Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).
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Corendon Airlines testet Self-Service-Terminals an europäischen Flughäfen

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Die internationale Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines hat ein Programm zur Umstellung ihrer Bodenabfertigung auf automatisierte Systeme eingeleitet. An mehreren Drehkreuzen setzt das Unternehmen vermehrt auf digitale Kiosksysteme für den eigenständigen Check-in sowie auf automatisierte Gepäckabgabestationen (Self Bag Drop).

Nach Angaben der Fluggesellschaft sind die Terminals an den Flughäfen Antalya, Manchester und Amsterdam bereits in den regulären Betrieb übergegangen. Derzeit läuft die Ausweitung des Angebots auf weitere europäische Destinationen, wobei sich die Installationen an den deutschen Standorten Düsseldorf und Nürnberg sowie in Warschau in einer Testphase befinden.

Das technische Verfahren an den Terminals verlangt von den Passagieren das Scannen des Ausweisdokuments oder die manuelle Eingabe der Buchungsnummer. Das System ermöglicht im Anschluss die Sitzplatzwahl und die eigenständige Generierung der Kofferanhänger. Eine integrierte Zahlungseinheit verarbeitet Zusatzleistungen wie Übergepäck in verschiedenen Währungen, darunter Euro, Türkische Lira, US-Dollar und Britisches Pfund. Chief Operating Officer Atilay Batu begründet den Schritt mit einer notwendigen Beschleunigung der Abläufe vor dem Abflug, um die operativen Kosten in den Terminals zu senken und die Wartezeiten an den verbliebenen Personalschaltern zu reduzieren.

Branchenexperten und Verbraucherschützer bewerten den forcierten Ausbau von Self-Service-Infrastrukturen bei Ferienfluggesellschaften differenziert. Zwar führt die Automatisierung bei reibungslosem Systemverlauf zu Zeitersparnissen für technikaffine Reisende, doch steigen bei technischen Störungen oder unvollständigen Buchungsdatensätzen die Verzögerungen in den Wartebereichen erheblich an. Zudem weisen Kritiker darauf hin, dass die Verlagerung von Dienstleistungen auf den Kunden oft mit einer Reduzierung des Servicepersonals vor Ort einhergeht. Insbesondere im Urlaubs- und Charterverkehr, der durch einen hohen Anteil an Familien und älteren Reisenden mit erhöhtem Erklärungsbedarf geprägt ist, stößt die rein digitale Abfertigung im Stoßbetrieb der Sommerferien regelmäßig an funktionale Grenzen.

Finanzanalysten betrachten die Maßnahme als Reaktion auf den anhaltenden Margendruck und den akuten Fachkräftemangel bei den Bodenabfertigungsdiensten im europäischen Luftraum. Da Personalkosten und Flughafengebühren kontinuierlich steigen, versuchen Fluggesellschaften, ihre Fixkosten pro Passagier durch digitale Schnittstellen zu minimieren. Ob die Implementierung der Kiosksysteme an den deutschen Teststandorten Düsseldorf und Nürnberg zu einer dauerhaften Entlastung des Flugbetriebs führt, wird sich erst nach Abschluss der aktuellen Testphase im intensiven Herbsturlaubsverkehr zeigen.

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