Dark-Tourism: Tschernobyl hautnah erleben

Gasmaske und verrostete Kassa in einer Schulkantine in Pripjat (Foto: Jan Gruber).
Gasmaske und verrostete Kassa in einer Schulkantine in Pripjat (Foto: Jan Gruber).

Dark-Tourism: Tschernobyl hautnah erleben

Gasmaske und verrostete Kassa in einer Schulkantine in Pripjat (Foto: Jan Gruber).
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Pripjat ist eine Geisterstadt, doch weit bekannter ist ein kleines Dorf, nach dem ein Atomkraftwerk benannt wurde, das weltweit als Inbegriff für Pfusch am Bau, Größenwahnsinn, sowjetische Propaganda, Geheimniskrämerei, “Apparatschiks”, Fahrlässigkeit, Sorglosigkeit und Super-Gau steht. Die Rede ist vom Kernkraftwerk Tschernobyl, dessen dritter Block im Jahr 1986 im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren flog und seither tausenden Menschen das Leben und die Gesundheit gekostet hat. Dieser leblose, verstrahlte und weitgehend verlassene Ort ist mittlerweile zum Touristen-Hotspot geworden.

Über die Ereignisse des Jahres 1986 gibt es viele Dokumentationen und ausführliche Fachliteratur. Daher befasst sich dieser Artikel nicht mit den Ursachen, sondern mit dem Ist-Zustand, dem so genannten Dark-Tourism, der das Dorf Tschernobyl und dessen einziges “Hotel” regelrecht als “Luftkurort” darstellt. Offiziellen Angaben der ukrainischen Regierung nach ist es völlig ungefährlich einen Trip in die eigentliche Sperrzone zu machen. Ja, selbst sehr nahe am neuen Sarkophag des Unfallreaktors kann man herumstehen und Fotos für Instagram und Co machen. Ein bisschen pietätlos wirken Selfies an einem solchen Ort aber nun wirklich.

Waren es am Anfang noch ein paar arme Menschen, die Pripjat geplündert haben, um irgendwie an Geld zu kommen, waren es später durchgeknallte Typen, die auf der Suche nach einem “Kick” waren. Mittlerweile kann einfach keine Rede mehr von “bisschen Besichtigungen” sein, sondern es ist ein Big-Business geworden. Jährlich werden zehntausende Menschen angekarrt und durch die Sperrzone geführt. Ab umgerechnet 89 Euro ist eine Tagestour inklusive Mittagessen in der Kantine des Kraftwerks zu haben. Es gibt sogar “Urlaubsaufenthalte” über mehrere Tage, wobei man dann im einzigen “Hotel” im Dorf Tschernobyl untergebracht wird.

Sarkophag (“New Safe Containment”) des Unfallreaktors (Foto: Jan Gruber).

Wer glaubt, dass in der “Zone” niemand lebt oder arbeitet, irrt. Nicht nur ein paar alte Babuschkas, die die Regierung trotz vieler Bemühungen nicht aus der 30-Kilometerzone wegbekommt, denn sie kehren immer wieder zurück, sondern tausende Menschen arbeiten hier. Bis zur Stilllegung des letzten Reaktors waren viele dort beschäftigt, doch nun sind diese mit Abbau- und Überwachungsarbeiten beschäftigt. Die Lage im Block 3 ist noch immer nicht beruhigt, sondern muss rund um die Uhr von Ingenieuren und Arbeitern überwacht werden, denn es könnte wieder etwas passieren. Das hindert aber die Regierung der Ukraine nicht daran, dass gegen Geld selbst die Bereiche des verstrahlten Unfallreaktors, unter anderem der Kontrollraum, besichtigt werden können.

Besonders auffällig: Immer wieder begegnet man auf einer Tschernobyl-Tour den vielen Arbeitern. Deren sorgloser Umgang mit der Strahlung ist sehr offensichtlich, denn die Jobs sind für ukrainische Verhältnisse hochbezahlt und man hat sich mit der unsichtbaren Gefahr arrangiert. Welche Langzeitfolgen die Arbeiter erleiden könnten, weiß niemand und wird von diesem fürs Geld auch in Kauf genommen. Die sorglosen Arbeiter wirken auf Tourteilnehmer schon wie in einem falschen Film, denn wurde man doch zuvor ewig belehrt was man alles auf keinen Fall machen sollte und voila genau das macht ein Arbeiter.

Duga-Antenne in der Sperrzone (Foto: Jan Gruber).

Das Mitführen eines Geigerzählers zeigt aber auch schnell warum man sich auf keinen Fall von den behördlich genehmigten Routen entfernen sollte. Diese wurden dekontaminiert und haben eine geringe Strahlung, aber schon unmittelbar daneben sind unfassbar hohe Mikrosievert-Werte messbar. Wer es besonders darauf anlegt, kann seine Gesundheit im Keller des Krankenhauses ruinieren, denn dort ist die Strahlung noch immer so hoch wie unmittelbar nach dem Unfall. Warum? Dort wurden die ersten Verstrahlten erstbehandelt und deren Kleidung und Schuhe wurden in der Not einfach in den Keller geworfen. Auch die Dienstkleidung der Ärzte und Schwestern folge, denn man wusste einfach nicht wohin mit dem “Zeug”. Und dort liegt es bis heute und offiziell darf man nicht hinein. Selbstredend ist eine Sondergenehmigung gegen Geld zu bekommen, wobei hier dann Schutzkleidung getragen werden muss und der Aufenthalt aus Sicherheitsgründen nur äußerst kurz erfolgen darf.

Blick in ein ehemaliges Klassenzimmer in Pripjat (Foto: Jan Gruber).

Die Tour durch die Sperrzone ist beeindruckend und bedrückend gleichzeitig. Man sieht die Spuren des unfassbaren Leids, das zehntausende Bewohner der Stadt Pripjat erlitten haben und durch die tagelange Vertuschung wurde dies erst so richtig “brandbeschleunigt”. Eine Stadt, in der vom einen auf den anderen Moment alles stehen und liegen gelassen wurde und die Zeit angehalten wurde. Natürlich verfällt mittlerweile alles und viele Gebäude sind akut einsturzgefährdet, doch ist es gerade die absolute Stille zwischen hohen Häusern, ehemaligen Theatern, Geschäften, Kindergärten, Schulen und so weiter, die alles so richtig surreal macht. Nur wenige Gebäude darf man offiziell betreten und dort ist auch nicht mehr viel vorhanden, denn alles, das sich zu Geld hat machen lassen, wurde geplündert. Andere Räumlichkeiten, insbesondere in den Schulen, wirken eher so als ob sie für die Touristen extra so präpariert worden wären. Es erscheint unglaubwürdig, dass Schulbücher bei zum Teil zerstörten Scheiben, ukrainischen Wintern, Feuchtigkeit und verstrahlten Wildtieren nach so vielen Jahren noch fast neuwertig wirken. Da sind alte, verrostete Herde, Kassen und herausgerissene Stromleitungen wesentlich glaubwürdiger.

Diese Schulbücher sollen unversehrt seit mehr als 30 Jahren so in Pripjat herumliegen (Foto: Jan Gruber).

Das Riesenrad und der Autosooter sind sicherlich die bekanntesten “Denkmäler” von Pripjat, einst eine Vorzeigestadt der Sowjetunion. Diese stehen auch authentisch da wie man sie verlassen hat. Auch sonst ist viel “echtes Original”, jedoch ist es vollkommen unnötig, dass für Touristen zusätzlich “Kopfkino-Bilder” durch inszenierte Schulklassen, deren Klassenfotos trotz praller Sonneneinstrahlung, in mehr als 30 Jahren nicht ausgebleicht sein sollen? Genau diese Dinge sind es, die offensichtlich machen, dass alles auf Massentourismus ausgelegt ist.

Was bekommt man auf einer Tagestour zu sehen und wie läuft diese ab?

Zunächst mal ist es beachtlich wie viele verschiedene Anbieter für geführte Tschernobyl-Touren auf dem Markt sind. Deren Preise unterscheiden sich massiv, doch da der Verlauf und die zur Besichtigung möglichen Gebäude exakt von den Behörden vorgegeben ist, sollte man das beste Preis-Leistungsangebot auswählen. Die seriösen Anbieter verlangen eine sehr kleine Anzahlung als Sicherheit und der Rest wird in bar beim Tourantritt bezahlt. Überraschenderweise wurde eine ordentliche Rechnung samt Steuernummer, Stempel und Unterschrift ausgehändigt, was in Ex-Sowjetländern keinesfalls selbstverständlich ist. Wichtig: Die Buchung der Tour muss mit einigen Tagen Vorlauf erfolgen und es müssen auch Reisepassangaben übermittelt werden, denn für jede Person muss eine behördliche Genehmigung eingeholt werden. Darum kümmert sich der Tour Operator.

Schwimmbad in Pripjat (Foto: Jan Gruber).

Der Abfahrtsort befindet sich in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Während der Fahrt gibt es zahlreiche Belehrungen – mündlich und schriftlich – durch den Tourguide und der Genehmigungsschein (kurioserweise von den Behörden “eTIcket” genannt) wird ausgehändigt. Beim Erreichen des Check-Points der 30-Kilometerzone erfolgt eine Personenkontrolle durch die Polizei. Punktuell werden auch Alkoholkontrollen vorgenommen und wer mehr als 0,0 Promille hat, muss aussteigen und darf nicht in die 30-Kilometerzone.

Anschließend geht es zum Ortsschild von Pripjat, wo der erste Fotostopp eingelegt wird. An diesem werden bis heute Kerzen und Blumen für die Opfer der Katastrophe niedergelegt. Selfies sind also absolut pietätlos. Der nächste Checkpoint befindet sich in der 10-Kilometerzone, in der sich die verlassene Stadt Pripjat befindet. In dieser werden unter anderem das einstige Schwimmbad, Sportstätten, Schulen, Kindergärten und viele andere Lostplaces gezeigt. Insbesondere die Schulen wirken leider sehr stark inszeniert und wenig authentisch.

Fototour durch die Sperrzone – 500 Fotos in der Slideshow:

Nach einem mehrstündigen Rundgang durch einzelne Mikrodistrikte der Stadt Pripjat geht es dann zum Mittagessen in die Kraftwerkskantine. Selbstverständlich gibt es das berühmte Riesenrad, den Autoscooter, das Krankenhaus (von außen), den einstigen Hauptplatz und zahlreiche Gebäude (teilweise auch von innen) zu sehen. Das hinterlässt sehr prägende Eindrücke und es kommt durchaus vor, dass sich strahlende Elche der Gruppe anschließen wollen. Die Tiere sind überraschend zutraulich, jedoch nach Angaben des Guides aufgrund der Strahlung hochgefährlich.

Das Mittagessen ist so eine Sache für sich, denn es gibt Strahlentests, die man im SB-Modus durchführen muss. Wer nun ein Sternelokal erwartet, wird enttäuscht. Es ist eine normale Arbeiterkantine in Selbstbedienung, wobei äußerst große Portionen aufgetischt werden. Die Mahlzeiten waren überraschend gut und lecker. 

Mittagessen in der Kantine des AKW Tschernobyl (Foto: Jan Gruber).

Nachdem man den Bauch voll hat, geht es zum Unfallreaktor. Spätestens an diesem Ort wurde es dann auch den Spaßvögeln der Gruppe unheimlich und plötzlich hatten es genau diese Personen eilig dort schnell wieder wegzukommen. Stichwort Rauchverbot: Das scheint das Wachpersonal direkt vor dem Sarkophag weniger zu kümmern als der Winkel aus dem Fotos vom Unfallreaktor gemacht werden. Mal wieder sinnbildlich für die Sorglosigkeit der Arbeiter vor Ort.

Innerhalb der 30-Kilometerzone befindet sich auch eine ehemalige Kaserne samt Wohnhäusern, deren Ruinen besichtigt werden können. Auch die ehemalige Feuerwehrstation gibt es zu sehen. Die Antennen des Radarsystems Duga, das für den so genannten “Woodpecker-Effekt” als Ursache angenommen wurde, stehen noch immer so da wie man sie hinterlassen hat. Der Stahl ist verstrahlt und unbrauchbar. Man kann das beeindruckende Bauwerk nicht nur aus der Nähe ansehen, sondern auch direkt darunter stehen. Selbstverständlich gibt es auf der Tour auch allerhand Schrott aus der Zeit der Liquidatoren zu sehen, denn viele Lastwägen, Busse, Bagger und sonstige Fahrzeuge stehen herum. Nun, bei manchen eben das was die Plünderer übrig gelassen haben.

In den einstigen Kühlkanälen bzw. im ehemaligen Kühlsee leben äußerst große Welse, deren Größe auch Wissenschaftler ein Rätsel aufgibt. Auf manchen Touren können die gefräßigen Tiere gefüttert werden. Die Ruinen der Blöcke 5 und 6, deren Bau nach der Katastrophe abgebrochen wurde, gibt es auch zu sehen.

Eine “zufällig” herumhängende Gasmaske jüngeren Datums (Foto: Jan Gruber).

Die Tour endet im Dorf Tschernobyl, das als eine Art großes Arbeiterwohnheim dient. Im Schichtbetrieb übernachten hier die Kraftwerksmitarbeiter. Auch ist so etwas ähnliches wie ein Hotel vorhanden, in dem Touristen untergebracht werden können. Sogar einen kleinen Laden, der Kreditkarten akzeptiert, gibt es hier.

Bei jedem Checkpoint findet ein Strahlencheck statt, wobei die Technik äußerst veraltet wirkt und die Zuverlässigkeit schon ein wenig fragwürdig ist. Der Guide riet ausdrücklich dazu die Wäsche sofort zu waschen oder zumindest in einem Plastiksack abzusondern.

Ist eine Tschernobyl-Tour gefährlich?

Offiziell heißt es seitens der Regierung der Ukraine und der Tour Operator, dass alles sicher wäre und man nur so viel Strahlung wie auf einem Kurzstreckenflug abbekommen würde. Daran äußerte selbst der Tourguide, der sein Einkommen damit verdient, massive Zweifel und meinte, dass man einfach nicht alles glauben kann was da gesagt wird und man einfach vorsichtig sein muss. Auch ist es generell empfehlenswert eine solche Tour im Winter zu machen. Ja, es ist bitterkalt und es kann viel Schnee liegen, jedoch wird im Sommer durch den Wind viel Staub aufgewirbelt und dieser ist oftmals durchaus stark verstrahlt. Im Winter ist dieser festgefroren und von eine Schneedecke bedeckt. Wenn man sich dafür entscheidet Pripjat und die “Zone” zu besichtigen oder gar in den Keller des Krankenhauses bzw. in den Kontrollraum des Unfallreaktors will, muss man sich bewusst sein, dass man sich an einem Ort befindet, an dem der schwerste Atomunfall aller Zeiten passiert ist. Nicht ohne Grund ist die Stadt Pripjat unbewohnbar und das noch hunderte, wenn nicht tausende Jahre. Es gibt keine Versicherung, die einen vor “Spätfolgen” schützt, die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr unter Haftungsausschluss. Ob es in der “Zone” auf den vorgegebenen Routen nun sicher ist oder nicht, weiß wohl nur die ukrainische Regierung und da dermaßen viele Touristen in das Gebiet gebracht werden und sogar “Urlaube” ermöglicht werden, stellt sich schon die Frage, ob da nicht doch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Die Lizenzen für die Tour Operator sind nicht nur heiß begehrt, sondern auch teuer. Sprich: Der Staat verdient an jedem Touristen Geld.

Riesenrad in Pripjat (Foto: Jan Gruber).

Wie waren die Empfindungen des Redakteurs vor und nach dem Trip?

Das kann ich ganz ehrlich beantworten, denn bis das Taxi, das mich zum Abfahrtsort brachte, vor dem Hotel stand, habe ich überhaupt nicht darüber nachgedacht. Je näher der Check-Point dann rückte, desto mulmiger wurde ich. In der Zone habe ich zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt, denn jetzt ist es ja ohnehin schon zu spät dafür. Vor Ort war es beeindruckend, doch die Sorglosigkeit der Arbeiter machte mich nachdenklich. Da ich der russischen Sprache mächtig bin, habe ich den Guide damit fasziniert, dass er kein Rätselraten bei alten Schildern machen konnte, sondern ich ihm diese vorgelesen und übersetzt habe. Für mich war es schon sehr surreal was für kranke Propaganda-Sprüche bis heute in der verlassenen Stadt Pripjat zu lesen sind. Man kann sich als Mensch, der einige Jahre nach dem Unfall zur Welt gekommen ist und den “eisernen Vorhang” nicht mehr wahrgenommen hat, gar nicht vorstellen, dass damals alles geglaubt wurde was so propagiert worden ist. Für mich war es da sehr hilfreich, dass ich selbst die Texte und Sprüche lesen konnte. Lustig war es aber als ich dann den Tourguide in der Kraftwerkskantine um Übersetzung gebeten habe, weil ich einen ganzen Buchstaben aus der ukrainischen Sprache nicht kannte. Russisch und Ukrainisch unterscheiden sich. Man merkt in der gesamten Zone sehr stark was zu Sowjetzeiten aufgehängt wurde, weil auf Russisch und was danach, weil auf Ukrainisch.

Ortsschild der verlassenen Stadt Pripjat (Foto: Jan Gruber).

Mich machte auf der Rückfahrt sehr nachdenklich wie sehr manche Teilnehmer der Gruppe die Tour eher als eine Art Party oder besonderen Kick angesehen haben. Das machte sich den gesamten Tag über bemerkbar und ist leider sinnbildlich dafür warum manche Menschen dort hinwollen. Bei mir waren die Beweggründe Interesse und um beruflich diesen Artikel zu schreiben. Ich wollte mir selbst ein Bild machen und Ihnen als Leser nicht irgendeinen Unsinn verzapfen. Es gibt einfach Dinge, die man als Redakteur mit eigenen Augen gesehen haben muss, um überhaupt irgendetwas berichten zu können. Dazu zählen definitiv touristische Berichte über Tschernobyl. Ein weiterer Punkt, der mich nachdenklich gemacht hat ist: Warum um alles in der Welt muss man Schulen und andere Points so dermaßen offensichtlich inszenieren und dramatisieren? Kein Mensch glaubt doch, dass ein Foto, das bei nichtvorhandenen Fensterscheiben nach 30 Jahren nicht verblasst ist oder neuwertig wirkende Schulbücher ernsthaft mehr als 30 Jahre zufällig mitten im Weg gelegen haben. Mir ist da sogar ein kleines, aber feines Detail aufgefallen: Zumindest eines der Bücher war in ukrainischer Sprache, die ich eben nicht verstehe. Pripjat war aber eine russischsprachige Stadt und alle noch vorhandenen Schilder und Beschriftungen in den Schulen und allen anderen Gebäuden und Propaganda-Texten sind eben auf Russisch und nicht auf Ukrainisch. Ob man da nicht vielleicht doch etwas mogelt, um für mehr Dramatik bei den Touristen zu sorgen? Man weiß es ja nicht.

Welcher Flughafen ist für die Anreise optimal?

Der Kiew International Airport mit dem IATA-Code IEV, auch als Kiew-Schuljany bekannt. Dieser Flughafen befindet im Stadtgebiet von Kiew und ist bestens öffentlich angebunden. Taxis sind in der ukrainischen Hauptstadt sehr günstig und insbesondere ab Schuljany kommt man für einen einstelligen Eurobetrag durchaus ans andere Ende der Stadt. Der Zeit- und Kostenvorteil, den man durch die Wahl von Kiew-Schuljany als Lande- und Abflugsort hat, ist enorm. Da sich eine pinkfarbene Billigfluggesellschaft an diesem Airport stark ausbreitet, sind die Tickets auch erschwinglich günstig. Der Borispil Airport mit dem IATA-Code KBP befindet sich weit außerhalb der Stadt und ist sehr verbesserungsbedürftig an die Stadt Kiew angebunden. Die An- und Abreise ist zeitaufwendig und vergleichsweise teuer, denn die Taxipreise können frei verhandelt werden und die Öffis verkehren eher unzuverlässig. Tipp: Wem Tschernobyl dann doch eher unheimlich ist, der findet auf dem Flughafen Kiew-Schuljany ein tolles Luftfahrtmuseum mit vielen Exponaten (militärisch und zivil) aus der Sowjetzeit. Der Eintritt kostet umgerechnet – je nach Kurs – nur knapp über 1 Euro.

Wird wohl nie wieder fahren (Foto: Jan Gruber).

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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