Der US-amerikanische Investor Carl Icahn verringert sein finanzielles Engagement bei der Fluggesellschaft JetBlue Airways drastisch. Über seine Investmentgesellschaft Icahn Capital LP trennte sich der Großaktionär im Zeitraum vom 17. bis zum 20. August 2026 von rund 8,13 Millionen Aktien der Fluggesellschaft.
Der Verkauf brachte Erlöse von etwa 40,4 Millionen US-Dollar ein, wobei die Verkaufspreise je Anteilsschein zwischen 4,73 und 5,28 US-Dollar lagen. Durch diese Transaktionen sank die Beteiligung der Icahn-Gruppe an JetBlue auf rund 3,32 Prozent oder 12,5 Millionen Aktien.
Mit dem Unterschreiten der Fünf-Prozent-Schwelle am 18. August entfällt für die Investmentgruppe die gesetzliche Pflicht zu laufenden Offenlegungen nach den Bestimmungen des US-Börsengesetzes. Noch zu Jahresbeginn zählte die Gruppe laut den Unterlagen von JetBlue zu den größten Anteilseignern hinter Vermögensverwaltern wie BlackRock und Vanguard. Icahn war Anfang 2024 bei dem US-Konzern eingestiegen und hatte rund 119,75 Millionen US-Dollar für einen Zehn-Prozent-Anteilsbesitz gezahlt. Damals setzte der Großinvestor auch die Entsendung zweier Vertreter, Jesse Lynn und Steven D. Miller, in den Verwaltungsrat der Gesellschaft durch.
Der massenhafte Verkauf hat nun unmittelbare Auswirkungen auf die Besetzung des Kontrollgremiums. Die vertragliche Vereinbarung zwischen der Fluggesellschaft und der Investorengruppe sieht vor, dass einer der beiden Vertretungssitze aufgegeben werden muss, wenn der Bestand unter 20,3 Millionen Aktien fällt. Den verbleibenden Sitz darf die Icahn-Gruppe halten, solange ihr Aktienpaket die Schwelle von 10,1 Millionen Papieren nicht unterschreitet.
Der Teilrückzug fällt in eine betrieblich und finanziell herausfordernde Phase für JetBlue Airways. Die Fluggesellschaft leidet seit geraumer Zeit unter anhaltenden Verlusten und schrumpfenden Margen im US-Inlandsverkehr. Nachdem eine geplante Übernahme von Spirit Airlines gerichtlich blockiert wurde und operative Anpassungen bisher nicht die gewünschte Wende brachten, spiegeln die Aktienverkäufe durch Icahn das anhaltend schwierige Marktumfeld wider. Das Unternehmen steht unter Druck, durch Effizienzprogramme und eine Anpassung des Streckennetzes in die Gewinnzone zurückzukehren.