
Finanzielle Turbulenzen im Baltikum: Air Baltic unter massivem Kapitaldruck
Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic sieht sich im Frühjahr 2026 mit einer existenzbedrohenden Verschärfung ihrer finanziellen Lage konfrontiert. Trotz einer stabilen operativen Partnerschaft mit der Lufthansa Group und einer dominierenden Marktstellung in Nordeuropa haben geopolitische Verwerfungen und eine drückende Schuldenlast die Airline in eine prekäre Situation manövriert. Ein staatlicher Überbrückungskredit in Höhe von 30 Millionen Euro muss bereits bis Ende August 2026 zurückgezahlt werden, während gleichzeitig die Verhandlungen mit internationalen Anleihegläubigern über eine Umschuldung von Verbindlichkeiten in Höhe von 380 Millionen Euro laufen. Die Hoffnungen auf eine stärkere finanzielle Einbindung des Minderheitsaktionärs Lufthansa wurden zuletzt durch deutliche Signale aus Frankfurt gedämpft. Während die lettische Regierung als Hauptaktionär unter Zugzwang steht, reagieren die Kapitalmärkte mit drastischen Kursabschlägen auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit regionalen Konflikten und steigenden Zinsen. Die Last der Hochzinsanleihe und der Vertrauensverlust der Märkte Im Zentrum der finanziellen Schwierigkeiten steht ein im Jahr 2024 begebenes Anleiheprojekt über 380 Millionen Euro. Dieses Papier wurde mit einem für die Branche außergewöhnlich hohen Kupon von 14,5 Prozent ausgestattet, was das Unternehmen jährlich mit Zinszahlungen in Höhe von rund 55,1 Millionen Euro belastet. Diese fixen Kosten entziehen der Airline dringend benötigte Liquidität für operative Investitionen und die Flottenplanung. Während die Anleger zu Beginn des Jahres 2026 noch von einer stabilen Rückzahlung am Ende der Laufzeit im Jahr 2029 ausgingen, hat sich das Sentiment grundlegend gewandelt. Der Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Iran und die damit einhergehende Verunsicherung im globalen Luftverkehrssektor wirkten wie ein Katalysator für den Kursverfall der Air Baltic Papiere. Binnen








