Am Ende des Urlaubs denken sich viele Griechenlandreisende: „Schön war´s“. Einige wollen vielleicht „irgendwann“ dort bleiben, wie seinerzeit S.T.S. Aber ist das „Lebensg’fühl“, das man „dort inhaliert“, wirklich so toll? Junge Griechen denken da anders. Auf einer Insel einen (Zweit-) Wohnsitz zu errichten ist gar nicht so schwer. Auf spanischen Inseln machen das ja sehr viele, und das Internet ist voll von mehr oder meist weniger schlauen Auswanderungstipps. Ob die Sache sinnvoll ist, das ist eine andere Frage. Außerdem gibt es Gott sei Dank keine riesigen Zweitwohnsitzanlagen, wie sie in Spanien ohne jede Rücksicht auf Aussehen und Umwelt (oft ohne Genehmigungen) einfach hingeklotzt werden. Wer im Winter wirklich einmal auf einer der im Sommer so traumhaften Ägäischen Inseln war, dem ist die Lust auf einen längeren Aufenthalt ziemlich schnell vergangen: Es ist kalt, windig, zieht überall rein, fast alles hat zu, das Meer ist abweisend und absolut nichts, aber wirklich nichts ist los. Dramatische Bevölkerungsentwicklung Die jungen Griechen haben ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrem Land. Nichts wie weg, lautet da die Devise. Seit 2013 sind es jährlich bis zu 100.000 (in manchen Jahren auch mal weniger) meist junge Leute mit guter Ausbildung, die das Land wegen der Perspektivlosigkeit und geringer Verdienstmöglichkeiten verließen. Dieser Brain-Drain bedeutet neue Probleme für Griechenland: Der Staat kommt für die Ausbildung der Menschen auf, hat aber keinen Nutzen davon. Diese qualifizierten Arbeitskräfte fehlen im Land. Waren es früher noch die Albaner oder Nordmazedonier, die zur Arbeit kamen, suchen sich diese jetzt vermehrt besser bezahlte Jobs