibstoffpreise, die gesundheitspolitische Lage in Teilen Ostafrikas sowie Streikaktionen von Drittunternehmen am Heimatflughafen Brüssel führten zu spürbaren Ertragseinbußen. Als Reaktion auf die verhaltene Ertragslage und geopolitische Unsicherheiten hat die Fluggesellschaft in Abstimmung mit dem Mutterkonzern angekündigt, geplante Kapazitätserweiterungen für das Jahr 2027 vorerst auszusetzen und die Flottengröße auf der Langstrecke unverändert zu belassen.

Operative Zuwächse und Verringerung von Störungskosten

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 absolvierte Brussels Airlines insgesamt 34.200 Flüge, was einer Zunahme der Flugbewegungen um 5,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2025 entspricht. Die verbesserte Auslastung und eine im Jahresvergleich erhöhte Zuverlässigkeit im Flugbetrieb wirkten sich positiv auf die Wahrnehmung bei den Passagieren aus.

Durch die Erhöhung der betrieblichen Stabilität gelang es der Fluggesellschaft, die pro Passagier anfallenden Kosten für Betriebsstörungen, wie etwa Ausgleichszahlungen, Umbuchungen und Hotelunterbringungen bei Verspätungen, um 16 Prozent zu senken. Im Bereich des Streckennetzes und des Bordprodukts setzte das Unternehmen Akzente durch die Aufnahme von Direktverbindungen zum Kilimandscharo in Tansania, die Überarbeitung des Speisegeschirrs in der Premium Economy Class sowie die Präsentation einer Sonderlackierung für ein Flugzeug der Flotte, die dem belgischen Comic-Helden Tim und Struppi gewidmet ist.

Kumulierte Belastungen durch Kerosinpreise, Epidemien und Streiks

Den operativen Fortschritten standen im Berichtszeitraum erhebliche finanzielle Belastungen gegenüber. Die weltweiten Auseinandersetzungen im Nahen Osten führten zu deutlichen Verwerfungen an den internationalen Rohölmärkten, was bei Brussels Airlines im ersten Halbjahr 2026 zu Kerosinmehrkosten in Höhe von 64 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum führte. Der Flugkraftstoff stellte damit erneut den gravierendsten Einzelfaktor auf der Aufwandsseite dar.

Ein weiterer spezifischer Belastungsfaktor für das Streckennetz der belgischen Gesellschaft war ein im Mai 2026 gemeldeter Ebola-Ausbruch in mehreren Regionen Ostafrikas. Da Afrika traditionell einen wichtigen Kernmarkt im Langstreckennetz von Brussels Airlines bildet, führten die behördlichen Reisebeschränkungen und Sicherheitsauflagen zu einem Rückgang der Passagiernachfrage auf diesen Routen. Gleichzeitig verkomplizierten die medizinischen Auflagen die Personaleinsatzplanung für Besatzungen und Bodenpersonal erheblich.

Ergänzend beeinträchtigten Arbeitsausstände von Drittparteien den Flugbetrieb am Drehkreuz Brüssel. Nationale Demonstrationen und Streikaktionen gegen die Regierungspolitik führten im März und Mai 2026 zu Einschränkungen der Flughafeninfrastruktur. Anfang Juni 2026 legte zudem ein Streik der belgischen Flugsicherung Skeyes den zivilen Luftverkehr in Belgien für mehrere Stunden vollständig lahm. Die finanziellen Auswirkungen dieser streikbedingten Störungen durch Dritte beziffert die Fluggesellschaft für das erste Halbjahr auf minus drei Millionen Euro beim Ertrag.

Perspektiven für das zweite Halbjahr 2026 und Konsolidierung der Flotte für 2027

Für die zweite Jahreshälfte 2026 strebt das Management von Brussels Airlines eine Erholung der Ergebnisse an, die maßgeblich vom Verlauf des verkehrsstarken Sommergeschäfts abhängt. Finanzvorstand Nina Öwerdieck wies darauf hin, dass die Fluggesellschaft über eine höhere Produktionskapazität als im Jahr 2025 verfügt, was bei stabilen Rahmenbedingungen die Chance auf ein positives Gesamjahresergebnis wahren soll. Für die kommenden Monate sind zudem die schrittweise Ausrüstung des ersten Flugzeugs mit Hochgeschwindigkeits-WLAN sowie die Wiedereröffnung der grundlegend renovierten Passagier-Lounge am Flughafen Brüssel vorgesehen.

Aufgrund der verfehlten Ergebniserwartungen und des anhaltend volatilen Marktumfelds haben Brussels Airlines und die Lufthansa Group jedoch eine Revision der mittelfristigen Ausbaupläne beschlossen. Die ursprünglich für das Jahr 2027 angekündigte Flottenerweiterung um zwei zusätzliche Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330 wird nicht umgesetzt. Die Langstreckenflotte verbleibt somit vorerst bei elf Flugzeugen dieses Typs.

Zudem verzichtet die Fluggesellschaft im Sommer 2027 auf den Einsatz von Fremdkapazitäten im Wege von Wet-Lease-Vereinbarungen. Die vier Flugzeuge der Fluggesellschaft airBaltic, die im Sommerflugplan 2026 im Auftrag von Brussels Airlines ab Brüssel im Einsatz sind, werden in der Sommersaison 2027 nicht zurückkehren. Unverändert fortgeführt wird hingegen das Investitionsprogramm zur Erneuerung der Kabinenausstattung auf der Langstrecke. Die Einführung der neuen Kabinenkonfigurationen für die Business Class, Premium Economy Class und Economy Class ist weiterhin für den Verlauf des Jahres 2027 geplant.

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