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Delta widerspricht falschen Behauptungen über die Crew des Endeavor Air Fluges 4819

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Am 17. Februar 2025 erlebten die Passagiere des Endeavor Air Fluges 4819 eine erschreckende Situation, als ihre Maschine auf dem Toronto Pearson International Airport nach einem missglückten Landeanflug in einem dramatischen Vorfall landete. Der Flug, betrieben von Endeavor Air, einer Tochtergesellschaft von Delta Air Lines, war von Klagenfurt nach Toronto unterwegs. Obwohl alle 80 Insassen des Regionaljets überlebten, wurden 21 Passagiere verletzt. Seitdem wird der Vorfall intensiv untersucht, während auf den sozialen Medien Spekulationen über die Qualifikationen der Flugbesatzung kursieren.

Inmitten der wachsenden Gerüchte und der unbestätigten Berichterstattung auf sozialen Medien über die Qualifikationen der Flugcrew sah sich Delta Air Lines gezwungen, öffentlich gegen diese Falschbehauptungen vorzugehen. Das Unternehmen wies in einer offiziellen Erklärung vom 20. Februar 2025 alle Behauptungen zurück, dass der Flugkapitän und der Erste Offizier in irgendeiner Weise unzureichend ausgebildet oder qualifiziert gewesen seien. Die airline erklärte, dass solche Anschuldigungen in keiner Weise zuträfen.

Laut Delta wurde der Kapitän 2007 von der damals noch als Mesaba Airlines bekannten Fluggesellschaft eingestellt, die später mit Endeavor Air fusionierte. Seitdem hat der Kapitän sowohl als Flugkapitän als auch in verschiedenen Sicherheits- und Trainingsrollen gearbeitet. Delta stellte klar, dass es keinerlei Hinweise auf gescheiterte Trainingsprüfungen gebe. Auch die Behauptung, dass der Kapitäns Wechsel zu einer Pilotposition bei Delta Air Lines durch ein misslungenes Training behindert worden sei, wurde entschieden zurückgewiesen.

Die erste Offizierin, die erst im Januar 2024 von Endeavor Air eingestellt wurde, hatte ihre Ausbildung im April 2024 erfolgreich abgeschlossen. Delta stellte fest, dass ihre Erfahrung die Mindestanforderungen des US-amerikanischen Luftfahrtgesetzes für ihre Rolle als Co-Pilotin überschritt. Auch bei ihr wies die Fluggesellschaft die Behauptung zurück, sie hätte Schulungen nicht bestanden.

Der dramatische Vorfall und die Herausforderungen der Landung

Der Vorfall ereignete sich während eines missglückten Landeversuchs in Toronto, als die Maschine bei schwierigen Wetterbedingungen mit starkem Wind und winterlichen Einflüssen auf dem Flughafen landete. In den Tagen vor dem Vorfall hatten zwei Winterstürme das Gebiet beeinträchtigt, was die Bedingungen für den Landeanflug zusätzlich erschwerte. Ein Video, das von einem Passagier aufgenommen wurde, zeigt den rauen Anflug, der möglicherweise zu einem Zusammenbruch des Fahrwerks führte, als die Maschine den Boden berührte.

Die Kombination aus schwierigen Wetterbedingungen und dem problematischen Landeanflug führte dazu, dass die Passagiere und Besatzung einen extremen Schock erlebten. Glücklicherweise konnten alle 80 Insassen den Jet unversehrt verlassen, aber die Folgen für die Passagiere waren erheblich. 21 Passagiere erlitten verschiedene Verletzungen, wobei einige schwerer betroffen waren.

Passagierentschädigung und rechtliche Schritte

Delta Air Lines zeigte sich jedoch dankbar, dass alle Passagiere das Krankenhaus nach ihrer Behandlung wieder verlassen konnten. Zur Unterstützung der Betroffenen entschloss sich die Fluggesellschaft, jedem der 76 Passagiere eine Entschädigung in Höhe von 30.000 US-Dollar anzubieten. Delta betonte, dass diese Entschädigung ohne Bedingungen gewährt wird und nicht die Rechte der Passagiere beeinträchtigt, rechtliche Schritte gegen die Fluggesellschaft einzuleiten.

Trotz des Entschädigungsangebots haben bereits mindestens zwei Passagiere Klage gegen Delta Air Lines eingereicht. Einer der Kläger, Marthinus Lourens aus Texas, behauptet, er sei während des Vorfalls mit Kerosin überschüttet worden, als das Flugzeug umkippte. Lourens erlitt neben den physischen Verletzungen an Kopf, Nacken, Rücken und Gesicht auch emotionale Schäden. Laut seiner Klageschrift half er trotz seiner Verletzungen anderen Passagieren, das Flugzeug zu verlassen.

Hannah Krebs, eine weitere Klägerin aus Minneapolis, reichte eine Klage gegen Delta ein, in der sie dem Flugpersonal „grobe Fahrlässigkeit und Rücksichtslosigkeit“ vorwarf. Sie behauptet, bei dem Vorfall „heftig durch die Kabine geworfen“ worden zu sein und sowohl extreme körperliche Verletzungen als auch emotionalen Stress erlitten zu haben. Krebs machte die unzureichende Ausbildung und Überwachung durch Delta für das Unglück verantwortlich.

Reaktionen und Zukunft der Ermittlungen

Die Ermittlungen zu diesem Vorfall dauern weiterhin an, und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse dabei zutage treten werden. Die Behauptungen über unzureichende Ausbildung und mögliche Fehler im Trainingsprozess werden von Delta Air Lines weiterhin vehement zurückgewiesen. Das Unternehmen betont in diesem Zusammenhang, dass alle Delta-Piloten, unabhängig von Geschlecht oder Hintergrund, eine umfassende und rigorose Ausbildung durchlaufen, die sie auf alle möglichen Szenarien und schwierigen Wetterbedingungen vorbereitet.

Delta-CEO Ed Bastian verteidigte in einem Interview die Ausbildungsprogramme des Unternehmens und betonte, dass alle Piloten in den USA dieselben Sicherheitsstandards befolgen und regelmäßig auf verschiedene Szenarien trainiert werden. Diese hohe Qualität der Ausbildung ermögliche es den Piloten, auch unter extrem schwierigen Bedingungen sicher zu fliegen.

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