Airbus A330neo (Foto: Condor).
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Condor-Chef Gerber fordert Entlastung bei deutschen Standortabgaben

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Fluggesellschaften und Passagiere sehen sich in Deutschland weiterhin mit hohen finanziellen Belastungen konfrontiert. Condor-Chef Peter Gerber kündigte im Rahmen einer Branchenveranstaltung in Frankfurt am Main an, dass die Flugscheinpreise marktweit absehbar steigen werden.

Als primäre Auslöser nannte der Vorstands-Vorsitzende die anhaltend hohen Kerosinkosten infolge der politischen Spannungen im Nahen Osten sowie die im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohen staatlichen Abgaben an deutschen Flughafenstandorten. Fliegen gehöre zur Grundversorgung, weshalb die Belastungsgrenze für Verbraucher und Airlines erreicht sei.

Vor diesem Hintergrund fordert die deutsche Luftfahrtbranche umfassendere politische Maßnahmen zur Kostenreduzierung. Die im Mai vollzogene leichte Absenkung der Luftverkehrsteuer greife nach Ansicht Gerbers zu kurz. Der Manager spricht sich für eine vollständige Abschaffung der Abgabe nach schwedischem Vorbild aus. In Schweden führte die Aufhebung der Steuer zu einer Erholung der Flugbewegungen und einer Stärkung der regionalen Verkehrsanbindung. Zusätzlich bekräftigte der Condor-Chef den Vorschlag der Deutschen Flugsicherung (DFS), nach dem der Bund ein Viertel der Flugsicherungskosten als Infrastrukturfinanzierung übernehmen sollte, um die Fluggesellschaften von Gebührenspitzen zu entlasten.

Neben den Abgaben steht die Wettbewerbssituation mit internationalen Anbietern im Fokus der Debatte. Der hessische Staatskanzleichef Benedikt Kuhn (CDU) forderte Beschränkungen bei der Vergabe zusätzlicher Strecken- und Landerechte an Fluggesellschaften aus den Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Eine Ausweitung von Direktverbindungen über Drehkreuze wie Dubai oder Doha gehe zulasten der heimischen Luftfahrtinfrastruktur und schwäche die Drehkreuzfunktion deutscher Großflughäfen wie Frankfurt. Die Landesregierung fordert daher eine strikte Regulierung internationaler Flugrechte im Sinne des fairen Wettbewerbs.

Branchenbeobachter verweisen auf das Spannungsfeld zwischen den Einnahmeinteressen des Staates und der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftverkehrswirtschaft. Die Kombination aus hohen Luftsicherheitsgebühren, Flugsicherungsentgelten und Treibstoffkosten führt bereits dazu, dass ausländische Fluggesellschaften ihre Kapazitäten an deutschen Standorten langsamer aufbauen als im übrigen europäischen Ausland. Ob die Politik den Forderungen nach einer vollständigen Steuerabschaffung nachkommen wird, bleibt angesichts der Haushaltslage im Bund jedoch ungewiss.

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