Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat das erste Halbjahr 2025 mit einem operativen Verlust abgeschlossen. Das bereinigte EBIT lag bei minus 46 Millionen Euro, was einem leichten Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen, das in den ersten sechs Monaten 4,2 Millionen Passagiere beförderte, führt das negative Ergebnis vor allem auf externe Einflüsse zurück.
Laut Nina Öwerdieck, Finanzvorstand von Brussels Airlines, seien insbesondere die landesweiten Demonstrationen in Belgien für eine geschätzte finanzielle Belastung von rund 12 Millionen Euro verantwortlich. Hinzu kamen eine Neubewertung von Vermögenswerten, unerwartete Wartungskosten und Störungen im Langstreckenbetrieb. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das europäische Streckennetz positiv und spiegelte eine starke Nachfrage wider. Die Fluggesellschaft bleibt dennoch zuversichtlich, am Jahresende ein positives Gesamtergebnis zu erzielen.
Für die reiseintensive Sommersaison hat Brussels Airlines ihre Flotte auf 50 Flugzeuge aufgestockt, darunter zusätzliche Maschinen der Typen Airbus A320 und Airbus A330. Zudem werden vier Airbus A220 über den Wetlease-Partner Air Baltic eingesetzt. Um den Betrieb zu sichern, wurden seit Januar 2025 mehr als 300 neue Mitarbeiter eingestellt, darunter Piloten, Kabinenpersonal und Bodenkräfte. Erstmals setzte die Airline auch speziell geschulte Sommerstudenten als Kabinenpersonal ein. Am Flughafen Brüssel wurde die Kapazität der Gepäckabgabe verdoppelt, um die Abläufe zu beschleunigen.
Brussels Airlines sieht sich angesichts der Herausforderungen bestärkt, eine widerstandsfähigere Kostenstruktur aufzubauen. Dazu gehören eine bewußte Ressourcenallokation, Kostendisziplin und die Optimierung des Streckennetzes. Die Fluggesellschaft plant, die starke Nachfrage im Sommer zu nutzen, um die Verluste aus der ersten Jahreshälfte auszugleichen und das dritte profitable Jahresergebnis in Folge zu erreichen.