Die Preise für Campingurlaube steigen europaweit weiter an. Wie aus einer großangelegten Analyse des Portals camping.info hervorgeht, das mehr als 20.000 Campingplätze in 34 Ländern auswertete, müssen Camper im Jahr 2025 tiefer in die Tasche greifen als noch im Vorjahr.
Die Durchschnittskosten für eine Übernachtung von zwei Personen auf einem Campingplatz – inklusive Stellplatz, Caravan, Strom und Ortstaxe – liegen europaweit zwischen 14,18 und 40,40 Euro. Im Vergleich zu 2024 ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Preisanstieg von 4,75 Prozent.
Südeuropa dominiert das obere Preisniveau
Am teuersten ist das Campingvergnügen auch 2025 in Italien und Kroatien. Beide Länder verlangen im Schnitt 40,40 Euro pro Nacht – das entspricht einer Steigerung von rund drei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Schweiz bleibt mit 39,23 Euro pro Nacht ein hochpreisiges Ziel, gefolgt von Österreich (38,30 Euro) und Spanien (34,27 Euro).
Besonders auffällig: Während viele südeuropäische Länder seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen für Camper zählen, ziehen die Preise dort weiter an – was teilweise mit gestiegener Nachfrage, höherer Inflation und vermehrten Investitionen in Camping-Infrastruktur begründet wird.
Günstige Alternativen auf dem Balkan
Wer mit einem kleineren Budget unterwegs ist, findet in Osteuropa und auf dem Balkan attraktive Alternativen. In Albanien kostet die Nacht auf dem Campingplatz durchschnittlich nur 14,18 Euro – der niedrigste Wert im europaweiten Vergleich. Auch in der Türkei (15,01 Euro), Nordmazedonien (17,97 Euro), Bosnien-Herzegowina (18,67 Euro) und Rumänien (18,87 Euro) bleibt das Camping preiswert.
In diesen Ländern lassen sich mitunter erhebliche Einsparungen erzielen, ohne auf naturnahe Erlebnisse verzichten zu müssen. Weniger touristisch überlaufene Plätze und niedrigere Lebenshaltungskosten tragen dazu bei, dass der Campingurlaub dort oft nur die Hälfte kostet wie in Westeuropa.
Deutschland: Solides Mittelfeld mit regionalen Ausreißern
Mit einem Durchschnittspreis von 28,86 Euro pro Nacht rangiert Deutschland im europaweiten Vergleich im Mittelfeld. Doch auch hier zeigt sich: Camping ist nicht überall gleich teuer. Die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind teils deutlich.
Hamburg liegt mit durchschnittlich 44,42 Euro an der Spitze – ein Plus von 9,03 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mecklenburg-Vorpommern (33,20 Euro), Berlin (32,28 Euro), Baden-Württemberg (31,29 Euro) und Bayern (31,25 Euro) folgen auf den nächsten Plätzen. In diesen Regionen sind Campingplätze oft besser ausgestattet und liegen in touristisch gefragten Gebieten wie Seenlandschaften oder in der Nähe beliebter Städte.
Im mittleren Segment bewegen sich Schleswig-Holstein (30,24 Euro), Bremen (30,00 Euro), Brandenburg (28,08 Euro), Niedersachsen (27,52 Euro), Rheinland-Pfalz (27,12 Euro) und Sachsen (26,87 Euro). Dagegen ist das Camping in Nordrhein-Westfalen (25,85 Euro), Hessen (25,11 Euro), Sachsen-Anhalt (24,95 Euro), Thüringen (24,21 Euro) und dem Saarland (23,69 Euro) noch vergleichsweise günstig.
Preissensitivität steigt – Tipps zum Sparen
Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info, sieht in den Zahlen einerseits die Bestätigung für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, mahnt jedoch zur bewussten Planung: „Wer auf den Preis achten möchte, sollte Campingplätze außerhalb der touristischen Ballungszentren ansteuern. Auch Rabattprogramme wie der camping.info FANCLUB können helfen, die Urlaubskasse zu entlasten.“
Ein weiterer Spartipp sei die Nutzung der Preisfilter bei der Onlinesuche. Viele Campingportale bieten inzwischen die Möglichkeit, Plätze nach Budget zu sortieren oder direkte Preisvergleiche anzustellen. Nicht zuletzt kann auch das Reisen in der Nebensaison eine Alternative für Sparfüchse sein.
Branche im Wandel: Mehr Komfort, höhere Preise
Ein Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Viele Campingplätze investieren vermehrt in Komfort und Zusatzangebote – von modernen Sanitäranlagen bis hin zu Wellnessbereichen. Dieser Qualitätsausbau schlägt sich zunehmend auch in den Preisen nieder. Zwar finden sich nach wie vor einfache Plätze für Minimalisten, doch das Angebot an „Glamping“-Optionen – also luxuriösem Camping – nimmt stetig zu.
Gerade in beliebten Regionen, etwa an der italienischen Adria oder an den Seen Österreichs, entstehen immer mehr hochklassige Plätze, die neben Camping auch Chalets, Mobilheime und Freizeitangebote wie Poollandschaften, Animation oder gastronomische Vielfalt bieten.
Ausblick: Was erwartet Camper im weiteren Jahresverlauf?
Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage und der wirtschaftlichen Lage in Europa ist mit weiteren Preissteigerungen auch über das Jahr 2025 hinaus zu rechnen. Campingurlaube bleiben dennoch eine vergleichsweise preiswerte Urlaubsform – insbesondere für Familien oder Individualreisende, die flexibel unterwegs sein möchten.
Die fortlaufende Digitalisierung, etwa in Form von Onlinebuchungen, Bewertungen und Vergleichsportalen, ermöglicht es Campern mehr denn je, passende Angebote schnell und gezielt zu finden – und somit das Beste aus dem eigenen Budget herauszuholen.