Die kanadische Tourismusorganisation Destination Canada hat am 22. Oktober 2026 anlässlich der Branchenmesse Routes World in Frankfurt am Main eine gemeinsame Vermarktungsinitiative mit Air Canada und der Lufthansa Group bekannt gegeben.
Die Vereinbarung, die im Rahmen einer kanadischen Handelsdelegation unter Leitung des Ministers für internationalen Handel, Maninder Sidhu, in Mumbai unterzeichnet wurde, zielt auf die Erschließung von Reisenden aus Südindien ab. Durch die Verknüpfung von staatlichem Destinationsmarketing mit den Buchungs- und Vertriebskanälen der beiden Partnergesellschaften soll der Übergang von der Reiseplanung zur Flugbuchung verkürzt werden.
Die Pilotinitiative konzentriert sich auf die Akquise von Fluggästen für die Frühjahrs- und Sommersaison 2027 über die Drehkreuze der Star-Alliance-Partner in Europa und Nordamerika. Ein eigener physischer Standort von Destination Canada in Indien ist im Zuge der Vereinbarung nicht vorgesehen; stattdessen setzen die Partner auf gemeinsame datenbasierte Kampagnen und die digitale Reichweite der Fluggesellschaften. Aus Sicht der kanadischen Regierung stellt der Ausbau des internationalen Tourismus ein Element zur Diversifizierung der Dienstleistungsexporte dar, um die Abhängigkeit vom US-amerikanischen Markt schrittweise zu verringern.
Die Einbindung der Lufthansa Group und ihrer Tochtergesellschaften nutzt das Joint-Venture-Abkommen auf den Nordatlantikrouten, über das Umsteigeverbindungen von indischen Metropolen wie Bengaluru, Hyderabad oder Chennai über die Drehkreuze Frankfurt, München und Zürich nach Kanada angeboten werden. Für die beteiligten Fluggesellschaften bietet die Kooperation eine Möglichkeit, die Auslastung auf den Interkontinentalstrecken außerhalb der traditionellen Hauptreisezeiten zu stabilisieren.
Luftfahrt- und Tourismusanalysten sehen in der Kooperation ein Beispiel für die engere Abstimmung zwischen nationalen Vermarktungsorganisationen und internationalen Airline-Allianzen. Das Erreichen der angestrebten Wachstumsziele im indischen Markt hängt jedoch maßgeblich von externen Rahmenbedingungen ab, darunter die Bearbeitungszeiten bei der Visaerteilung für indische Staatsbürger sowie die behördlich festgelegten Streckenrechte und Flugkapazitäten zwischen den beteiligten Staaten.