Eisenbahn-Schienen (Foto: Ales Krivec/Unsplash).
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Bundesnetzagentur verschärft Maßnahmen gegen mangelhaftes Baustellen-Management der Bahn

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Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat das Baustellen-Management der Deutschen Bahn massiv kritisiert und weitere ordnungsrechtliche Schritte angekündigt. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ bezeichnete Müller die aktuelle Planungssicherheit für den Personen- und Güterverkehr als unzureichend. Hintergrund der Kritik sind die drastisch gesunkenen Quoten bei der rechtzeitigen Ankündigung von Baumaßnahmen. Während im Sommer 2025 noch 62 Prozent der Baustellen fristgerecht an die Wettbewerber kommuniziert wurden, sank dieser Wert im Spätherbst auf lediglich 55 Prozent. Müller betonte, dass die notwendige Modernisierung des Schienennetzes zwar eine gewaltige Herausforderung darstelle, der reibungslose Ablauf des Verkehrs jedoch oberste Priorität haben müsse.

Infolge der anhaltenden Missstände hat die Bundesnetzagentur bereits Zwangsgelder in Höhe von 2,8 Millionen Euro gegen die Infrastrukturtochter DB InfraGO verhängt. Da diese Zahlungen bisher keine messbare Verbesserung der Planungsqualität bewirkt haben, setzt die Behörde nun auf ein verschärftes Instrumentarium: Geplante Strafzahlungen sollen dazu führen, dass die Bahn alle betroffenen Verkehrsunternehmen bei kurzfristigen Einschränkungen direkt entschädigen muss. In besonders schweren Fällen von verspäteter Kommunikation behält sich die Netzagentur zudem vor, Baumaßnahmen komplett zu untersagen oder zu verschieben. Gegen diese weitreichenden Befugnisse der Aufsichtsbehörde hat die Deutsche Bahn jedoch bereits rechtliche Schritte eingeleitet und Klage erhoben.

Zusätzliche Recherchen im Branchenumfeld verdeutlichen, dass insbesondere private Güterbahnen unter der mangelnden Vorhersehbarkeit leiden. Kurzfristige Umleitungen oder Sperrungen führen zu erheblichen Mehrkosten und logistischen Problemen, da Lokführer und Trassenkapazitäten auf den Ausweichrouten oft nicht ad hoc verfügbar sind. Das Management der DB InfraGO verteidigt die kurzfristigen Eingriffe häufig mit dem Hinweis auf den akuten Sanierungsstau und die Notwendigkeit, Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr an der Infrastruktur durchzuführen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die mangelhafte Datenqualität in den internen IT-Systemen der Bahn ein wesentliches Hindernis für eine präzisere Langfristplanung darstellt.

Der Streit zwischen der Aufsichtsbehörde und dem Staatskonzern belastet das Verhältnis der Akteure zu Beginn des Jahres 2026 zusätzlich. Während die Politik Milliardeninvestitionen in das Schienennetz pumpt, droht die operative Umsetzung an bürokratischen und planerischen Hürden zu scheitern. Die Bundesnetzagentur fordert eine digitale Transformation des Baustellen-Managements, um die Transparenz für alle Netznutzer zu erhöhen. Sollte die Bahn ihre Informationspolitik nicht grundlegend verbessern, könnten die Entschädigungszahlungen und untersagten Baustellen die Sanierungsziele zeitlich weiter nach hinten verschieben und die wirtschaftliche Belastung für den Konzern massiv erhöhen.

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