Die deutsche Fluggesellschaft Condor hat ihre Pläne für eine tägliche Flugverbindung zwischen Frankfurt am Main und Düsseldorf überraschend revidiert. Die Strecke, die ursprünglich ab Mai 2026 den Sommerflugplan ergänzen sollte, wurde noch vor der Aufnahme des Flugbetriebs aus dem Programm gestrichen. Nach Unternehmensangaben ist dies das Ergebnis einer regelmäßigen Überprüfung der Netzwerkgestaltung. Ursprünglich war vorgesehen, einen Airbus A320 am späten Abend von Frankfurt nach Nordrhein-Westfalen zu entsenden und die Maschine am nächsten Morgen zurückkehren zu lassen. Während diese Inlandsverbindung entfällt, hält der Ferienflieger an der Einführung neuer europäischer Städteverbindungen nach Budapest, Venedig und Barcelona fest.
Zusätzliche Marktanalysen deuten darauf hin, dass wirtschaftliche Erwägungen und die Konkurrenzsituation im innerdeutschen Luftverkehr eine entscheidende Rolle bei dieser Entscheidung spielten. Die Strecke zwischen den beiden Drehkreuzen wird bereits intensiv von der Lufthansa bedient, was den Markteintritt für Condor erschwert hätte. Zudem belasten die hohen staatlichen Abgaben im deutschen Luftverkehr, insbesondere die Luftverkehrsteuer und gestiegene Flugsicherungsgebühren, die Rentabilität von Kurzstreckenflügen. Diese Faktoren führen branchenweit dazu, dass Fluggesellschaften ihre innerdeutschen Kapazitäten reduzieren und stattdessen Fluggeräte auf profitableren internationalen Routen einsetzen.
Die geplante Verbindung sollte ursprünglich nicht nur Passagiere befördern, sondern auch interne logistische Funktionen erfüllen. Condor beabsichtigte, die Flüge für den Transport von Besatzungen zu Langstreckeneinsätzen sowie zur Überführung von Flugzeugen zu Wartungszwecken an den Standort der Condor Technik in Düsseldorf zu nutzen. Durch den Wegfall der Flugverbindung muss die Airline nun alternative Transportwege für das Personal und technische Überführungsflüge ohne Passagiere organisieren. Trotz dieser logistischen Hürde priorisiert die Geschäftsführung derzeit den Ausbau des europäischen Städtenetzes ab Frankfurt, um der steigenden Nachfrage nach Städtereisen im Sommer 2026 gerecht zu werden.
Die Entscheidung reflektiert den allgemeinen Trend zur Konsolidierung im deutschen Inlandsflugmarkt. Während Condor in den vergangenen Jahren ihre Flottenmodernisierung mit neuen Airbus A320neo und A321neo vorangetrieben hat, konzentriert sich das operative Geschäft verstärkt auf das Kernsegment der Ferienflüge und lukrative City-Verbindungen. Der Verzicht auf Düsseldorf zeigt die vorsichtige Strategie der Airline, verlustträchtige Parallelverbindungen zur Marktführerin Lufthansa zu vermeiden. Für Fluggäste aus der Region Rhein-Ruhr bedeutet dies weiterhin die Abhängigkeit von bestehenden Anbietern oder der Bahn für Zubringerdienste zum Frankfurter Flughafen.