AW 169 "Lion" (Foto: Aumayr/BMLV).
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Bundesheer übernimmt AW 169 „Lion“ Nummer 12

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Mit der Landung des zwölften Hubschraubers des Typs AgustaWestland AW169 Lion im Flurnamen Fliegerhorst Fiala Fernbrugg in Aigen im Ennstal hat das Österreichische Bundesheer einen weiteren Meilenstein bei der Erneuerung seiner Luftstreitkräfte erreicht.

Die Maschine wurde direkt vom Werk des italienischen Herstellers Leonardo überstellt und stellt den Abschluss des ersten Drittels der insgesamt 36 georderten Luftfahrzeuge dar. Der Beschaffungsprozess, der im Rahmen des Investitionspakets Aufbauplan 2032 abgewickelt wird, soll die veralteten Flotten der Alouette III und Teile der Bell 212 ersetzen. Der Zulauf verläuft nach Plan, wobei die Einführung der voll militärisch ausgerüsteten Variante ab dem Jahresende 2026 den Schwerpunkt der kommenden Liefertranchen bilden wird.

Lieferplan und technische Spezifikationen der Beschaffung

Der Überstellungsflug der zwölften Maschine wurde von Brigadier Wolfgang Luttenberger, dem Kommandanten der Luftunterstützung, persönlich durchgeführt. Dies unterstreicht die Bedeutung, die der Verband diesem Zulauf beimisst. Die bisher ausgelieferten zwölf Einheiten umfassen primär die Schulungs- und leichten Transportvarianten AW169 B. Die verbleibenden 24 Maschinen, deren Auslieferung bis Ende 2028 angestrebt wird, werden in der Version AW169 MA für Multirole Advanced geliefert.

Diese militärische Variante unterscheidet sich von den bisherigen Mustern durch eine erweiterte Ausstattung mit Sensorik, Selbstschutzsystemen und der Option zur Bewaffnung. Dazu gehören unter anderem optretronische Sensoren zur Aufklärung bei Nacht und schlechter Sicht sowie Schnittstellen für leichte Lenkwaffen und Maschinengewehrträger. Durch die modulare Bauweise lässt sich die Zelle für unterschiedliche Einsatzprofile wie Truppentransport, Verletztenevakuierung und Luftunterstützung umrüsten.

Verteilung auf die Standorte und logistische Infrastruktur

Die Stationierung der AW169-Flotte konzentriert sich auf zwei Hauptstützpunkte des Bundesheeres. Neben dem Fliegerhorst Fiala Fernbrugg in Aigen im Ennstal dient der Fliegerhorst Leopold Figl in Langenlebarn als zweite operative Basis. In Langenlebarn ist zudem die Flugschule untergebracht, die für die Basisausbildung der Piloten verantwortlich zeichnet.

Um die Instandhaltung der Flotte effizient zu gestalten, wurde die zentrale technische Wartung in der Fliegerwerft 2 in Aigen im Ennstal gebündelt. Dort wurden in den vergangenen Jahren werkstattspezifische Anpassungen vorgenommen, um den Anforderungen der digitalen Avionik und der Verbundwerkstoffe der AW169 gerecht zu werden. Die Konzentration der technischen Betreuung an einem Standort soll die Materialerhaltung vereinfachen und die Einsatzbereitschaft der Maschinen erhöhen.

Ausbildungskonzept und Simulationstechnologie

Ein zentrales Element bei der Einführung des neuen Hubschraubersystems ist die Verlagerung von Ausbildungsstunden auf bodengebundene Flugsimulatoren. Sowohl in Aigen im Ennstal als auch in Langenlebarn wurden moderne Simulatoranlagen installiert, die eine Nachbildung sämtlicher Flugzustände und Systemausfälle ermöglichen.

Durch den Einsatz dieser Simulatoren können Flugschüler komplexe Verfahren wie Instrumentenflug, Notfallprozeduren und taktische Anflüge unter realistischen Bedingungen trainieren. Dies entlastet die echten Flugstundenkontingente der Maschinen, schont die Zelle und reduziert die Betriebskosten der Ausbildung. Das Ausbildungskonzept sieht vor, dass ein erheblicher Teil der jährlichen Pflichtstunden für Piloten im Simulator absolviert wird.

Einsatzspektrum und bisherige operative Erfahrungen

In den vergangenen Monaten wurden die bereits vorhandenen Maschinen des Typs AW169 Lion zunehmend in den alltäglichen Dienstbetrieb und in Assistenzeinsätze integriert. Neben militärischen Ausbildungsflügen und Transportaufgaben kam der Typ bei Katastropheneinsätzen nach Starkregenereignissen und Hangrutschungen zur Evakuierung von Personen aus isolierten Gebieten zum Einsatz.

Ebenso wurden die Maschinen mit Außenlastbehältern für Wasserflüge zur Unterstützung der zivilen Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung in schwer zugänglichem Gelände herangezogen. Die Leistungsreserven der zwei Turbinen sowie die digitale Flugsteuerung erleichtern den Schwebeflug im Gebirge bei schwierigen Witterungsbedingungen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte in einer Stellungnahme, dass die Anpassungsfähigkeit des Hubschraubers die Einsatzfähigkeit des Bundesheeres sowohl im Inland als auch im Rahmen von Aufgaben der Luftunterstützung stärkt.

Kritische Punkte und zeitlicher Ausblick

Trotz des planmäßigen Zulaufs stehen die Luftstreitkräfte bei der vollständigen Integration des Systems vor organisatorischen Aufgaben. Die Umschulung des fliegenden und technischen Personals von den ausgemusterten Altmustern auf das hochdigitale System der AW169 erfordert Zeit und bindet Kapazitäten. Der Übergangsprozess muss so gestaltet werden, dass die operative Einsatzbereitschaft während der mehrjährigen Beschaffungsphase ohne Unterbrechung aufrechtbleibt.

Ein weiterer Aspekt betrifft die rechtzeitige Bereitstellung aller Bewaffnungs- und Rüst-Kits für die Variante AW169 MA, um das geplante militärische Fähigkeitsspektrum vollumfänglich nutzen zu können. Der nächste Zulauf einer Maschine ist für Dezember 2026 geplant. Wenn der bisherige Liefertakt gehalten werden kann, sollte die gesamte Flotte von 36 Maschinen bis zum Jahresende 2028 an das Bundesheer übergeben sein.

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