Eine Flugbegleiterin, die für eine andere Fluggesellschaft tätig ist, hat Delta Air Lines verklagt, nachdem sie sich während eines internationalen Fluges in die Vereinigten Staaten schwerste Verbrennungen zugezogen hat. Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2023, als heißer Kaffee auf ihren Schoß geschüttet wurde. Die Klage wirft der Fluggesellschaft Fahrlässigkeit vor und fordert Schadensersatz.
Laut einer Erklärung des auf Luftfahrtrecht spezialisierten Anwalts Mark Lindquist ereignete sich der Vorfall am 15. Dezember 2023 während eines Fluges vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle zum internationalen Flughafen Seattle-Tacoma. Die Klägerin, eine Flugbegleiterin, sah während des Flugs einen Film, als ein Delta-Flugbegleiterin einen übermäßig heißen Kaffee auf ein schräges Essenstablett stellte. Daraufhin kippte das Getränk und verbrühte das Opfer.
Nach dem Vorfall informierte die Klägerin die Delta-Crew umgehend über ihre Verletzungen und bat um medizinische Hilfe. Laut der Klage reagierten die Delta-Flugbegleiter abweisend und rieten der Klägerin lediglich, sich umzuziehen, ohne die Schwere ihrer Verletzungen ernst zu nehmen. Auch die Bitte, einen Arzt zu rufen, wurde von der Besatzung abgelehnt.
Versäumnis bei der medizinischen Versorgung
Die Klägerin erhielt erst nach mehrfacher Aufforderung eine Schmerzbehandlung sowie einen Verband. Die Crew habe es zudem abgelehnt, einen medizinischen Anbieter wie MedAire zu kontaktieren, um eine Ferndiagnose zu erhalten. Erst nach der Landung in Seattle, als Sanitäter die Verletzungen begutachteten, wurde erkannt, dass es sich um die schlimmsten Verbrennungen handelte, die sie je bei einem Vorfall mit verschüttetem Kaffee gesehen hatten.
Die Berichte aus dem Krankenhaus schockierten die Ärzte, die auf die Gefahren des Servierens von kochend heißem Kaffee in einem Flugzeug hinwiesen. Die Verbrennungen betrafen die Hüfte, die Seite und den Unterleib der Klägerin, und führten zur Blasenbildung.
Vorwurf der Fahrlässigkeit
Die Klage stützt sich auf das Übereinkommen von Montreal, das Regeln für die Haftung von Fluggesellschaften bei internationalen Flügen festlegt, und behauptet, Delta Air Lines sowie deren Mitarbeiter hätten fahrlässig gehandelt. Insbesondere wird der Flugbegleiterin vorgeworfen, den Kaffee in einer gefährlichen Temperatur serviert zu haben, und der Besatzung wird vorgeworfen, die erforderliche medizinische Unterstützung versäumt zu haben.
Infolge der Verbrennungen war die Klägerin monatelang in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie konnte nicht duschen oder ihre reguläre Kleidung tragen, und alltägliche Aktivitäten wie Autofahren, Sitzen oder Schlafen wurden zu einer Herausforderung.
Nachwirkungen und rechtliche Schritte
Lindquist, der die Klägerin vertritt, stellt fest, dass trotz der Rückkehr zu ihrem Beruf als Flugbegleiterin der Vorfall bleibende Narben hinterlassen hat, sowohl physisch als auch emotional. Der Prozess könnte weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheitsstandards in der Luftfahrtindustrie haben, insbesondere in Bezug auf die Servierpraktiken von heißen Getränken während des Flugs.
Die Klage gegen Delta Air Lines wird voraussichtlich ein juristisches Gerangel über die Haftung und die Sicherheitsprotokolle in der Luftfahrt auslösen. Sollte der Fall zugunsten der Klägerin entschieden werden, könnte dies möglicherweise einen Präzedenzfall für zukünftige Ansprüche gegen Fluggesellschaften schaffen.