Die chinesische Fluggesellschaft China Southern Airlines hat am 19. August 2026 eine direkte Frachtverbindung zwischen dem Flughafen Oslo-Gardermoen und dem Flughafen Shanghai-Pudong aufgenommen.
Die Route wird zweimal wöchentlich mit Frachtflugzeugen des Typs Boeing 77F bedient, die eine Kapazität von rund 100 Tonnen pro Flug bieten. Es handelt sich um den ersten regulären Liniendienst der Fluggesellschaft nach Norwegen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der direkten Frachtverbindungen von Oslo nach China auf fünf Routen mit bis zu 13 wöchentlichen Abflügen.
Hauptgut auf den Flügen Richtung Osten ist norwegischer Lachs, für den wöchentlich Frachtkapazitäten von insgesamt rund 200 Tonnen zur Verfügung stehen. Durch die Direktverbindung verkürzt sich die Transportzeit im Vergleich zu Transitverbindungen über europäische Drehkreuze, was für die Qualitätssicherung leicht verderblicher Lebensmittel von Bedeutung ist. China hat sich zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für norwegische Fischereierzeugnisse entwickelt. Im Jahr 2025 exportierte Norwegen rund 178.000 Tonnen Meeresfrüchte im Wert von 12,3 Milliarden Norwegischen Kronen nach China, wobei Lachs den größten Anteil ausmachte.
Auf den Flügen in westlicher Richtung nach Norwegen transportiert die Fluggesellschaft vorwiegend E-Commerce-Sendungen, Elektronik und zeitkritische Industriegüter aus Asien für den skandinavischen Markt. Der staatliche Flughafenbetreiber Avinor sieht in der neuen Verbindung eine Stärkung der Position Oslos als nordeuropäisches Logistikzentrum für Luftfracht. Um dem steigenden Frachtaufkommen gerecht zu werden, plant Avinor die Erweiterung der Abfertigungs- und Logistikflächen am Flughafen Gardermoen.
Kritische Marktbeobachter verweisen darauf, dass die Rentabilität reiner Frachtverbindungen stark von globalen Nachfrageschwankungen im Online-Handel und schwankenden Frachtraten abhängt. Zudem erfordert die Frachtabfertigung am Flughafen Oslo präzise logistischeAbläufe, um die Kühlkette für Fischprodukte durchgehend aufrechtzuerhalten. Eine fehlerhafte Angabe des Betreibers bezüglich der Abfertigungspartner verdeutlicht zudem die Komplexität der operativen Einbindung neuer Akteure vor Ort.