Der im SDAX notierte Ferienhaus-Vermittler HomeToGo SE hat am späten Samstagabend per Ad-hoc-Mitteilung einen Sicherheitsvorfall bei seiner Tochtergesellschaft SECRA Bookings GmbH eingeräumt.
Nach Unternehmensangaben gelang es unbefugten Dritter, auf die technische Infrastruktur des auf Buchungs- und Vertriebssoftware für Ferienunterkünfte spezialisierten Dienstleisters zuzugreifen und personenbezogene Kundendaten zu entwenden. Das Ausmaß des Datenabflusses sowie die genaue Anzahl der betroffenen Kunden und Unterkunftsverwalter befinden sich derzeit noch in der Prüfung durch externe IT-Sicherheitsanalysten.
Nach Entdeckung der Cyberattacke wurden die betroffenen Systeme der SECRA Bookings isoliert und Maße zur Eindämmung des Zugriffs umgesetzt. Laut HomeToGo liegen bislang keine Hinweise darauf vor, dass die IT-Systeme der Muttergesellschaft oder anderer Konzernunternehmen kompromittiert wurden. Die zuständigen Datenschutzbehörden wurden über den Vorfall in Kenntnis gesetzt, und die Vorbereitung von Benachrichtigungen an potenziell geschädigte Personen sowie Geschäftspartner läuft. Zu den genauen finanziellen Auswirkungen auf das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns machte das Management bisher keine Angaben.
Der Vorfall bei dem Ostholsteiner Softwareanbieter SECRA, der Schnittstellen zwischen regionalen Tourismusorganisationen, Vermietern und großen Buchungsportalen bereitstellt, unterstreicht die Risiken durch Schnittstellen in der digitalen Touristikbranche. Da Buchungssysteme sensible Personen-, Adress- und Zahlungsdaten verarbeiten, führt der Abfluss solcher Informationen regelmäßig zu erhöhten Sicherheitsrisiken wie Phishing-Versuchen gegenüber Gästen und Vermietern. Die Aktie von HomeToGo reagierte im Handel mit leichten Kursabschlägen auf die Ad-hoc-Meldung.